Bitcoin: Erneut in akuter Gefahr!

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Die Ruhe trügt: Im Bitcoin droht der nächste Abwärts-Zyklus. Die Voraussetzungen dafür wurden soeben geschaffen. (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

An den Aktienmärkten dürfte es heute nur wenig Bewegung geben: Die Wall Street bleibt wegen des Feiertages „Independence Day“ (Unabhängigkeitstag) geschlossen.

Um die Kryptowährungen ist es schon seit geraumer Zeit ziemlich ruhig geworden. Zumindest verglichen mit dem Hype, der zum Jahreswechsel 2017/18 herrschte. Meine ganz persönliche Wahrnehmung:

In letzten Viertel des vergangenen Jahres wurde mein eMail-Postfach regelrecht bombardiert mit Spam zum Thema Bitcoin. Meist wurde ich darin dazu gedrängt, mir doch auch eine „Scheibe“ von den möglichen, riesigen Gewinnen mit Kryptowährungen abzuschneiden.

Derzeit geschieht in dieser Hinsicht so gut wie gar nichts mehr. Doch die Ruhe ist trügerisch!

Bitcoin: Aufstieg und Fall (bis heute)

Zum Jahreswechsel 2017/18 herrschte ein regelrechter Hype um die Kryptowährungen. Das ist auch nicht wirklich verwunderlich, wenn wir uns noch einmal die Preisentwicklung des Bitcoin in jener Zeit in Erinnerung rufen.

Schauen wir dazu erst einmal auf den Langfrist-Chart:

Bitcoin: Aufstieg und Fall (bis heute)

Es wirkt auf den ersten Blick wie ein „normaler“ Kursanstieg: Doch tatsächlich hatte der Bitcoin von April bis Dezember 2017 sagenhafte +1.682% zugelegt!

Kein Wunder, das Anleger und Analysten angesichts solcher Kurssteigerungen „durchdrehten“.

Ich vermeide es übrigens bewusst, Begriffe wie „Wertsteigerung“ zu verwenden: Denn Kryptowährungen besitzen – im Gegensatz zu beispielsweise Aktien – keinen Wert.

Die Gefahren im Bitcoin sind aktuell größer als Sie glauben

Wenn Sie der rechten Skalierung keine Beachtung schenken, dann erscheint auch der gelb eingekreiste Preisrückgang seit Anfang dieses Jahres vergleichsweise harmlos. Fakt ist indes:

Vom Allzeithoch bei 19.265 USD ist die führende Kryptowährung in der Spitze um -70% abgestürzt. Im Zuge dieses Crashs dürfte so mancher Bitcoin-Investor Haus und Hof verloren haben.

Dabei wäre – mit Hilfe der Charttechnik – ein Großteil dieser immensen Verluste vermeidbar gewesen: Der Trend-Intensitäts-Indikator Relative Stärke Index generierte mit Ablauf des Januars 2018 ein massives Verkaufssignal (blaue Vertikale)!

Der langfristige Aufwärtstrend (grüne Linie) des Bitcoin ist noch immer intakt. Doch nun droht – aus charttechnischer Sicht – neue Gefahr.

Und sollte der langfristige Aufwärtstrend dabei gebrochen werden, können Sie sich sicherlich ausmalen, was mit der Leit-Kryptowährung und ihren zahlreichen Pendants geschieht …

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Der Abwärtstrend seit Dezember 2017 wurde just bestätigt

Schauen wir dazu einmal auf den folgenden Chart:

Bitcoin: Abwärtstrend seit Dezember 2017 wurde just bestätigt

Ende vergangener Woche erreichte der Bitcoin ein Zwischentief bei 5.834 USD. Was wie ein Aufsetzen auf eine Unterstützung (gestrichelte Horizontale) wirkt, ist tatsächlich ein neues Tief im laufenden Abwärts-Zyklus (blaue Pfeile). Und das hat Konsequenzen:

Das neue Tief ist nämlich eine Bestätigung des seit Dezember 2017 andauernden Abwärtstrends. Und das erfordert eine Neu-Justierung der bisherigen Abwärtstrendlinie (gestrichelte rote Linie):

Das Rekordhoch muss nun mit dem letzten markanten Hoch verbunden werden, welches dem jüngsten Tief vorausgeht. Ich habe das für Sie im Chart mit der durchgezogenen roten Linie gemacht.

Alles kam wie erwartet!

Exakt diese Entwicklung hatte ich Ihnen übrigens bereits vor genau 6 Wochen hier in Chartanalyse-Trends „angekündigt“. Am 23. Mai lautete mein charttechnisches Fazit:

„Es scheint, als sei der Abwärtstrend seit Dezember 2017 in der letzten Aprilwoche nach oben verlassen worden (gelber Kreis). Das sollten Sie indes mit Vorsicht genießen:

Der Ausbruch zeigte zum einen keinerlei Dynamik. Zum anderen wurde das vorhergehende Zwischenhoch bei 11.790 USD (pinkfarbene Linie)nicht einmal ansatzweise erreicht, geschweige denn überboten.

Sobald der Bitcoin gegenüber dem US-Dollar unter das Tief vom Februar dieses Jahres bei 5.869 USD fällt, wissen Sie: Der Abwärtstrend ist wieder intakt – die Trendlinie muss dann neu justiert werden.“

Fazit

Warum die Gefahr eines weiteren kräftigen Kursabschwungs für den Bitcoin nun so akut ist, zeigt Ihnen auch der Schwung-Indikator im unteren Teil der Grafik:

Das 50-Tage-Momentum hat sich seit Mitte April dieses Jahres seitwärts bewegt (grüne Box). Diese Konsolidierung erfolgte indes weitgehend unterhalb der Nulllinie. Das sollten Sie bei der Betrachtung des Momentums stets im Hinterkopf behalten:

Bewegungen im Minusbereich bedeuten schlichtweg „negative Kursdynamik“ – AUCH wenn der Indikator sich lediglich seitwärts entwickelt. Die Abwärtsbewegung im Bitcoin seit April ist dafür quasi ein „Paradebeispiel“.

Und noch einen Punkt sollten Sie berücksichtigen: Trotz der kräftigen Erholung des Bitcoin zum Wochenauftakt ist der Indikator weiter gesunken:

Fällt das Momentum aus der Seitwärts-Bewegung seit April dieses Jahres heraus, dann wird der Bitcoin neue Abwärts-Dynamik entfalten!


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.