Bitcoin-Tauschbörse: Ehemaliger Geschäftsführer verhaftet

Der deutsche Leitindex DAX ist positiv in die neue Handelswoche gestartet. Der DAX kletterte um gut 1% auf 11.443 Punkte. Für Rückenwind sorgten gute Konjunkturdaten, der sinkende Ölpreis und der schwache Euro.

Doch der schwache Euro löst nicht überall Jubelstürme aus. Viele Privatanleger sind verunsichert, wie es mit der Gemeinschaftswährung weitergeht und flüchten in zum Teil riskante Ersatz-Investments.

In den vergangenen Jahren habe ich hier im Schlussgong mehrfach über die digitale Währung Bitcoin berichtet. Regelmäßig habe ich in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass ich die Grundidee, eine Währung zu schaffen, die unabhängig von den Notenbanken ist, für gut halte.

Aber: Die Risiken im Zusammenhang mit dem Bitcoin-Modell waren mir von Anfang an zu groß und diese Einschätzung hat sich nach etlichen Skandalen und wilden Kursschwankungen in den vergangenen Jahren nicht geändert. Neuester Höhepunkt ist die Verhaftung des ehemaligen Geschäftsführers der Bitcoin-Tauschbörse MtGox an diesem Wochenende.

Die Definition des Begriffs „Bitcoin“

Bevor ich gleich auf die Verhaftung eingehe, möchte ich Ihnen kurz noch einmal einige Hintergründe zum Thema Bitcoins liefern: Meine alte Heimat-Universität, die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster, schreibt dazu: „Bitcoin ist eine innovative Art, digitales Geld im Internet zu etablieren.

Es handelt sich dabei um eine elektronische Währung, die ohne zentrale Kontrollinstanz durch eine geschickte Kombination von Kryptografie und verteiltem Lösen schwerer Rechenprobleme sichere, unwiderrufliche Transaktionen sowie Schutz gegen Inflation erreicht.“

Der Duden definiert den Begriff Bitcoin in seiner Ausgabe „Das neue Wörterbuch für Szenesprachen“ folgendermaßen: „Eine Form von elektronischem Geld, das dezentral auf der Basis eines Computernetzwerks erzeugt wird. Es verbindet Eigenschaften von Bargeld mit solchen von internationalen elektronischen Überweisungen.“

Der Skandal um die Bitcoin-Börse MtGox

Im Frühjahr 2014 habe ich darüber berichtet, dass MtGox, eine der ältesten und wichtigsten Plattformen für den Handel mit Bitcoins, alle Aktivitäten gestoppt hat. Die Anleger kamen an ihre virtuellen Guthaben plötzlich nicht mehr heran.

Zu diesem Zeitpunkt erklärte MtGox, dass ein Softwarefehler schuld sei und versprach unmittelbar danach, dass alles wieder in Ordnung käme und die Anleger sich keine Sorgen machen sollten.

Gleichzeitig teilte jedoch der Betreiber der Plattform mit, dass der Firmensitz „aus Sicherheitsgründen“ in die japanische Hauptstadt Tokio verlegt worden sei, was die Lösung des technischen Problems verzögert haben soll.

Die japanische Finanzaufsicht, die für Banken, Versicherungen und Häuser, die mit realen Werten an der Börse handeln zuständig ist, betonte, dass sie nichts tun konnte, da die Vorgänge außerhalb des Kompetenzbereichs der Behörde liegen.

Soweit die damaligen Ereignisse. Im weiteren Verlauf des Jahres 2014 musste MtGox schließlich Insolvenz anmelden und jetzt – ganz aktuell – wurde Mark Karpeles, ein 30-jähriger Franzose und ehemaliger Chef von MtGox, festgenommen.

Der Hintergrund: Er wird verdächtigt, unerlaubterweise und zu seinem eigenen Vorteil in das Computersystem der Börse (MtGox) eingegriffen zu haben. Karpeles Anwalt erklärte jedoch, sein Mandant bestreite jedes Fehlverhalten.

Fazit: Es gibt bessere Währungs-Alternativen

Wenn Sie das Papierwährungssystem und hier beispielsweise den Euro kritisch betrachten, sollten Sie nicht auf Bitcoins, sondern auf andere Währungs-Alternativen setzen.

3. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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