Biotech-Aktien: Positiver Ausblick nach schwächerem Jahr

Biotech Labor Forschung – shutterstock_517925923 l i g h t p o e t

Nach einem eher schwachen Jahr 2018 stehen die Börsenampeln für Biotech-Aktien in diesem Jahr wieder auf grün. (Foto: l i g h t p o e t / Shutterstock.com)

Die Aktienkurse von Biotechnologie-Unternehmen gaben 2018 auf breiter Front nach. Neben dem allgemein schwächeren Marktsentiment trübten die anhaltenden Debatten über die Einführung von staatlichen Preiskontrollen im US-Gesundheitsmarkt die Stimmung.

Dass die Aktienkurse teilweise übertrieben gefallen sind, zeigt die bevorstehende Milliardenübernahme von Celgene durch den Pharmakonzern Bristol- Myers Squibb. Die Kursaussichten stellen sich mit Blick auf die hohe Innovationskraft der Branche sowie die niedrigen Aktienbewertungen insgesamt verbessert dar.

Anhaltend hohe Zahl an Marktzulassungen

Ein guter Indikator für die Innovationskraft der Branche ist die Zahl der Marktzulassungen. Allein im 4. Quartal meldete die US-Zulassungsbehörde FDA die Zulassung für 18 neue Arzneimittel, womit die Zahl der Zulassungen im Gesamtjahr auf den Rekordwert von 59 stieg. Zudem belegen der hohe Kapitalbedarf der zahlreichen Börsengänge sowie die zahlreichen Kapitalerhöhungen bei kleineren Unternehmen die hohe Forschungsintensität der Branche sowie das Vertrauen der Investoren.

BB Biotech nutzt die niedrigen Aktienkurse zum Kauf

BB Biotech nutzte das Marktumfeld für die Aufstockung ihrer bestehenden Beteiligungen an mittelgroßen Firmen wie Neurocrine, Agios, Alnylam und Sage sowie zum Ausbau der Engagements in Argenx, Nektar, Myokardia und G1 Therapeutics. Zudem investierte die Gesellschaft in Moderna Therapeutics in Form einer Beteiligung am Börsengang sowie durch eine Aufstockung des Anteils.

Als weitere Investition preist das Unternehmen Kezar Life Sciences an. Das Unternehmen ist auf die Erforschung von Autoimmunerkrankungen spezialisiert. Darüber hinaus wurden erste Positionen bei Sangamo und Audentes besetzt. Beide Unternehmen sind im Bereich der Gentherapien tätig.

Weitere technologische Durchbrüche erwartet

Angesichts der fortschreitenden technologischen Fortschritte, die neuartige Behandlungsmethoden ermöglichen, konzentriert sich BB Biotech nicht nur auf die Bereiche Onkologie, seltene Krankheiten oder neurologische Indikationen, sondern zunehmend auf Zukunftstechnologien, die neuartige Behandlungsmethoden ermöglichen. Dazu zählen zum Beispiel RNA-basierte Arzneimittel, die sich derzeit für seltene und schwere Erkrankungen in der frühen Marktlancierung befinden, künftig aber auch größeren Patientengruppen zugänglich gemacht werden sollen.

Hohes Potenzial bei RNA-basierten Arzneimitteln

Während herkömmliche Arzneimittel häufig auf bestimmte Proteine abzielen, die im Krankheitsprozess eine entscheidende Rolle spielen, greifen Therapeutika, die auf Ribonukleinsäure (RNA) basieren, in die fehlerhaften Vorgänge ein – und zwar bevor die Eiweiße überhaupt entstehen. Ein Beispiel ist Nusinersen, der erste Wirkstoff zur Behandlung von spinaler Muskelatrophie (SMA).

SMA ist die häufigste, genetisch bedingte Todesursache bei Kleinkindern und Säuglingen. Der Defekt eines Gens führt hier dazu, dass nicht genügend überlebenswichtige Proteine gebildet werden. Die Folge ist Muskelschwund. Nusinersen setzt an einem nahezu identischen Gen an und verändert es so, dass es das funktionsfähige Protein herstellen kann und somit die Aufgabe des defekten Gens übernimmt.

Biogen Idec hat mit Spinraza ein RNA-basiertes Medikament auf Basis von Nusinersen auf den Markt gebracht. Das Präparat schaffte bereits zwei Jahre nach Marktzulassung einen Umsatz über 1 Mrd. $ in den ersten 9 Monaten.

Biotech Labor Forschung – shutterstock_517925923 l i g h t p o e t

Biotech-Aktien: Getrübte Stimmung nach gutem JahresauftaktAus Sorgen über Einschränkungen von Aufsichtsbehörden bei Fusionen & Übernahmen trübt sich die Stimmung bei den Biotech-Aktien. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Volker Gelfarth. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz