BigBank: Insolvenzrisiko bei estnischer Bank und der hohe Zins

Ein neues Zinsangebot macht die Runde: Bigbank hat für langfristige Anlagen höchste Werte (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Islands Banken sind pleite. Irlands Banken sind pleite. Das alles ist noch nicht lang her – und schon ködert mit der BigBank die nächste ausländische Bank der EU mit hohen Zinsen. Wir haben für Sie untersucht, ob das neue Zinsangebot einem speziellen Insolvenzrisiko unterliegt. – und damit zur Falle für Sie wird.

Bis zu 4,80% Zinsen

Das Angebot an sich ist attraktiv. Ohne Zweifel, denn: 4,80% Zinsen sind möglich, wenn Sie Geld für 10 Jahre dort anlegen. Bei “nur” vier Jahren Anlage führt die Bank mit ihrem Angebot ebenfalls. Dann sind noch 4,30% Zinsen drin.

Selbst bei nur zwei Jahren Festlegung kassieren Sie mit 3,30% Zinsen bereits um bis zu 0,5%-Punkte mehr als bei vergleichbaren “Spitzen”konkurrenten. Das kann für das Angebot der BigBank sprechen.

Auf der anderen Seite erinnern wir an die Pleiten in Island und Irland. Lange mussten und müssen Kunden um ihr Geld zittern. Bleiben Sie deshalb auch hier höchst vorsichtig.

Estland ist gesund

Wirtschaftlich geht es den Esten gut, daher a) akzeptieren wir auch die Aufnahme in die EU und b) sehen wir keine besonderen aktuellen Gefahren.

Dies betrifft dann auch das Bankenwesen Estlands allgemein sowie die BigBank speziell. Die Bank hat zudem bereits gezeigt, dass Sie aktuell Geld verdient. 5,3 Millionen Euro hat sie 2010 gewonnen, vor allem dank eines starken Schlussquartals.

Insgesamt betrug die Eigenkapitalquote 22,4% und ist damit stabil. Das heißt: die Bank ist betriebswirtschaftlich betrachtet aktuell keine Gefahr, sondern eine Chance für Investoren. Die Konten sind jetzt sicher. Eine Einschränkung jedoch geben wir Ihnen für Ihre Entscheidung mit auf den Weg.

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Einlagensicherungsfonds: 100.000 €

Nur der Einlagensicherungsfonds in Estland sichert die Kundengelder ab. Diese Absicherung beläuft sich damit auf 100.000 € Einlage. Wenn Sie bis zu 100.000 € investieren und die Bank Insolvenz anmeldet, müssen Sie darauf hoffen, dass der Topf groß genug ist.

Achtung: selbst wenn Sie eine der Filialen in Deutschland vor Ort aufsuchen, wechselt der Fonds nicht. Es bleibt der estnische. Meldet die Bank Insolvenz an, greifen keine staatlichen oder bankenrechtlichen Rettungsprogramme in Deutschland.

Seit Eröffnung der ersten Filiale im Sommer 2009 allerdings hat die Bank nach unseren Informationen in Deutschland für Bankkunden noch keine Zahlungsschwierigkeiten produziert. Zudem erinnern wir an das gesunde betriebswirtschaftliche Ergebnis.

GeVestor.de meint daher: Bis zu 100.000 € können Sie ohne große Sorge dort anlegen.

  • Der Einlagensicherungsfonds in Estland ist sicher
  • Die Bank ist seit zwei Jahren in Deutschland etabliert
  • Die estische Wirtschaft floriert.
  • Aber: Legen Sie nicht länger als für zwei oder vier Jahre an – alles andere bleibt unkalkulierbar.

Das Insolvenzrisiko über einen längeren Zeitraum ist trotz hohen Zinsversprechens bei der BigBank nicht möglich.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.