Bierbranche: Die Nummer 1 fusioniert mit der Nummer 2

Es ist eine der Mega-Fusionen des Jahres: Die beiden Brauerei-Riesen AB Inbev und SABMiller verschmelzen miteinander. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX ist freundlich in die neue Börsenwoche gestartet. Der DAX legte um 0,6% auf 10.164 Punkte zu. Die Hoffnung auf eine weiterhin lockere Geldpolitik stützt die Kurse.

Das billige Geld führt auch dazu, dass es zu immer mehr Übernahmen kommt. So wurde am Wochenende bekannt, dass der US-Konzern Diebold seinen deutschen Konkurrenten Wincor Nixdorf übernehmen will. Die niedrigen Zinsen laden die Konzerne zum Großeinkauf ein, wie auch das folgende Beispiel zeigt:

In der Bierbranche gibt es einen Zusammenschluss gigantischen Ausmaßes. Die beiden weltweit führenden Bier-Riesen AB Inbev und SABMiller fusionieren.

Das hat zur Folge, dass künftig weltweit rund jedes dritte Bier vom gleichen Bierkonzern kommen wird. Denn: Der weltgrößte Brauer Anheuser-Busch Inbev hat sich im Übernahmepoker um den Branchenzweiten SABMiller durchgesetzt.

Details zu der spektakulären Fusion

Wie die Unternehmen bereits vor einigen Tagen mitgeteilt haben, gab es eine Einigung zwischen den 2 Branchen-Riesen. AB Inbev zahlt 44 Britische Pfund (GBP) pro Aktie des britischen Rivalen. Damit wird SABMiller mit 71,2 Mrd. GBP bewertet, was etwa 96 Mrd. Euro entspricht.

Das Barangebot von AB Inbev für die SABMiller-Aktionäre entsprach zum Zeitpunkt des Angebotes einem Aufschlag von 50%. AB Inbev musste in den Wochen zuvor mehrmals das Angebot aufstocken.

Bier-Aktien im Vergleich: Anheuser-Busch InBev vs. SABMillerDer Bierabsatz steigt weltweit weiter an, am stärksten davon profitiert Anheuser-Busch InBev. Bei SABMiller läuft das Geschäft dagegen eher enttäuschend. › mehr lesen

Mit der jetzt beschlossenen Fusion entsteht ein Brauriese neuer Dimension: Wie bereits angedeutet, wird künftig weltweit jedes dritte Bier aus einer Brauerei des fusionierten Konzerns stammen. Heinecken, die bisherige Nummer 3, steigt durch die Fusion zwar zur Nummer 2 der Welt auf, verliert aber bei Betrachtung der Absatzmenge jede Menge an Boden auf den Branchenprimus.

Im Jahr 2014 lag der Bierausstoß bei AB Inbev bei 412 Mio. Hektolitern und der von SABMiller bei 188 Mio. Hektolitern. Die Nummer 3, die Heinecken-Brauerei, kam auf 181 Mio. Hektoliter. In Summe kamen AB Inbev und SABMiller also auf 600 Mio. Hektoliter und damit mehr als den dreifachen Bierausstoß der Heinecken-Brauerei.

AB Inbev entstand ebenfalls aus einer Fusion

AB Inbev entstand ebenfalls aus einer Fusion. Die belgisch-brasilianische InBev-Gruppe fusionierte im Jahr 2008 mit dem US-Braukonzern Anheuser Busch (AB). Das Unternehmen ist an der Brüsseler Euronext-Börse notiert und Teil des EuroStoxx 50, in dem die 50 größten börsennotierten Unternehmen Europas gelistet sind.

Das Unternehmen beschäftigt über 155.000 Mitarbeiter und ist mit über 200 Marken in über 140 Ländern vertreten. Zu den in Deutschland bekanntesten Marken zählen beispielsweise Hasseröder, Beck´s, Franziskaner, Löwenbräu, Haake-Beck und Diebels.

Die Brauerei SABMiller, die jetzt mit AB Inbev fusioniert, verkauft unter anderen die Marken Pilsner Urquell, Miller und Grolsch. Die meisten Marken aus dem Hause SABMiller sind in Deutschland nicht besonders bekannt.

Fazit: Die Übernahmewelle rollt weiter. Die niedrigen Zinsen senken die Übernahmekosten. Wie das Beispiel Nixdorf zeigt, sind auch deutsche Unternehmen betroffen. Kurzfristig können Sie hier auf hohe Gewinne setzen, doch es ist auch bedauerlich, dass nach und nach viele starke Unternehmen vom Kurszettel verschwinden werden.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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