Biotech-Aktien: Das sind die 3 interessantesten Unternehmen

Die derzeit 3 interessantesten Unternehmen der Biotech-Branche sind Biogen Idec, Gilead Sciences und BB Biotech. Hier lohnt sich ein genauerer Blick. (Foto: l i g h t p o e t / Shutterstock.com)

Die hohe Nachfrage nach SPINRAZA hat der Umsatzentwicklung von Biogen Auftrieb gegeben.

So wurde der Umsatz im abgelaufenen Jahr um 7% auf 12,3 Mrd. $ gesteigert, obwohl das Geschäft mit Hämophilie-Produkten in eine neue Gesellschaft ausgegliedert wurde. Bereinigt um den Spin-off wurde der Umsatz um 15% gesteigert. Im Kerngeschäft mit Medikamenten gegen Multiple Sklerose (MS) ließ das Wachstum erwartungsgemäß nach.

SPINRAZA erzielte dagegen bereits ein Jahr nach der Marktzulassung Umsätze von 884 Mio. $. Und der Trend zeigt deutlich nach oben. Im 4. Quartal brachte das Mittel 363 Mio. $ ein. Damit hat Biogen künftig 4 Blockbuster mit Milliardenumsätzen in der Produkt-Pipeline. Zudem wird die Abhängigkeit von MS-Produkten mit SPINRAZA reduziert.

Der Ausblick zeigt, dass das Geschäft mit MS weiterhin keine großen Zuwächse erwarten lässt

Für 2018 stellt Biogen einen Umsatz von 12,7 bis 13 Mrd. $ in Aussicht. Die Prognose für den Gewinn läuft auf einen Ertrag von rund 4,8 Mrd. $ hinaus. Das ist ein sehr guter Wert, muss jedoch angesichts der außerordentlichen Aufwendungen von 1,4 Mrd. $ im Jahr 2017 etwas relativiert werden. Allein die Steuerreform in den USA belastete die Ertragslage einmalig mit 1,2 Mrd. $.

Angesichts des Durchbruchs mit SPINRAZA und der gut gefüllten Forschungs-Pipeline blicken wir weiterhin optimistisch in die Zukunft. 2 Forschungskandidaten gegen Alzheimer befinden sich in der spätklinischen Forschungsphase III und könnten demnächst die Marktreife erreichen.

Unternehmensporträt

Biogen Idec ist im November 2003 aus der Fusion von Biogen und Idec Pharmaceuticals entstanden. Der Konzern entwickelt, produziert und vermarktet biotechnisch hergestellte pharmazeutische Produkte mit Fokus auf Krebsmedikamente und die Behandlung von Immunkrankheiten. Wichtigste Produkte sind Avonex und Tecfidera gegen Multiple Sklerose und Rituxan gegen Krebs.

Gilead Sciences sieht nach 2 schwierigen Geschäftsjahren wieder besseren Zeiten entgegen

In 2017 führten die anhaltenden Umsatzverluste mit Hepatitis-C-Mitteln zu einem weiteren Umsatzrückgang auf 26,1 Mrd. $. Zudem musste Gilead aufgrund der Steuerreform in den USA einen hohen Einmalaufwand im 4. Quartal verkraften. Aufgrund des hohen Anteils des Hepatitis-Geschäfts am Konzernumsatz war

Gilead besonders von den staatlich verordneten Preissenkungen und der verschärften Konkurrenzsituation betroffen. Das Schlimmste ist inzwischen verdaut. Trug das Segment vor 2 Jahren noch 60% zu den Produktumsätzen bei, waren es im 4. Quartal 2017 nur noch weniger als ein Viertel.

Die Produkt-Pipeline ist weiterhin gut gefüllt

Im Oktober erhielt Gilead die Marktzulassung von der US-Gesundheitsbehörde für das Blutkrebsmittel Yescarta. Dabei handelt es sich um eine neuartige Krebsimmuntherapie, bei der gentechnologisch veränderte T-Zellen zum Einsatz kommen. Das Forschungsfeld wurde jüngst durch die Übernahme von Kite Pharma gestärkt. Zudem befindet sich mit Filgotinib, dass in Partnerschaft mit Galapagos entwickelt wird (ein aussichtsreicher Wirkstoff im Einsatz gegen Morbus Crohn und rheumatoide Arthritis) in der spätklinischen Forschungsphase III.

Ich gehe davon aus, dass Gilead ab 2019 wieder in eine Wachstumsphase treten wird. Die umfangreichen Aktienrückkäufe werden mit zu einem Anstieg des Gewinns pro Aktie beitragen. Gilead ist fundamental sehr niedrig bewertet und verfügt über eine sehr hohe Liquidität.

Unternehmensporträt

Gilead Sciences entwickelt Therapeutika gegen Krebs und Infektionskrankheiten wie Grippe, Hepatitis und HIV. Im Bereich HIV ist Gilead Marktführer. Gilead verfügt zurzeit über mehrere marktreife Produkte: Harvoni, Sovaldi, Atripla, Tamiflu, Vistide, Stribild, Hepsera, Atripla, Truvada und Emtriva. Die Produkte werden weltweit vermarktet. Roche, Pharmacia und Bristol-Myers Squibb sind strategische Partner.

BB Biotech blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück

Das Portfolio verzeichnete eine Gesamtrendite von 23% in SFr. und übertraf den Leitindex Nasdaq Biotech deutlich. Aktionäre aus dem Euroraum kamen trotz der deutlichen Aufwertung des Euros auf eine immerhin noch ansehnliche Rendite von 13%. Die positive Wertentwicklung spiegelt sich in einem vorläufigen Unternehmensgewinn von 688 Mio. SFr. wider.

Die Aktionäre sollen mit einer attraktiven Dividende von 3,30 SFr. pro Aktie an der guten Portfolio-Entwicklung partizipieren. Zudem plant das Management mit Aktienrückkäufen von bis zu 5% des Aktienkapitals. Damit bleibt BB Biotech seiner Ausschüttungspolitik treu, den Aktionären eine Kapitalrückführung von bis zu 10% pro Jahr zu ermöglichen. Der Ausblick stellt sich im Hinblick auf die Innovationskraft der Branche besser denn je dar. Dies belegt die hohe Zahl an Marktzulassungen.

BB Biotech verfügt über ein starkes Beteiligungsportfolio

Die Hoffnungen ruhen vor allem auf den Beteiligungen Ionis Pharmaceuticals, Celgene und Incyte, die nahezu 30% des Portfolios ausmachen. Zu den weiteren, wesentlichen Beteiligungen zählen Neurocrine Biosciences, Vertex Pharmaceuticals, Gilead Sciences und Radius Health.

Die Bedenken von Marktteilnehmern hinsichtlich einer Einschränkung der Preisgestaltung von Arzneimitteln durch die US-Regierung betrachtet BB Biotech „eher sporadisch als systematisch“. Rückenwind verspricht sich das Management dagegen von der Beschleunigung der Prüfverfahren für dringend benötigte Medikamente.

Unternehmensporträt

BB Biotech beteiligt sich an den erfolgreichsten Gesellschaften und ist heute einer der weltweit größten Anleger in dieser Branche. Der Fokus der Beteiligungen liegt auf börsennotierten Unternehmen, die sich auf die Entwicklung und Vermarktung neuartiger Medikamente konzentrieren. Für die Selektion stützt sich BB Biotech auf die Analyse von Ärzten und Molekularbiologen.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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