BIZ-Jahresbericht: Mächtigste Notenbank warnt vor erheblichen Risiken

Die BIZ ist extrem mächtig. Jüngst warnte die „Zentralbank der Zentralbanken“ in ihrem Jahresbericht vor erheblichen Risiken für die Weltwirtschaft. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Jahr für Jahr veröffentlicht zur Jahresmitte die mächtige Basler BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) ihren Jahresbericht.

Und Jahr für Jahr legen die Ökonomen massenmedial wenig beachtet den Finger in die Wunde.

Das steht im neuen BIZ-Jahresbericht

Auch in ihrem jüngst erschienenen 87. Jahresbericht warnen die einflussreichen Banker ganz im Gegensatz zum allseits massenmedial verbreiteten Optimismus vor erheblichen Risiken für die Weltwirtschaft.

Konkret befassen sich die Ökonomen mit vier verschiedenen Risiken, die abgesehen von den steigenden geopolitischen Risiken bedrohlich für die Weltwirtschaft werden könnten.

Zunächst diskutieren die Basler-Ökonomen über einen möglichen erheblichen Anstieg der Inflation. Ein solches Szenario könnte die Weltwirtschaft abwürgen.

Die Zentralbanken wären dadurch gezwungen die Geldpolitik stärker als erwartet zu straffen.

Dieses Risiko sei den Basler-Ökonomen zufolge im vergangenen Jahr in den Fokus gekommen.

Die BIZ betont aber gleichzeitig, dass es keinerlei Hinweise auf ein Wiederaufflammen der Inflation gegeben habe.

Warnung vor Finanzcrash

Höchst brisant ist das 2., kaum beachtete Risiko: Hier bringen die Ökonomen schwerwiegende finanzielle Anspannungen in den Fokus.

Nach dem Höhepunkt des Finanz-Zyklus könnte es in der Abschwung-Phase zu gravierenden Turbulenzen kommen.

Die BIZ verweist in dem Kontext konkret auf das „Beispiel“ der Großen Finanzkrise von 2007 – 2009.

Ja, die BIZ warnt unüberhörbar vor dem möglichen Aufflackern einer Finanzkrise 2.0. Jedenfalls darf sich nun niemand darüber beschweren, vorher nicht gewarnt worden zu sein.

Drückende Schuldenlast

Darüber hinaus warnt die BIZ davor, dass sich der Konsum unter der hohen globalen Schuldenlast abschwächen könnte.

In dem Szenario wären die Investitionen womöglich nicht in der Lage, diese negative Entwicklung aufzufangen.

Die Ökonomen weisen ferner darauf hin, dass konsumgetriebenes Wachstum generell kurzlebiger sei.

Die BIZ merkt insofern mahnend an, dass es zuletzt nur einen geringen Zuwachs des Produktiv-Kapitals gegeben habe.

Weiter warnen die Ökonomen vor einer Zunahme des Protektionismus, der die offene Weltwirtschafts-Ordnung in Frage stellen könnte.

Es sei eine historische Lehre, dass angespannte Handels-Beziehungen die Weltwirtschaft schwächen können.

Unter dem Strich könne dieser giftige Cocktail an Risiken der Weltwirtschaft großen Schaden zufügen.

Und angesichts der Rekord-Notierungen an den Aktienmärkten sind die Risiken derzeit alles andere als eingepreist.

Nächste Finanzkrise wird noch heftiger

Es ist nur eine Frage der Zeit, ehe die neue „Risikolage“ von den Investoren realisiert wird.

Seien Sie jedenfalls nicht überrascht, wenn wir schon im Herbst/Winter 2017 den Beginn der Finanzkrise 2.0 erleben werden!

Und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass die Finanzkrise 2007-2009 in Relation zur anstehenden Krise ein „Kindergeburtstag“ war. Bleiben Sie angeschnallt!

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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