Bilanz 2017: Ein letzter Blick zurück

2017 war gewiss ein Jahr der Aktien-Anleger. Und Chartanalyse-Trends lag dabei mit seinen Prognose goldrichtig! (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Das Jahr 2017 liegt nun endgültig hinter uns. Wir werden daher heute noch einmal Bilanz ziehen:

Wie haben sich die Märkte im vergangenen Jahr entwickelt? Waren die hier in Chartanalyse-Trends gemachten Prognosen erfolgreich und damit für Sie nützlich?

Ab morgen schauen wir dann nach vorne: Was können Sie vom Börsenjahr 2018 erwarten?

Die besten Aktienmärkte im Jahr 2017

Beginnen wir mit einem Überblick über die Performance der 20 wichtigsten oder bekanntesten Aktienmärkte im abgelaufenen Jahr 2017. Zusätzlich habe ich noch 2 weitere Indizes aufgenommen, um das Bild abzurunden:

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Index-Rangliste: Wo es im Börsenjahr 2017 etwas zu verdienen gab

In dieser Rangliste führt Argentinien mit großem Abstand. Allerdings hatten Sie als Euro-Anleger davon nicht ganz so viel:

Ein Währungsverlust des argentinischen Pesos in Höhe von fast -34% stutzt die gute Entwicklung erheblich. Das gilt im Übrigen auch für die US-Indizes:

Der Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar im Kalenderjahr 2017 betrug stattliche +14,1%!

Das bedeutet beispielsweise für den S&P 500: Von den so üppig erscheinenden +19,4% Jahres-Performance bleiben für uns Euro-Anleger netto lediglich +5,5% übrig. Die anderen US-Indizes sind entsprechend zu betrachten.

Schweizer Aktien-Investoren kamen übrigens besser davon: Hier ist ein Währungsverlust (CHF / USD) von lediglich -4,6% in Abzug zu bringen.

DAX-Familie im Aufwind

Bemerkenswert ist die Entwicklung der DAX-Familie: Der TecDAX gewann +39,6% und damit mehr als dreimal so viel wie der DAX (+12,5%).

Dass neben dem TecDAX auch der SDAX und der MDAX besser performten, hat dabei gute Tradition:

Die Werte dieser 3 Indizes verfügen über eine teils massiv geringere Marktkapitalisierung. Daher steigen Sie in aller Regel stärker an als der DAX. Umgekehrt bedeutet das indes auch größere Einbußen, wenn sich der allgemeine Trend ins Negative verkehrt.

Emerging Markets gewinnen kräftig

Bei den eingangs erwähnten 2, zusätzlich in die Rangliste aufgenommenen, Indizes handelt es sich um den FTSE BRIC 50 und den FTSE Gold Minen Index

Die Abkürzung „BRIC“ steht für die Anfangsbuchstaben der 4 Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Mit dem Begriff wurden zu Beginn dieses Jahrhunderts diese 4 Länder belegt, weil man ihnen als (damalige) Schwellenländer oder Emerging Markets (aufstrebende Märkte) eine besonders gute Entwicklung zutraute.

Dies ist seither nicht nur eingetroffen, sondern wurde in 2017 von den 50 größten BRIC-Aktien ein weiteres Mal eindrucksvoll belegt. Wenngleich auch hier für den Euro-Anleger natürlich Währungseinbußen einzuberechnen sind.

Gold frustrierte einmal mehr

Gold-Anleger dürften vom abgelaufenen Börsenjahr indes ziemlich enttäuscht sein: Goldminen-Aktien starteten nämlich ausgesprochen furios:

In den ersten 6 Wochen des Jahres 2017 legte der Goldminen-Index fast +20% zu. Einzelne Goldminen-Aktien gewannen zeitweilig das 8- bis 10fache.

Es blieb indes auch für den Rest des Jahres der höchste Index-Stand: Am Ende schauten dürftige +7,4% heraus. Da auch hier (aufgrund zahlreicher in USD notierter Goldminen-Aktien) die Währungsentwicklung Euro / USD eine gewichtige Rolle spielt, dürfen Sie auch hier noch einige Prozentpunkte abstreichen.

Volltreffer-Prognosen in Chartanalyse-Trends

Chartanalyse-Trends landete im Börsenjahr 2017 einige Volltreffer für Sie! Nachfolgend die beiden wohl wichtigsten richtigen Vorhersagen.

Schon kurz vor Beginn der eigentlichen Aktien-Hausse Anfang November 2016 schrieb ich Ihnen am 20. Oktober – und das entgegen der allgemein vorherrschenden Experten-Sorgen:

„Wir stehen mithin NICHT vor einem Crash, sondern vielmehr kurz vor einer denkwürdigen, weil für viele überraschenden, Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten!“

Die Ergebnisse sprechen für sich.

Auch im weiteren Verlauf des Jahres 2017 keimte immer wieder negative Stimmung unter den Markt-Analysten auf. Chartanalyse-Trends hingegen blieb seiner positiven Prognose bis weit in den Oktober 2017 hinein treu – und lag damit goldrichtig, wie die Index-Bilanz dokumentiert!

Apropos Gold: Trotz des starken Auftaktes (der Goldpreis hatte bereits in der zweiten Dezemberhälfte 2016 kräftig zugelegt) riet ich schon am 4. Januar 2017 von Gold-Investments ab:

„Bei einem Investment in Gold laufen Sie mithin Gefahr, Geld zu verlieren. Ihre Einbuße würde nur durch einen schwachen Euro abgemildert, da Gold ja in US-Dollar gehandelt wird. Die Aussage meines Marktüberblicks ist wohl unmissverständlich: Aktien bleiben auch in 2017 Ihre erste Wahl!“

Euro-Anleger mussten mit Gold-Investments per Saldo sogar leichte Einbußen hinnehmen: Das in Euro notierte Xetra-Gold (WKN: A0S9GB) verlor 2017 knapp -1,7%.

1 Niete im Jahr 2017

Komplett daneben lag ich indes mit meiner Einschätzung des Währungspaares Euro / USD. In meiner Analyse vom 4. Januar 2017 schrieb ich Ihnen:

„Der US-Dollar bietet derzeit die bessere Verzinsung. … Die Europäische Zentralbank EZB beharrt indes noch immer auf ihrer Nullzinspolitik. Bedeutsam ist die jüngste Entwicklung: Der Euro hat seine knapp zweijährige Konsolidierungszone nach unten verlassen.

Sie dürfen 3x raten, in welche Richtung der Euro in 2017 mit hoher Wahrscheinlichkeit tendieren wird: Sie erinnern sich gewiss noch, dass die US-Notenbank im Dezember [2016] für dieses Jahr 3 weitere Leitzins-Anhebungen in Aussicht gestellt hat.“

Nun: Wie Sie bereits gelesen haben, nahm der Euro / USD nicht nur die entgegengesetzte Richtung, sondern kletterte – entgegen aller fundamentalen Voraussetzungen – überraschend und ungewöhnlich kräftig.

Meine spätere Analyse dazu im Jahr 2017 kam zu dem Schluss, dass diese Entwicklung wohl vorrangig dem US-Präsidenten Donald Trump zu verdanken sei. Immerhin lagen nahezu sämtliche Marktexperten mit ihrer Euro / USD-Prognose genauso falsch.

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.