Black & Decker -Aktie: Werkzeug-Hersteller tütet Milliarden-Zukauf ein

Dass man mit eher langweiligen Geschäftsmodellen auch Geld verdienen kann, zeigt Ihnen der Blick auf die Stanley Black & Decker-Aktie:

Die Papiere des weltgrößten Herstellers von Elektro-Werkzeugen und Zubehör haben sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt.

Jetzt schaltet der US-Konzern beim Wachstum einen Gang rauf. Black & Decker will die Werkzeugsparte des Konsumgüter-Konzerns Newell Brands in einem Milliarden-Deal schlucken.

Stanley Black & Decker zahlt den 2,63-fachen Jahres-Umsatz

Aber jetzt zu den Details. Der US-Werkzeug-Hersteller will für das Konkurrenz-Geschäft immerhin 2 Mrd. Dollar auf den Tisch legen.

Dafür bekommt der Konzern die Werkzeug-Sparte des Konkurrenten Newell Brands. Die Transaktion soll im 1. Halbjahr 2017 zum Abschluss kommen.

Der Newell-Konzern, zu dem mehr als 160 Marken gehören, hatte vorige Woche angekündigt, im Rahmen einer Schrumpfkur 10% seines Portfolios zu verkaufen.

Seine Werkzeug-Sparte setzte in den vergangenen 12 Monaten rund 760 Mio. Dollar um. Somit liegt der Kaufpreis bei dem 2,63-fachen Jahres-Umsatz des Objekts der Begierde.

Spürbare Synergien erst im 3. Jahr nach Zukauf erwartet

Wie bei den meisten Übernahmen setzt auch Firmenchef John Lundgren auf Kosten-Synergien zwischen den beiden Firmen.

Konkret rechnet die Konzern-Führung mit einem Einspar-Potenzial von 80 – 90 Mio. Dollar. Allerdings soll dieses Sparziel erst im 3. Jahr nach dem Zukauf erreicht werden.

Einen positiven Beitrag zum Jahres-Ergebnis soll die Werkzeug-Sparte des Konkurrenten allerdings gleich bringen. Im 1. Jahr sollen 15 Cent je Aktie und im 3. Jahr dann 50 Cent je Anteilsschein Gewinn-Beitrag herausspringen.

Allerdings sind hierbei 125 – 140 Mio. Dollar an Kosten für mögliche Restrukturierungen und Beratungs-Kosten noch nicht inkludiert.

Finanziert werden soll der Deal durch einen Mix aus Bargeld und Fremdfinanzierung.

Black & Decker wechselt die Seite

Mit dem Deal wird der Konzern erstmals seit 2009 wieder selbst auf dem Übernahmemarkt aktiv.

Zum damaligen Zeitpunkt wurde nämlich der fast 100 Jahre alte US-Werkzeug-Hersteller Black & Decker selbst in einer Milliarden-Übernahme von seinem heimischen Rivalen Stanley Works geschluckt.

Der neue Konzern Stanley Black & Decker stieg durch die Fusion zum Weltmarktführer auf. Die Palette beider Unternehmen ergänzte sich bestens.

Über 10 Mrd. Dollar Umsatz

Nach dem Zusammenschluss setzte der Konzern seine Wachstums-Geschichte ungebremst fort. Seit 2010 kletterten die Erlöse von 5,66 Mrd. Dollar auf zuletzt 10,25 Mrd. Dollar.

Der Gewinn stieg unterdessen wesentlich stärker auf 811 Mio. Dollar (+440% seit 2010). Somit verbesserte sich die Gewinn-Marge von 2,64% immerhin auf 7,91%.

Beide Aktien können zulegen

Die Anleger scheinen unter dem Strich die Übernahme zu begrüßen.

Direkt nach der Übernahme stiegen sowohl die Aktien von Newell Brands als auch die Aktien von Stanley Black & Decker. Unterdessen sehen die Analysten die Aktie eher skeptisch.

Gut 2/3 der Analysten raten zum Halten der Position. Mit einem durchschnittlichen Kursziel von 129 Dollar je Aktie sehen die Experten nur noch begrenztes Aufwärts-Potenzial.

14. Oktober 2016

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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