Bitcoin Group: Mehr Blase geht kaum

Erfahren Sie jetzt, was ich von der Aktie der Bitcoin Group halte und warum Bitcoin und Co. nicht als Währung taugen. (Foto: 3Dsculptor / Shutterstock.com)

Im Börsenjahr 2017 kamen Sie an einem Thema nicht vorbei. Die Rede ist von den Krypto-Währungen. Vor allem die bekannteste Krypto-Währung Bitcoin sorgte für Schlagzeilen. Kein Wunder: Schließlich legte der Bitcoin im vergangenen Jahr zwischenzeitlich um rund 1.900% zu.

Das bekannteste deutsche Unternehmen, das mit Bitcoin und anderen Krypto-Währungen zu tun hat, ist die Bitcoin Group. Die Aktie der Bitcoin Group legte im vergangenen Jahr in der Spitze um rund 1.500% zu und kam zwischenzeitlich auf einen Börsenwert von fast 450 Mio. Euro. Doch was steckt hinter diesem Unternehmen?

Diese Frage werde ich Ihnen jetzt beantworten. Darüber hinaus will ich Ihnen gerne erläutern, warum hier aus meiner Sicht eine gigantische Blase entstanden ist und warum nur diejenigen, die das Prinzip einer Währung nicht verstanden haben, Bitcoin und Co. als solide Währung bezeichnen können.

Was hinter der Bitcoin Group steckt

Die Bitcoin Group betreibt zusammen mit der in München ansässigen Fidor Bank einen Bitcoin-Handelsplatz. Das Unternehmen kam im Jahr 2016 auf kaum mehr als 1 Mio. Euro Umsatz. Um genau zu sein, waren es 1,13 Mio. Euro.

Wenn Sie daraus das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) gemessen am höchsten Kurs des vergangenen Jahres ableiten, kommen Sie auf einen Wert von 389! Zum Vergleich: Bei den meisten börsennotierten Unternehmen liegt das KUV bei Werten bis 5.

Selbst wenn Sie die Planzahlen für 2017 zur Berechnung des KUV heranziehen, kam die Bitcoin Group im vergangenen Jahr in der Spitze auf einen Wert von 45.

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Noch weitaus verrücktere Werte ergeben sich, wenn Sie sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) anschauen. Hier kommt die Bitcoin Group gemessen an den Zahlen von 2016 auf einen Wert von 4.473 (!). Auch hier ein Vergleich: Die 30 DAX-Unternehmen kommen auf ein historisches Durchschnitts-KGV von etwa 14.

Eine Berechnung anhand des 2017er-Gewinns ist nicht möglich, da das Unternehmen keine Prognose für den Nettogewinn abgegeben hat und sich somit auch kein Gewinn je Aktie ermitteln lässt. Ich gehe zwar davon aus, dass der Gewinn in 2017 deutlich über dem des Vorjahres liegt, dennoch dürfte sich auch auf dieser Basis ein astronomisches KGV ergeben.

Warum Bitcoin und Co. nicht als solide Währung taugen

Die wichtigste Eigenschaft einer soliden Währung ist (Preis-)Stabilität. Und genau die gibt es bei Bitcoin und Co. nicht. Da die sogenannten Krypto-Währungen regelmäßig auf Tagesbasis zweistellige Schwankungen aufweisen, sind sie schlichtweg nicht als Zahlungsmittel geeignet. Stellen Sie sich vor, der Euro würde auf Tagesbasis um 10 bis 30% schwanken. Es würde wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit Panik ausbrechen.

Abschließend möchte ich Sie noch wissen lassen, dass ich das hinter Bitcoin und Co. stehende Konzept – Digitalwährungen zu schaffen, die unabhängig von Staaten und Notenbanken sind – grundsätzlich für gut halte. Allerdings sind die digitalen Währungen im zurückliegenden Jahr zu einem reinen Spekulationsobjekt verkommen.

Daher sollten Sie sich nach meiner Einschätzung auch nur dann mit dem Kauf von Bitcoin und Co. befassen, wenn Sie sich selbst als Spekulant einstufen würden.

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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