Biotech-Firma Ablynx: Das riecht nach nächstem Deal mit satter Prämie

In der Biotechbranche bahnt sich der nächste Milliardendeal an. Noch will der Übernahme-Kandidat nichts von einem Deal wissen, doch Novo Nordisk wird nicht einfach wieder gehen. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Am vergangenen Freitag hat Ihnen der Übernahme-Sensor wertvolle Tipps gegeben, die Ihren Erfolg bei Biotech-Investitionen erhöhen können. Grund für meinen Beitrag war das steigende Biotech-Interesse von deutschen Privatanlegern.

Da die Gewinnchancen in dem Bereich äußerst groß sind und die Aktienkurse rückbetrachtet hervorragend liefen, ist das Interesse verständlich. Biotechs sind aber nicht nur wegen der vielen starken Kursentwicklungen im Moment präsenter als sonst. Ein weiterer Grund ist die anhaltend hohe Übernahme-Aktivität in dem Sektor.

Dies liegt an den Pharma-Konzernen, die auf der Suche nach neuen Medikamenten sind, um nicht Umsatzeinbußen nach dem Ende des Patentschutzes hinnehmen zu müssen.

Da die Erforschung neuer Wirkstoffträger kostspielig ist und nur ein kleiner Prozentsatz es überhaupt bis zur Marktreife schafft, überlassen die Pharma-Konzerne die Forschung den Biotech-Unternehmen.

Entpuppt sich danni ein Unternehmen in der Forschung als besonders erfolgreich, dauert es meist nicht lange, bis es geschluckt wird.

Biotech-Sektor zuletzt mit über 70% durchschnittliche Übernahme-Prämie

Im Biotech-Bereich sind die Prämien auf den Aktienkurs höher als in anderen Branchen. Deutlich wird das auch an den jüngsten drei Übernahmen. Kurz vor Weihnachten zahlte der Schweizer Pharma-Riese Roche bei der Ignyta-Übernahme einen satten Aufschlag von 74% auf den Aktienkurs.

Vergangene Woche bot Takeda den TiGenix-Aktionären sogar 82% Aufschlag an. Und auch zu Beginn dieser Woche lockt wieder der große Biotech-Übernahme-Gewinn: Novo Nordisk bietet den Ablynx-Aktionären in der ersten Angebotsrunde einen Aufschlag von bis zu 66% auf den Aktienkurs und es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Prämie letztendlich noch viel höher liegt.

Novo Nordisk belohnt Aktionäre gleich doppeltMit dem dänischen Pharma-Konzern Novo Nordisk stelle ich Ihnen heute einen weiteren internationalen Dividenden-Champion vor. › mehr lesen

Novo Nordisk kassiert von Ablynx auch mit nachgebesserter Offerte einen Korb

Ablynx ist ein belgisches Biotech-Unternehmen, dass auf die Erforschung von therapeutischen Nanokörpern spezialisiert ist. Seit 2015 gibt es eine Kollaborationsvereinbarung mit Novo Nordisk, sodass die beiden Unternehmen eine gewisse Vorgeschichte haben.

Die hat auch die heiße Übernahme-Story. Bereits Anfang Dezember gaben die Dänen ein erstes Übernahme-Angebot für Ablynx ab. Doch wie auch die jetzige Offerte, wies Ablynx die damalige Offerte in Höhe von 26,75 Euro in bar als unzureichend zurück.

Übernahme-Sensor erwartet Deal – doch der Käufer muss nicht Novo Nordisk heißen

Das aktuelle Angebot lautet auf 28 Euro in bar und 2,50 Euro in Form einer erfolgsabhängigen Bezahlung (CVR).  Seit einigen Monaten ist die Ablynx-Aktie auch in den USA gelistet und dort stieg der Preis bereits höher.

Kurz vor Handelseröffnung wechselt das Papier zu 37,00 Dollar (etwa 30,80 Euro) den Besitzer – ein klares Zeichen dafür, dass der Markt mehr erwartet.

Auch der Übernahme-Sensor wäre wenig überrascht, wenn es hier zu einer Deal-Vereinbarung zu einem höheren Angebotspreis kommt. Dabei ist eine Einigung zwischen Novo Nordisk und Ablynx nur eine Möglichkeit. Auch andere Pharma-Konzerne dürften sich Ablynx jetzt genauer anschauen.

Nicht zu vergessen ist auch die langjährige Partnerschaft zwischen Ablynx und Merck, die noch bis 2019 geht und ursprünglich insgesamt 17 Programme umfasste. Gut möglich, dass Merck als weißer Ritter Ablynx zur Seite steht und die Novo Nordisk-Offerte auskontert. Es bleibt spannend!


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.