Bitcoin-Group-Aktie: Mehr als 50% Verlust in 6 Monaten

So kann es nach einem Kursrückgang von mehr als 50% in den vergangenen 6 Monaten mit der Aktie der Bitcoin Group weitergehen. (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

Am 4. Januar dieses Jahres habe ich Ihnen an dieser Stelle unter der Überschrift „Bitcoin Group: Mehr Blase geht kaum“ über das wohl bekannteste deutsche Unternehmen berichtet, das im Bereich der sogenannten Kryptowährungen tätig ist.

Schauen wir uns heute – ein knappes halbes Jahr später – noch einmal an, was seither passiert ist. Nachdem die Bitcoin-Group-Aktie im Dezember 2017 noch bei über 80 Euro notierte, war sie am 4. Januar – als ich letztmals über die Bitcoin Group schrieb – bereits auf 61,50 Euro abgerutscht. In der Folge ging es sogar weiter runter bis unter die 30-Euro-Marke.

Aktuell notiert die Bitcoin-Group-Aktie bei gut 38 Euro. Das bedeutet ausgehend von den Notierungen Mitte Dezember 2017 ein Minus von über 50% in gerade einmal 6 Monaten. Auch seit meiner letzten Besprechung der Aktie verlor sie gut 40% an Wert. Wer meiner Einschätzung gefolgt ist und die Finger von der Aktie gelassen hat, konnte sich einen deutlichen Verlust ersparen.

Wenn Sie bedenken, dass der Bitcoin selbst (die größte und bekannteste Kryptowährung) seit Dezember 2017 sogar beinahe 70% an Wert eingebüßt hat, sehen Sie, dass die Bitcoin-Group-Aktie womöglich sogar noch weiteres Abwärtspotenzial hat.

Geschäftsmodell und Zahlen der Bitcoin Group

Die Bitcoin Group betreibt zusammen mit der in München ansässigen Fidor Bank einen Bitcoin-Handelsplatz. Das Unternehmen kam im Jahr 2017 auf einen Umsatz von 12,48 Mio. Euro und einen Vorsteuergewinn von 10,89 Mio. Euro.

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Die sich daraus ergebenden Bewertungskennzahlen (im Verhältnis zum aktuellen Kurs) sind weitaus moderater als die Bewertungskennzahlen, die sich auf Basis des 2016er Umsatzes und Gewinne ergeben.

Doch angesichts dessen, dass der große Bitcoin-Hype aus dem vergangenen Jahr vorüber zu sein scheint, dürfte das Unternehmen im laufenden Jahr bei Umsatz und Ergebnis womöglich kleinere Brötchen backen müssen. Das hätte zur Folge, dass auch die Bewertungskennzahlen wieder ansteigen würden.

Das Unternehmen selbst rechnet zwar mit weiterem Wachstum, doch ich bin da eher skeptisch. Auch meine allgemeine Skepsis im Hinblick auf Bitcoin und Co. möchte ich an dieser Stelle noch einmal unterstreichen.

Kryptowährungen aktuell nur für Spekulanten geeignet

Das hinter Bitcoin und Co. stehende Konzept – Digitalwährungen zu schaffen, die unabhängig von Staaten und Notenbanken sind – finde ich grundsätzlich gut. Allerdings sind die sogenannten digitalen Währungen im zurückliegenden Jahr zu einem reinen Spekulationsobjekt verkommen.

Daher sollten Sie sich nach meiner Einschätzung auch nur dann mit dem Kauf von Bitcoin und Co. befassen, wenn Sie sich selbst als Spekulant einstufen würden.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.