Biontech im Corona-Fieber

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Biontech konnte zuletzt Fortschritte mit seinem Corona-Impfstoff erzielen. Die Chancen mit der Aktie sind hoch, aber auch die Risiken. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die Hoffnungen auf einen schnellen Impfstoff gegen das Coronavirus haben zuletzt immer stärker zugenommen. Ein Unternehmen, das sich gerade mit diesem Impfstoff beschäftigt, ist die deutsche Biontech SE, die ich Ihnen heute näher vorstellen möchte.

Kurzportrait

Die Biontech SE ist ein in Deutschland ansässiges Biotechnologieunternehmen und konzentriert sich auf patientenspezifische Immuntherapien zur Behandlung von Krebs und anderen schweren Erkrankungen und hat derzeit den Fokus auf Corona geworfen. Dabei wird vom Konzern eine breite Produktpipeline unter Verwendung verschiedener wissenschaftlicher Ansätze und Technologieplattformen verwendet, einschließlich individualisierter mRNA-basierter Produktkandidaten, chimärer Antigenrezeptor-T-Zellen, Checkpoint-Immunmodulatoren, gezielter Krebsantikörper und kleiner Moleküle.

Selbstverständlich hat das Unternehmen bislang noch keine Gewinne abwerfen können und der Blick auf die Kennziffern wie KGV, Dividendenrendite usw. erübrigt sich – dennoch erscheint der Wert derzeit sehr aussichtsreich.

Kennziffern zum ersten Quartal

Die Gesamteinnahmen, die hauptsächlich aus Einnahmen aus Kooperationsvereinbarungen bestehen, beliefen sich in den drei Monaten bis zum 31. März 2020 auf 27,7 Mio. Euro, verglichen mit 26,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Insgesamt belief sich der Nettoverlust im 1. Quartal auf 53,4 Mio. Euro, verglichen mit einem Nettoverlust von 40,8 Mio. Euro in den drei Monaten bis zum 31. März 2019. Die Quartalszahlen zum 2. Quartal werden Mitte August veröffentlicht.

Erfolgreiche Kapitalerhöhung

Doch bereits zum Wochenauftakt gab es Nachrichten, die aufhorchen ließen: Das Biotech-Unternehmen hat sich mit einer Kapitalerhöhung eine halbe Milliarde US-Dollar besorgt. Mit dem Verkauf von 5,5 Mio. sogenannter ADRs konnten brutto 512 Mio. US- Dollar eingenommen werden.

Dabei befand sich unter den Interessenten auch Pfizer. Der US-Pharmakonzern will zusammen mit anderen neuen oder bestehenden Aktionären rund 200 Millionen US-Dollar in Biontech investieren. Biontech und Pfizer arbeiten derzeit bei der Entwicklung eines möglichen Covid-19-Impfstoffes zusammen.

Lieferverträge bereits unterschrieben

Beide Unternehmen wollen hunderte Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs gegen Covid-19 in die USA liefern und haben eine entsprechende Vereinbarung mit den US-Behörden bereits in der vergangenen Woche unterzeichnet. Eine Unterzeichnung für einen Impfstoff, den es derzeit noch gar nicht gibt – bzw. der sich in der klinischen Entwicklung befindet. Sollte es zu einer Genehmigung kommen, so erhalten die USA zunächst 100 Mio. Impfstoffdosen, hieß es. Nach deren Lieferung zahlt die US-Regierung 1,95 Mrd. US-Dollar und hat die Möglichkeit, weitere 500 Mio. Dosen zu erwerben.

Doch auch mit Großbritannien wurde eine Liefervereinbarung geschlossen – hier geht es um 30 Mio. Impfstoffdosen. Mit anderen Ländern befindet man sich in Verhandlungen, so beide Unternehmen.

Und der Impfstoff selbst?

Insgesamt vier Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer befinden sich derzeit in der Pipeline und durchlaufen in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II. Für zwei dieser Kandidaten genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA kürzlich ein beschleunigtes Zulassungsverfahren. Die ersten Ergebnisse seien ermutigend, so wurde verlautbart.

Risikoreiches Investment

Auch wenn derzeit ein Investment in diesen Biotech-Wert attraktiv erscheint, sollte Sie immer berücksichtigen, dass ein Rückschlag bei der Forschung des Impfstoffs bzw. gar ein Scheitern für einen deutlichen Rücksetzer der Aktie sorgen wird. Immerhin scheitern über 90% aller Impfstoffe in der Entwicklungsphase. Neben den Chancen sind also auch die Risiken hoch.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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