Bier-Aktien im Vergleich: Anheuser-Busch InBev vs. SABMiller

Die Zahlen von Anheuser-Busch InBev für das 1. Quartal konnten sich sehen lassen, auch wenn ungünstige Wechselkurseffekte den Umsatz um 1,4% schmälerten.

Der Bierabsatz stieg dagegen um 1,5% auf 95,1 Mio hl. Viel wichtiger ist aber, dass InBev die operative Marge von 29,5 auf 30,7% verbessern konnte. Geholfen haben Preiserhöhungen in Europa sowie eine stärkere Nachfrage nach Premium-Bieren.

Besonders die Marke Budweiser erfreute sich in China und Brasilien großer Beliebtheit. Der Nettogewinn hat sich aufgrund eines deutlich besseren Finanzergebnisses sogar nahezu verdoppelt.

Der asiatische Markt wächst

Am besten abgeschnitten hat InBev in Asien, wo der Umsatz um 51% auf 1,3 Mrd $ und das operative Ergebnis um das Dreifache auf 191 Mio $ gestiegen waren. Aber auch in weiten Teilen Lateinamerikas liefen die Geschäfte gut. In Europa brach zwar der Umsatz hauptsächlich wechselkursbedingt um 21% ein, die operative Marge konnte aber gesteigert werden.

Nur in den USA hat InBev auf ganzer Linie enttäuscht. Das Management hat keine konkrete Jahresprognose abgegeben. Wir erwarten bei einem Umsatz auf Vorjahresniveau einen kräftigen Gewinnanstieg. Auch mittelfristig werden die Premium-Marken sowie der weltweit kontinuierlich steigende Bierkonsum für profitables Wachstum sorgen.

Hohes Wachstumspotenzial sehen wir nach wie vor in Asien, aber auch in Afrika, wo InBev so gut wie gar nicht vertreten ist. Dies könnte sich aber ändern, denn der Konzern hat schon seit längerer Zeit ein Auge auf die britisch-südafrikanische SABMiller geworfen.

InBev hat ein 1 Mrd $ schweres Aktienrückkaufprogramm verabschiedet.

Unternehmensporträt

Die belgische Anheuser-Busch InBev ist mit einem jährlichen Bierausstoß von rund 415 Mio hl der weltweit größte Brauereikonzern vor SABMiller. Das Portfolio umfasst mehr als 200 Marken, darunter Beck’s, Stella Artois, Jupiler, Leffe, Staropramen, Budweiser, Michelob, Bud Light, Diebels, Spaten und Löwenbräu. Der Konzern verkauft seine Produkte weltweit und ist in mehr als 20 Schlüsselmärkten die Nummer 1 oder 2 der Branche.

SABMiller eher enttäuschend

Im Vergleich zu den Konkurrenten Heineken und AB-InBev hat SABMiller im vergangenen Jahr enttäuscht. Umsatz und Gewinn gingen zurück und verfehlten unsere Erwartungen. Dennoch soll die Dividende um 8 Cent pro Aktie angehoben werden. Abgesehen von Afrika hat der Konzern in allen Regionen weniger umgesetzt.

Der Bierabsatz lag dagegen aufgrund von Akquisitionen mit 245,9 Mio hl leicht über Vorjahresniveau. Besser lief es bei den Softdrinks, deren Absatz um 7,6% auf 70,3 Mio hl wuchs. Hier hat sich die Kooperation mit Coca-Cola bezahlt gemacht.

Gegenwind von der Währungsseite

Belastet haben negative Wechselkurseffekte durch den starken Dollar, die durch erste Erfolge durch das Sparprogramm nicht kompensiert werden konnten. Das schlechte Sommerwetter in China und in weiten Teilen Europas bremste ebenfalls die Geschäftsentwicklung.

In China zog das Wachstum im Schlussquartal aber schon wieder an. Einen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr hat das Management noch nicht abgegeben, rechnet aber nach wie vor mit Gegenwind von der Währungsseite. Langfristig sieht der Konzern in Afrika die größten Wachstumschancen. Entsprechend wird die Position dort durch weitere Zukäufe ausgebaut.

Gleichzeitig steigt SABMiller in den wachstumsstarken Nischenmarkt für Craft-Biere ein und übernimmt die britische Meantime Brewing. Die Biere sollen künftig nicht nur in Großbritannien, sondern auch in anderen europäischen Ländern vertrieben werden.

Die Aktie läuft im Gleichschritt mit dem Vergleichsindex FTSE 100. Die im Branchenvergleich hohe Bewertung verhindert eine bessere Kursentwicklung.

Unternehmensporträt

Der britisch-südafrikanische Konzern SABMiller wurde 1895 gegründet und gehört mit einem Bierabsatz von rund 245 Mio hl zu den weltweit größten Brauereien. Das Portfolio umfasst nahezu 200 Biermarken, darunter Pilsner Urquell, Foster’s, Miller, Tyskie, Lech, Gambrinus und Peroni. Softdrinks und Fruchtsäfte runden das Angebot ab. Zudem ist SABMiller einer der bedeutendsten Abfüller von Coca-Cola-Produkten.

3. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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