Biotech-Aktien: Des einen Leid, des anderen Freud

Die Biotechnologie-Branche ist hart umkämpft. Die Konkurrenz ist groß.

Allein in den USA gibt es 342 börsennotierte Biotech- Unternehmen. Das kann langfristig nicht gut gehen, denn das Geschäft ist teuer. Vor allem die hohen Ausgaben für die Forschung und Entwicklung treibt kleinere Unternehmen in die Pleite.

Bis ein Medikament entwickelt, getestet und auf den Markt gebracht werden kann, können Jahre vergehen. Haben sich die Unternehmen kein ausreichendes Kapitalpolster zugelegt, wird die volle Härte des Wettbewerbs zuschlagen.

Nur eine Handvoll Unternehmen kann sich das teure Geschäft langfristig leisten und wird am Ende ordentlich verdienen. Das Scheitern der kleineren Unternehmen können sich die erfolgreichen Konzerne zu Nutze machen, denn oftmals stehen noch etliche Medikamente in der Pipeline.

Nicht selten sind umfangreiche Patente oder gute Ideen vorhanden. Kurz vor der Pleite werden kleinere Unternehmen aufgekauft. Die Marktmacht der Top-Konzerne wächst dadurch weiter.

Klare Gewinner …

Zwei dieser Top-Konzerne sind Biogen Idec und Gilead Sciences. Beide Unternehmen befinden sich voll auf Erfolgskurs und haben 2014 erneut Rekordergebnisse eingefahren.

Vor allem die Marktreife von innovativen Medikamenten hat die Kassen klingeln lassen. Biogen hat seinen Umsatz um 40% gesteigert und fast die 10 Mrd Dollar-Marke erreicht. Der Konzern hat eine neue Tablette entwickelt, womit sich das lästige Spritzen vermeiden lässt.

Multiple-Sklerose-Patienten sind begeistert. Die Konkurrenz hat nichts entgegenzusetzen; und Biogen hat noch weitere Produkte in der Pipeline. Auch Gilead kann mit seiner operativen Geschäftsentwicklung überzeugen.

Der Umsatz hat sich mehr als verdoppelt, der Gewinn sogar vervierfacht. Mit der Markteinführung eines neues Medikaments hat Gilead den Grundstein für den weiteren Erfolg bereits gelegt.

… und Verlierer

Aber es gibt nicht nur schwarz und weiß. Nicht nur die kleinen Biotech-Unternehmen haben es schwer in dieser Branche zu überleben und langfristig erfolgreich zu bleiben.

Selbst etablierte Biotech-Riesen wie die Lonza AG und Qiagen haben mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Beide Konzerne haben für das Geschäftsjahr 2014 zwar ein starkes Zahlenwerk vorgelegt, doch auf den zweiten Blick werden die tief sitzenden Probleme deutlich.

Der Anschluss zu den Branchenführern ist schon längst verpasst. Der Wachstumskurs ist eingeschlafen und kann nicht mit dem starken Zuwachs von Biogen oder Gilead mithalten. Lonza und Qiagen stehen vor einem schwierigen Umstrukturierungsprozess, der langfristig aber überdurchschnittliche Gewinne abwerfen könnte.

Lonza möchte seine Konzernstruktur besser und effizienter auf den Markt ausrichten und erhofft sich dadurch eine höhere Kundenzufriedenheit. Qiagen setzt dagegen auf die Kombination von Biotech und IT. Mit richtungsweisenden Akquisitionen wurde der interdisziplinäre Geschäftsbereich verstärkt.

Neue Analysecomputer sollen den Konzern nach der Umstrukturierung erfolgreicher machen als je zuvor.

25. März 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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