Bieterkampf um Stada: And the winner is…

…das Bieter-Duo Bain Capital und Cinven; die Finanz-Investoren haben das Rennen um den Generika-Hersteller aus Bad Vilbel für sich entschieden.

Stada kündigte pünktlich zum Wochenstart an, dass das Management die Übernahme-Offerte von 66 € je Aktie (incl. Dividende) unterstütze.

Bain und Cinven haben dem Stada-Management zufolge das beste Gesamtpaket vorgelegt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Offerte des Konkurrenz-Bieters, ein Konsortium bestehend aus den Finanz-Investoren Advent International und Permira, weniger attraktiv war.

Hohe Prämie trotz geringer Synergien

Viele Investoren und Beobachter wurden von dem großzügigen Angebotspreis überrascht.

Nicht wenige Analysten hielten Kurse von deutlich über 60 € je Stada-Aktie bei einer Offerte durch Finanz-Investoren für wenig realistisch.

Dies liegt daran, dass ein Kauf durch Finanz-Investoren wenig Geschäfts-Überschneidungen mit sich bringt und vergleichsweise geringes Synergie-Potenzial bietet.

Cinven und Bain verpflichteten sich, in den kommenden 4 Jahren auf betriebsbedingte Kündigungen weitgehend zu verzichten.

Dementsprechend erstaunlich ist auch der Übernahme-Preis.

Der drückt einen Übernahme-Multiplikator von 13 gemessen am operativen Gewinn aus und enthält eine Übernahme-Prämie von fast 50% gegenüber dem Kurs vor Aufkommen der jüngsten Übernahme-Gerüchte.

Stada seit Jahren im Zentrum von Übernahme-Gerüchten

Die Stada-Übernahme beendet jahrelange Spekulationen um den Generika-Hersteller: Immer wieder hieß es, dass sich ein Deal anbahnt, doch dann folgte nichts Konkretes.

Erst nachdem der langjährige Firmenchef Hartmut Retzlaff auf Druck des Aktivisten AOC seinen Hut nehmen musste, nahm eine Übernahme-Story Fahrt auf.

Zu Beginn dieses Jahres wurde es dann sehr konkret: Der Finanz-Investor Advent legte im Februar dieses Jahres ein offizielles Übernahme-Angebot in Höhe von 58 € je Aktie auf den Tisch.

Mehrere Finanz-Investoren buhlten um die Bad Vilbler und schlossen sich im weiteren Verlauf zu 2 Bieter-Konsortien zusammen.

Die 70-€-Ente

Zwischenzeitlich sorgten Meldungen für Verwirrung, dass Stada-Aufsichtsratschef Carl Ferdinand Oetker ein Preis jenseits der 70 € je Aktie gefordert haben soll.

Dieser Preis wurde von so gut wie allen als nicht durchsetzbar eingestuft und als Bedrohung des Bieter-Wettkampfes angesehen.

Doch die Konzernführung beruhigte in der Vorwoche mit der Meldung, dass ihr diese konkrete Zahl unbekannt sei.

Dass Management-OK zur Übernahme für einen Preis von 66 € je Aktie unterstreicht, dass die kolportieren 70 € je Aktie vermutlich nur zum Standard-Poker im Übernahme-Geschäft gehörten.

10. April 2017

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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