Bitcoin: Neue Währung oder neue Blase?

Bitcoin: Was steckt hinter der elektronischen Währung? (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Bitcoins machen derzeit Schlagzeilen.

Der „Wechselkurs“ für die elektronische Währung stieg innerhalb weniger Monate von 100 $ auf über 1.000 $.

Heute möchte ich für Sie beleuchten, was es mit der Cyber-Währung auf sich hat.

Was sind Bitcoins?

Bei Bitcoins handelt es sich um eine eigenständige, elektronische Währung. Theoretisch zumindest können Bitcoins dazu genutzt werden, wie mit anderem Geld auch, Waren und Dienstleistungen zu bezahlen.

Bitcoins werden über mehrere Online-Börsen gehandelt. Wie bei allen „traditionellen“ Währungen ergibt sich ihr Preis – also der Wechselkurs – durch Angebot und Nachfrage der Marktteilnehmer.

Der Besitz von Bitcoins wird durch sogenannte „kryptographische Schlüssel“ nachgewiesen. Jede Geldtransaktion mit Bitcoins wird mit einer digitalen Signatur versehen. Die Daten werden in einem Netzwerk gespeichert

Die Geschichte der Bitcoins

Die Idee, eine eigenständige, elektronische Form von Geld zu schaffen, ist nicht neu. Bereits im Jahr 1994 schrieb das „Wired“-Magazin: „Elektronisches Geld wird nicht nur das Internet revolutionieren, sondern auch die globale Wirtschaft verändern.“

Vorreiter war der US-Amerikaner David Chaum. Er entwickelte bereits in den 80er Jahren – also lange bevor das Internet in seiner heutigen Form und Bedeutung existierte – „eCash“ als elektronische Zahlungsform.

eCash setzte sich letztlich nicht durch. Chaum hatte unterschätzt, wie viele Menschen später im Internet bereit sein würden, ihre persönlichen Kreditkartendaten anzugeben, um Zahlungen tätigen zu können.

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Doch anders als die Bitcoins handelte es sich bei eCash damals nicht um eine eigene Währung, sondern lediglich um eine Möglichkeit, um andere gesetzliche Zahlungsmittel in elektronischer Form auf dem Computer zu speichern.

Im Jahr 2009 wurden Bitcoins durch ihren Erfinder Satoshi Nakamoto eingeführt. Er wollte ein dezentrales und anonymes Geld schaffen, dass unabhängig von der Geldschöpfung der Noten- und Geschäftsbanken funktioniert.

Wie komme ich an Bitcoins und wo kann ich damit bezahlen?

Um an Bitcoins zu gelangen, müssen Sie die entsprechende Software installieren und können anschließend über eine der Online-Börsen, wie z.B. Bitcoin.de, beginnen zu handeln.

Sie können diese Währung auch bezahlen – zumindest theoretisch. Hier liegt eben das Problem: Bislang werden Bitcoins von kaum einem Online-Händler akzeptiert.

eBay plant zwar die Einführung von Bitcoins als Zahlungsmittel. Doch bislang noch ist das Zukunftsmusik.

Lohnt sich die Spekulation mit Bitcoins?

Der Anstieg des Bitcoin-Kurses von 100 $ auf zwischenzeitlich über 1.000 $ weckt natürlich die Gier von Spekulanten. In der Spitze wurden sogar Kurse über 1.200 $ erreicht. Kurz danach ging es abwärts auf unter 900 $. Momentan liegt der Kurs für einen Bitcoin bei rund 1.100 $.

Wie Sie sehen sind die Schwankungen hoch – und damit auch das Risiko. Ob sich der Kurs für Bitcoins in der nächsten Zeit verdoppelt oder halbiert? Ich weiß es nicht. Und das ist der springende Punkt: Die Kapitalanlage in Instrumente, die man nicht tiefgehend versteht, geht selten lange gut.

Natürlich können die Kurse für Bitcoins weiter steigen. Die „Währung“ kann sich allerdings auch schnell als Blase herausstellen. Einschätzen kann ich das nicht – anders als bei den Aktien, in die ich aus Überzeugung langfristig investiere.

Letztlich müssen Sie als Anleger selbst entscheiden, ob Sie spekulieren oder in Geldanlagen investieren wollen, die Sie auch wirklich verstehen.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.