Bitcoin oder Gold: Wer hat jetzt die Nase vorn?

Der Bitcoin-Preis steht massiv unter Druck. Auch beim Gold fehlen aktuell die positiven Impulse. Aber welche Anlage hat jetzt die Nase vorn? (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

In den vergangenen Monaten bin ich an dieser Stelle regelmäßig auch einmal auf die Entwicklung bei den Kryptowährungen eingegangen. Das lag auch an der wirklich dynamischen Preisentwicklung in dieser neuen Anlageklasse. Das lag aber auch daran, dass diesen neuen Anlagemöglichkeiten starke Auswirkung auf das Rohstoffgeschäft hatten.

Gerade in der zweiten Jahreshälfte 2017 setzten vielen neue Trader eher auf die Entwicklung der Kryptowährungen als beispielsweise auf aussichtsreiche Rohstoffaktien. Doch die Entwicklung der vergangenen Woche hat einmal mehr gezeigt: Das Risiko bei den Kryptowährungen ist extrem schwer kalkulierbar. Zwar sind die Märkte schon reguliert, aber dennoch ist es immer noch möglich, dass größere Bestände einfach verschwinden oder beispielsweise auch Bitcoin-Konten zur Geldwäsche eingesetzt werden.

Den ohnehin schon schwachen Trend haben da noch einige Meldungen in den vergangenen Tagen verstärkt. Allein am Freitag sackte der Bitcoin-Preis um rund 9 % ab. Zum einen sollen in Japan nun die Regelungen verschärft werden, um Geldwäsche bei Bitcoin zu unterbinden. Das hat beispielsweise dazu geführt, dass die größte japanische Plattform für Kryptowährungen erst einmal keine neuen Konten mehr herausgibt. Und Japan ist nach den USA der weltweit zweitgrößte Markt für Kryptowährungen.

Unregelmäßigkeiten bei Bitcoin-Plattformen drücken den Preis

Bei der größten südkoreanischen Plattform kam es jetzt zu großen Unregelmäßigkeiten. So wie es jetzt aussieht, sind dort umgerechnet 30 Mio. Dollar von verschiedenen Konten verschwunden. Und auch Südkorea ist global von großer Bedeutung, denn es ist der drittgrößte weltweite Handelsplatz für die Kryptowährungen.

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Mit noch um 5.200 Euro notiert jetzt beispielsweise der Preis von Bitcoin auf dem niedrigsten Niveau in diesem Jahr. Da stellt sich jetzt natürlich die Frage: Ist jetzt ein guter Zeitpunkt um das eigene Portfolio mit Bitcoin-Positionen aufzustocken. Hier bleibe ich weiterhin skeptisch. Meiner Einschätzung nach sind die Risiken in diesem großen Markt noch schwer kalkulierbar. Natürlich ist der Preis zuletzt stark unter Druck geraten. Aber solange regelmäßig weitere negative Meldungen auftauchen, solange bleibt auch die Gefahr für weitere Rückschläge groß.

Das könnte wieder eine Chance für den Rohstoffsektor sein. Denn wenn die Perspektiven bei den Kryptowährungen nicht mehr so herausragend sind, würden sich Rohstofffirmen als attraktive Alternative anbieten. Momentan ist es gerade für die kleine Rohstofffirmen sehr schwierig, frische Investorengelder anzuziehen. Der Goldpreis steht unter Druck – wie ich Ihnen schon gestern an dieser Stelle beschrieben habe. Aktien aus diesem Bereich treten im besten Fall auf der Stelle. Kleinere Firmen aus dem Goldbereich haben zuletzt deutlich an Wert verloren.

Ohne eine klare Erholung beim Goldpreis wird hier in diesem wichtigen Sektor keine kurzfristige Erholung eintreten. Hinzu kommt noch die jetzt gerade bevorstehende Sommerzeit. In diesem Zeitraum veröffentlichen viele Rohstoffe nur wenig relevante Nachrichten. Dabei könnte sich die Schwächephase bei den kleinen Rohstoffaktien auch in den kommenden Wochen weiter fortsetzen.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.