Bitcoin: Trendwende eingeleitet?

Der Bitcoin-Kurs konnte sich nach seinem heftigen Absturz zuletzt wieder fangen – aber reicht das schon, um eine Trendwende auszurufen? (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

Sie gelten digitalaffinen Anlegern als das neue Gold, und doch zeigt sich bei der aktuellen Kursentwicklung der Kryptowährungen, dass eine Investition hier stets auch mit hohen Risiken verbunden ist.

Die bekannteste und in ihrem Gesamtwert mit Abstand wichtigste Kryptowährung ist der Bitcoin. Vor allem im Herbst vergangenen Jahres wurde die digitale Währung gehypet – und schoss auf ein phänomenales Allzeithoch von mehr als 20.000 US-Dollar je Bitcoin. Doch so rasant, wie der Kurs nach oben geschnellt war, ging es anschließend auch wieder abwärts.

Seit Ende 2017 purzelte der Bitcoin-Kurs vor sich hin, eine Bodenbildung gelang erst kurz vor dem Absturz unter die Marke von 6.000 Dollar. In den vergangenen Tagen ging es wiederum deutlich aufwärts, inzwischen hat der Kurs die Schwelle von 7.000 Dollar wieder geknackt.

Schafft der Bitcoin die Trendwende?

Beobachter rätseln nun, ob der Abwärtstrend damit bereits durchbrochen und die Kehrtwende eingeleitet ist, oder ob es sich lediglich um eine kurze Erholungsphase handelt, ehe es weiter bergab geht.

Eine solch extreme Volatilität ist den meisten Anlegern hierzulande dann doch zu nervenaufreibend. Nur wenige deutsche Investoren mischen mit am Bitcoin-Markt, die meisten stehen eher abseits und staunen über die Entwicklung und die dahinterstehende Blockchain-Technologie, die auch abseits des Bitcoin ihren Siegeszug fortsetzt.

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Die Verschlüsselungstechnik gilt als äußerst sicher und somit zukunftsweisend in Sachen Cybersecurity. Etliche Firmen von Tech-Unternehmen über Krankenversicherungen bis hin zu Banken stärken zunehmend ihre Positionen in diesem Bereich.

Deutsche Anleger skeptisch gegenüber Bitcoin-Investment

Für die meisten „normalsterblichen“ Anleger ist der Bitcoin unterdessen ein heißes Eisen – und zugleich ein Buch mit sieben Siegeln: Befragt nach den Gründen, warum sie nicht in Bitcoin investieren, gaben in einer Umfrage der Postbank im Frühjahr 2018 jeweils mehr als die Hälfte der Teilnehmenden an, dass sie das Risiko für zu hoch halten – und sich selbst zu wenig mit Kryptowährungen auskennen.

Tatsächlich erscheint die Wertschöpfungskette hinter dem Bitcoin den meisten nicht IT-affinen Menschen reichlich kompliziert, leicht verständliche Erläuterungen sind eher Mangelware. Zudem sind die hohen Risiken angesichts der eingangs skizzierten heftigen Kursschwankungen nicht von der Hand zu weisen.

Und in Sachen Risiko gelten gerade deutsche Anleger als gebrannte Kinder, nachdem zum Jahrtausendwechsel nicht nur die zuvor stark umworbene T-Aktie einbrach, sondern gleich die gesamte New Economy kollabierte. Mit dem Platzen der Dotcom-Blase verloren zahlreiche Anleger nahezu ihr gesamtes Vermögen, weil sie in Technologiewerte investiert hatten.

Insofern scheint bis heute eine doppelte Skepsis zu bestehen, die sich einerseits auf als unüberschaubar empfundene Risiken bezieht und andererseits auf Technologien, die für den Laien schwer nachzuvollziehen sind.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.