Billig als Erfolgsrezept

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Ryanair mag manchen Vielflieger nerven. Doch wer seine Reisen selbst bezahlt, kommt gerne auf das Angebot der schillernden Iren zurück. Auch die Aktie lohnt sich. (Foto: JJFarq / Shutterstock.com)

Ob zum Kurztrip nach Mallorca oder zum Business nach London, Wien oder Stockholm: Der Flugplan von Ryanair macht Europa ein Stück kleiner. Auch die Zeiten, in denen die Airline mit ihrer aufdringlichen Werbung und ihren schrulligen Aktionen an Bord Vielflieger eher abgeschreckt hat sind vorbei. Ryanair bleibt zwar Billigflieger, doch lässt sich der Flug inzwischen auch für routinierte Reiseprofis ganz gut ertragen.

Umso schöner wird der Flug beim Blick auf den Preis – oder sparen Sie etwa nicht gerne? Die irische Ryanair ist Europas größte Billigfluglinie mit täglich über 2.000 Flügen zu 210 Flughäfen. Die Gesellschaft verfügt über eine Flotte von 383 Boeing-Maschinen des Typs 737. Im vergangenen Geschäftsjahr sind 120 Mio Passagiere befördert worden.

Gewinnplus von 12% überzeugt

Ryanair steht vor einem radikalen Wandel. Das Unternehmen hat sich bereit erklärt, Gewerkschaften anzuerkennen und sowohl Gespräche mit den Piloten- wie auch den Kabinenbegleitergewerkschaften aufzunehmen. Laut CEO O`Leary werden Gewerkschaften die Komplexität des Geschäfts erhöhen, die Kostenführerschaft in Europa sei aber nicht in Gefahr. Das Wachstumsziel, ab März 2024 mindestens 200 Mio Passagiere jährlich zu befördern, wurde bekräftigt.

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Durch Probleme beim Dienstplan-Management und aufgrund Personalmangels kam es im 3. Quartal zu vielen Flugstreichungen. Um diese zu vermeiden, wurde die Flotte um 25 Flugzeuge reduziert und der Winterflugplan angepasst. Die Wachstumszahlen fielen daher geringer aus. Trotz der niedrigeren Ticketpreise (-4%) wurde der Umsatz um 4% gesteigert. Die Erlöse aus den Ticketverkäufen stiegen nur um 1%, aber die Zusatzeinnahmen, wie Sitzplatzreservierungen und beschleunigtes Einsteigen, kletterten um 12%.

Der Konzern nutzt den Preiskampf, um Marktanteile zu gewinnen. Das Passagieraufkommen stieg um 6% auf 30,4 Mio, und die Auslastung betrug 96% (+1%). Es wurde ein Gewinnplus von 12% erwirtschaftet. Trotz der negativen Presse rund um das Gewerkschaftsthema wurde das Gewinnziel von 1,4 bis 1,45 Mrd € bestätigt.

Veränderung muss nichts Schlechtes sein

Die Prognose für das Passagieraufkommen wurde von 129 auf 130 Mio angehoben. Für 2019 geht O`Leary von einem Passagierwachstum von 6% auf 138 Mio aus. Ob daraus höhere Gewinne resultieren, ist vorerst fraglich. Auf der Kostenseite werden höhere Lohnabschlüsse und Kerosinpreise belasten. Zudem sollen die Ticketpreise niedrig gehalten werden. Das spricht für uns dafür, dass die Airline einerseits etwas für ihr Image tut und andererseits viele positive Alleinstellungsmerkmale erhalten bleiben. Das dürfte dem künftigen Geschäft zu Gute kommen. Merken Sie sich die Aktie unbedingt vor!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.