Bierhochzeit zwischen AB Inbev und SAB Miller auf der Zielgeraden

Medienberichten zufolge wird die US-Wettbewerbsbehörde den Zusammenschluss der beiden Bier-Könige SAB Miller und AB Inbev noch in diesem Monat durchwinken.

Damit wäre bei dem 107 Mrd. Dollar schweren Deal der größte Stolperstein aus dem Weg gerollt. Wie die Freigabe aussehen wird, ist allerdings nicht bekannt. Gut möglich, dass die Auflagen sehr umfangreich ausfallen werden, denn immerhin übernimmt die Nummer 1 der Branche die Nummer 2.

Aktionäre des Übernahme-Kandidaten kassieren 50% Prämie

Rückblick: Im Oktober vergangenen Jahres einigten sich SAB Miller und AB Inbev nach zähen Verhandlungen auf eine freundliche Übernahme. AB Inbev musste das Angebot mehrfach nachbessern und zahlte am Ende eine Übernahme-Prämie von 50%.

Mit dem Deal will AB Inbev neues Wachstum in den Schwellenländern erschließen, um der Stagnation im gesättigten US-Markt und europäischen Markt zu entgehen. Daneben soll der Zusammenschluss jährliche Synergien in Höhe von 1,4 Mrd. Dollar tragen.

AB Inbev und SAB Miller müssen sich für die Genehmigungen von vielen Marken trennen 

Der Deal galt lange Zeit als nicht sicher. Es war fraglich, wie AB Inbev die Freigabe von den Kartellbehörden bekommen will angesichts eines Marktanteils von deutlich über 35%.

Doch der Branchenprimus war bereit für den Deal eine Menge Marken und Beteiligungen zu verkaufen. Für die Dealfreigabe in Europa trennte sich der Konzern von den Marken Grolsch und Peroni, die von der japanischen Asahi übernommen wurden.

Im Vorfeld der Dealfreigabe in den USA wurde die Marke Pilsner Urquell an Molson Coors verkauft und eine 58%-Beteiligung des MillerCoors JointVenture abgegeben.

In vielen Ländern hat AB Inbev inzwischen die Deal-Freigabe unter Auflagen erhalten. Neben dem US-Markt ist allerdings noch die Freigabe des chinesischen Marktes offen. Dort hat AB Inbev im Vorfeld der Genehmigung eine 49% Beteiligung an dem größten Brauerei-Konzern des Landes, Snow, verkauft.

Marken-Verkäufe schmälern nicht die Attraktivität des Deals

Es sieht danach aus, als wenn der Deal so langsam in trockene Tücher kommt. Dies zeigt sich auch an der Kursentwicklung der Aktie des Übernahme-Kandidaten.

Nach der Deal-Ankündigung klaffte aufgrund der Unsicherheit noch eine Lücke von über 10% zum Angebotspreis, inzwischen ist die Lücke bis auf  knapp 2% geschlossen. Dies zeigt Ihnen, dass der Markt mit einem zeitnahen Abschluss der Transaktion rechnet.

Ebenfalls im Aufwind ist zuletzt die Anheuser Busch-Aktie gewesen, die in den vergangenen 3 Monaten um 10% zulegte. Analysten sehen die notwendigen Teil-Verkäufe für die Übernahme-Genehmigung gelassen, da sie nicht die Idee, neues Wachstum in den Schwellenländern, beeinflussen würde.

Unterm Strich also trotz der vielen Marken-Verkäufe Gewinner in beiden Lagern der beteiligten Unternehmen.

2. Juni 2016

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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