Biotech-Branche gerät ins Visier der Gesundheits-Politik

Der Nasdaq Biotechnology Index verlor auf Jahressicht 23% an Wert und bewegt sich auf einem 2-Jahres-Tief.

Das negative Branchen-Sentiment ging auch an unseren Favoriten nicht vorbei:

Am härtesten traf es Gilead Sciences mit einem Minus von 33%. Aktien von BB Biotech vergünstigten sich um 22%.

Biogen Idec hat sich mit einem Minus von 7% deutlich besser als der Branchen-Index geschlagen. Amgen legte gegen den Trend um 1% zu.

Die Tiefststände erklären sich vor allem mit den anhaltenden Diskussionen um Gesundheits-Reformen.

Angesichts des wachsenden Widerstandes der Krankenversicherer, die teure Behandlung mit Medikamenten zu bewilligen, fürchten Investoren Preis- und Umsatz-Dämpfer.

Das Wachstum der Branche dürfte weiter anhalten

Eine von BB Biotech initiierte Experten-Gruppe, die sich mit den Trends zur Kosten-Erstattung bei Arzneimitteln befasste, kam zu dem Schluss, dass Entwickler für echte Innovationen weiterhin hohe Preise verlangen können.

Das deckt sich auch mit unseren Beobachtungen:

Wie die jüngsten Quartalszahlen zeigen, sind im Einzelfall durchaus Gewinn-Einbußen möglich. Einen branchenweiten Trend können aber auch wir nicht erkennen.

Während Gilead bei dem Produkt Harvoni die Preise senken musste und hinter den Erwartungen zurückblieb, waren die meisten Unternehmen auf Wachstumskurs und erhöhten ihre Gewinn-Erwartungen.

Gilead bleibt langfristig gut aufgestellt

Bei Gilead kam erschwerend hinzu, dass der Harvoni-Umsatz durch konkurrierende Produkte belastet wurde, die deutlich günstiger angeboten wurden.

Sind die Preissenkungen erst einmal verdaut, kann Gilead wie gewohnt weiter wachsen.

Neben der gut gefüllten Produkt- Pipeline verfügt das Unternehmen zudem über aussichtsreiche Produkt-Kandidaten in der klinischen Forschung.

Dazu gehören 25 Präparate, davon 7 in der frühklinischen Forschungs-Phase I, 12 in der fortgeschrittenen Phase II und 6 in der spätklinischen Phase III.

Vor diesem Hintergrund erscheint Gilead mit einem KGV von 7 günstig bewertet.

Niedrige Aktienkurse nutzen Big-Playern wie Gilead und Biogen

Mit den aktuell niedrigen Aktien-Bewertungen steigt der Anreiz für Fusionen und Übernahmen.

Davon profitieren insbesondere die Großen der Branche, die sich dank ihrer Finanzkraft günstig neues Wissen einkaufen und ihre Forschungs- und Produkt-Pipelines erweitern können.

So bietet das derzeitige Umfeld eine gute Chance, mit wertschaffenden Akquisitionen zu wachsen. Darüber hinaus hat das niedrige Kursniveau den Vorteil, dass es die Aktienrückkauf-Programme attraktiver macht.

Je niedriger die Kurse, desto mehr Aktien können zurückgekauft werden. Damit sind Aktienrückkäufe gegenüber Dividenden derzeit klar im Vorteil.

Historisch günstige Aktienkurse locken zu einem Einstieg

Wer das Risiko von Biotech-Aktien nicht scheute, ist langfristig sehr gut gefahren. Der Nasdaq Biotechnology Index ist auf 5-Jahres-Sicht immerhin noch 231% im Plus.

Unsere Favoriten Gilead Sciences, Biogen Idec, Amgen und BB Biotech haben sich deutlich besser als der Index entwickelt, sind aber gemessen am KGV historisch günstig bewertet.

Die Experten von BB Biotech sehen die Branche dank hervorragender Leistungen und dem Erreichen zahlreicher Meilensteine unverändert positiv aufgestellt.

7. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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