Bijou-Brigitte-Aktie: Modeschmuck-Händler übertrifft Jahresziele

Vor einigen Jahren war die Aktie des Modeschmuck-Händlers Bijou Brigitte noch ein wahrer Anleger-Liebling – und das zu Recht.

Denn der Hamburger Konzern glänzte mit hohen Wachstumsraten und exzellenten Gewinnmargen.

Im Rekordjahr 2006 erzielte das Unternehmen bei einem 15%igen Umsatz-Zuwachs auf 348 Mio. € eine Gewinnspanne von über 23% – für einen Einzelhändler ein geradezu sensationeller Wert.

Sie wissen ja, dass viele Firmen im Handel nur mit hauchdünnen Margen arbeiten –k ein Wunder also, dass die Aktie regelrecht durch die Decke ging:

Von 2001 – 2006 kletterten die Papiere von unter 10 € bis auf 254 € in der Spitze.

Seither stottert es aber im Getriebe: Die alten Wachstumsraten sind passé, die Margen unter Druck und der Kurs bewegt sich seit Herbst 2014 in einer engen Spanne zwischen 48 und 63 €.

Fokus auf Modeschmuck und Accessoires

Bijou Brigitte ist ein Anbieter von Modeschmuck und Accessoires:

  • Mit mehr als 1.000 Filialen ist der Konzern eine der führenden Einzelhandelsketten für preisgünstigen Modeschmuck.
  • Der Konzern ist in 24 verschiedenen europäischen Ländern sowie in den USA tätig.
  • Das Material für die angebotenen Artikel wird fast ausschließlich aus dem Fernen Osten bezogen.
  • Der Anteil der Eigenmarken liegt bei etwa 65%, der Rest sind lediglich 35% Handels-Artikel.

Die angemieteten Flächen liegen bei gerade einmal 40 – 100 qm. Dabei betreibt Bijou Brigitte ausschließlich Filialen in Hauptgeschäftsstraßen und großen Einkaufszentren.

Hierdurch  erreicht  das Unternehmen eine gute Kunden-Frequenz und dadurch einen sehr hohen Kapital-Umschlag.

Alle Flächen werden angemietet; im Gegensatz zu anderen Einzelhändlern verfügt die Firma über keinen eigenen Immobilienbesitz.

Bijou Brigitte will mit breitem Sortiment punkten

Der Fokus der Hamburger liegt klar auf günstigem Modeschmuck; der durchschnittliche Artikelpreis liegt bei gerade einmal 6 €.

Dafür versucht die Firma mit einem extrem breiten Sortiment zu punkten: Insgesamt bietet der Konzern rund 10.000 verschiedene Artikel an.

Für Sie zum Vergleich: Der nächstgrößere Wettbewerber Claire’s hat nur 6.000 Artikel im Angebot.

Markt ist hart umkämpft

Der Modeschmuck-Riese blickt auf eine lange Historie zurück: Bereits 1963 wurde die Firma als Import- und Handels-Unternehmen für Modeschmuck gegründet.

3 Jahre später baute der Konzern eine maschinelle Eigenfabrikation sowie einen bundesweiten Außendienst zur Händler-Betreuung auf.

Die Familie F.-W. Werner hält mit 50,4% der Aktien weiterhin die Mehrheit an der Firma und leitet auch weiterhin die Geschicke (Vorstands-Vorsitzender: Roland Werner) der Firma.

So gut die Geschäfte bis zum Jahr 2006 auch liefen, eines ist jedoch klar:

Seither hat sich der Wettbewerb massiv verschärft. Eine hohe Preis-Sensitivität und niedrige Markteintritts-Barrieren machen dem Betrieb zunehmend zu schaffen.

Margen unter Druck

So ist es kein Wunder, dass die Hamburger ihre ausgesprochen hohen Gewinnmargen nicht mehr halten konnten:

Kontinuierlich sank die Marge von 23% auf zuletzt 7,1% – zugegeben: für einen Einzelhändler immer noch durchaus beeindruckend.

Im vergangenen Jahr konnte der Umsatz seit Langem zum 1. Mal wieder leicht gesteigert werden:

Insgesamt fuhr Bijou Brigitte mit 336 Mio. € 1,8% mehr Umsatz ein als im Vorjahr. Der Gewinn ging allerdings leicht von 25,1 Mio. € auf 24 Mio. € zurück.

Bijou hält an stabiler Dividenden-Politik fest

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 330 und 340 Mio. €. Das Vorsteuer-Ergebnis soll zwischen 30 und 40 Mio. € liegen (2016: 36,8 Mio. €).

An ihrer kontinuierlichen Dividenden-Politik hält die Firma vorerst fest: Geplant ist eine Ausschüttung von 3 € – das entspricht einer stattlichen Dividendenrendite von fast 5,2%.

Allerdings müssen Sie wissen: Da Bijou nur 2,89 € Gewinn je Aktie gemacht hat, wird ein Teil der Dividende aus der Substanz bezahlt.

4. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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