Biotech-Aktien: Steigende Zahl an Zulassungen treibt die Kurse

Alleine in den USA haben sich die Zulassungszahlen von neuen Medikamenten im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. (Foto: Konstantin Kolosov / shutterstock,com)

Im abgelaufenen Jahr erreichten allein in den USA 40 Medikamente die Marktzulassung von der Gesundheitsbehörde FDA.

Das waren in etwa doppelt so viele Zulassungen wie im Vorjahr. So hat sich der Branchenindex Nasdaq Biotech nach den enttäuschenden Jahren 2015 und 2016 deutlich erholt. Angesichts der historisch niedrigen Aktienbewertungen dürfte sich der Aufwärtstrend langfristig fortsetzen.

Die Branche bekräftigt ihre Innovationskraft

Zu den wesentlichen Innovationen gehörte die Entwicklung SPINRAZA durch Biogen. SPINRAZA ist das erste in den USA zugelassene Medikament zur Behandlung spinaler Muskelatrophie (SMA) bei Kindern. Dabei handelt es sich um einen genetisch bedingten Muskelschwund, der bei Kleinkindern häufig zum Tod führt. Hervorzuheben war auch die Markteinführung von Yescarta als eines der ersten genveränderten, zellbasierten Krebstherapien durch Gilead Sciences.

Celgene stellt nach dem Kursrückschlag eine langfristige Kaufchance dar

Erfahrungsgemäß müssen auch immer wieder vereinzelte Rückschläge in der Forschung einkalkuliert werden. So meldete Celgene enttäuschende Forschungsdaten für Mongersen, einem Präparat, das zur Behandlung von Morbus Crohn getestet wurde. Ich halte die Reaktion des Marktes jedoch für übertrieben, da Celgene weiterhin über eine starke Produkt-Pipeline sowie aussichtsreiche Kandidaten in der klinischen Forschung verfügt.

Die langfristigen Prognosen wurden daher nur geringfügig angepasst. Celgene-Aktien sind historisch sehr günstig bewertet, obwohl das Unternehmen anhaltend hohe Wachstumsraten in Aussicht stellt. Ich sehe daher langfristig überdurchschnittliches Potenzial für die Aktie. Die Entwicklung auf Sicht von 6 bis 12 Monaten wird insbesondere von den weiteren Forschungsdaten im laufenden Jahr abhängen.

BB Biotech schlägt den Index und setzt weiter auf Celgene

Die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech (5411) überzeugte mit einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung des Portfolios, obwohl die negative Kursentwicklung der Beteiligung Celgene negativ zu Buche schlug. Dies zeigt klar, dass die positiven Nachrichten aktuell überwiegen. Den Kursrückschlag bei Celgene, das mit einem Portfolio-Anteil von 9,6% die zweitgrößte Depot-Position darstellt, sieht das Management von BB Biotech als klare Kaufchance.

Neben der starken Produkt- Pipeline hat Celgene unter anderem mit Ozanimod einen aussichtsreichen Forschungskandidaten in der Entwicklung. Das Präparat wird zur Behandlung von Multiple Sklerose und Magen-Darm-Entzündungen getestet.

Positiver Ausblick auf Sicht von 3 bis 5 Jahren

Wie die Entwicklung bei Celgene zeigt, müssen zwar deutliche Kursrückschläge einkalkuliert werden. Die langfristigen Aussichten erscheinen jedoch besser als je zuvor. Die hohe Zahl an Marktzulassungen unterstreicht die Innovationskraft der Branche. Dabei sind die Aktien im historischen Vergleich sehr günstig bewertet. Auch im Hinblick auf die geringe Konjunktursensitivität sollten Biotech-Aktien in einem gut diversifizierten Aktien-Portfolio nicht gänzlich fehlen.

Das Risiko mit der Wahl eines Einzeltitels daneben zu liegen, kann durch eine gute Diversifikation eingedämmt werden. Ich setzte daher weiterhin auf BB Biotech, die zudem den Vorteil einer guten Dividendenrendite bieten, was langfristig für eine zusätzliche Stabilität in der Renditeentwicklung sorgt.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.