Biotech-Branche: Geprägt durch starkes Wachstum

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Kaum eine andere Branche wächst wie die Biotech-Branche und das schon seit Jahren. Es gibt viele Gewinner und nur wenig Verlierer. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Die Biotech-Branche zählt zu den am schnellsten wachsenden Branchen weltweit. Eine wichtige Rolle spielen dabei Konsolidierungen, die Fusionen und die Übernahmen.

In einem Umfeld, das durch niedrige Zinsen, solide Bilanzen und bahnbrechende Innovationen von Start-Up-Unternehmen geprägt ist, stehen Übernahmen von Produkten und ganzen Produktpaletten weiterhin im Vordergrund.

BB Biotech besser als Branche

BB Biotech hat genau das erkannt und beteiligt sich deshalb nur an den erfolgreichsten Unternehmen. Darunter haben es aber auch junge Unternehmen geschafft, die ein besonders hohes Wachstumspotenzial aufweisen.

Mit diesem ausgewogenen Unternehmensportfolio hat sich BB Biotech besser entwickelt als die ganze Branche an sich. Das operative Ergebnis stieg um 170% auf 741 Mio SFr. Der Gewinn legte um 180% zu. Der starke Franken ist für den Konzern sogar ein Vorteil, denn Beteiligungen in Fremdwährungen können günstiger nachgekauft werden.

Die Subunternehmen bilanzieren und handeln meist in Dollar oder Euro. Damit stellen die Währungsunterschiede für BB Biotech noch einen zusätzlichen Hebel dar.

Forschungserfolge prägen Rekordgeschichten

Biogen Idec und Gilead Sciences zählen bei den Einzelwerten zu den klaren Gewinnern der Branche. Beide Konzerne führen das Feld mit innovativen Medikamenten an. Biogen musste sogar seine Produktionsanlagen vergrößern, um die hohe Nachfrage überhaupt bedienen zu können. Mit Tecfidera hat Biogen ein neues Mittel gegen Multiple Sklerose auf den Markt gebracht, das nicht mehr gespritzt werden muss, sondern bequem in Tablettenform eingenommen wird.

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Damit hat der Konzern wohl genau die Bedürfnisse des Marktes erkannt, denn die Nachfrage in den ersten Monaten spricht eine klare Sprache. In kürzester Zeit hat das Medikament rund 10 Mrd $ eingebracht. Insgesamt stieg der Umsatz um 13%. Der Gewinn legte sogar um fast 50% zu. Auch Gilead kann vergleichbare Erfolge vorweisen.

Neben seinem margenstarken HIV- und Hepatitis-Geschäft möchte der Biotechkonzern jetzt durch den Kampf gegen Blutkrebs weiter wachsen. Mit dem neuen Medikament Zydeling sollen jährlich 1 bis 2 Mrd $ in die Kassen gespült werden. Bislang beläuft der Umsatz des Mittels auf 250 Mio $. Die Jahresziele für dieses Medikament können also durchaus noch erreicht werden.

Gut ist nicht gut genug

Auch Amgen und Celgene konnten eine hervorragende Halbjahresperformance hinlegen. Mit den Erfolgen von BB Biotech, Biogen und Gilead können die beiden Konzerne aber nicht mithalten. Amgen erzielte ein Umsatzplus von 7% und liegt damit unter unserem durchschnittlichen Branchenwachstum.

Dafür konnte der Gewinn aber um ein Viertel zulegen. Amgen hat neue Medikamente auf den Markt gebracht und möchte das profitable Wachstum im laufenden Geschäftsjahr ohne Kompromisse fortführen.

Bei Celgene waren die Zahlen sogar noch besser als bei Amgen. Allerdings ist Celgene abhängig von seinen beiden erfolgreichsten Medikamenten Revmilid und Abraxane. Daher ist das Wachstumspotenzial etwas geringer als bei Amgen oder den Anführern der Branche.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.