Black Friday: Die Woche der Rabattschlacht

gfk

Kommende Woche locken die Rabatte des Jahres. Konsumenten stehen in den Startlöchern. Gefragt sind andere Produkte als sonst. (Foto: Thanakorn.P/Shutterstock)

Es ist die Rabattschlacht des Jahres – und das längst nicht mehr nur in den USA, sondern auch in Deutschland und Europa. Die Rede ist vom Black Friday.

Der Freitag nach Thanksgiving, das als Tradition in den USA hochgehalten und gefeiert wird, läutet das Weihnachtsgeschäft ein und kurbelt den Umsatz im Einzelhandel an. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) profitiert davon auch der deutsche Einzelhandel und machte in den vergangenen Jahren einen enormen Umsatzschub rund um den Black Friday.

In diesem Jahr fällt er auf den 27. November, also kommende Woche. Doch er wirft seine Schatten bereits voraus: Längst haben etliche Händler den Black Friday zur Black Week verlängert und locken mit täglichen, teilweise stündlichen Spezialangeboten. Selbst in den vergangenen Tagen waren online schon vereinzelt „Early Black Friday“ Aktionen zu finden. Man nimmt alles mit, was geht – das gilt für die Händler wie für die Kunden.

Dieses Jahr wird’s anders

Dennoch dürfte der diesjährige Black Friday etwas anders ausfallen als in den Jahren zuvor. Anstelle überfüllter Innenstädte wird man sich – bedingt durch die Corona-Maßnahmen – wohl eher auf überlastete Server bei Onlineanbietern einstellen müssen.

Auch im Hinblick auf die heißbegehrten Artikel zeichnet sich in diesem Jahr ein Paradigmenwechsel ab: Da sich etliche Verbraucher seit Monaten vorwiegend zuhause aufhalten und auch von dort arbeiten, gilt es nun, es sich dort so komfortabel wie möglich einzurichten.

Was auf den Wunschlisten steht

Anstelle von Kleidung und Schuhen stehen daher Elektronikartikel laut Konsumforschern weit vorne auf der Wunsch- und Einkaufsliste, was sich auch in den Black Friday Aktionen niederschlagen dürfte: Für Laptops und andere technische Geräte, die mit mehreren hundert Euro ins Gewicht fallen, lohnen sich die Tiefpreisangebote besonders.

Auch Haushalts- und hier vor allem Küchengeräte stehen weit oben auf der Agenda, ebenso wie Hometrainer und anderes Fitness-Zubehör. Wenn Gastronomie und Fitnessstudios über die Wintermonate geschlossen bleiben, braucht es offenkundig Alternativen für zuhause.

Dennoch muss sich auch die Textilindustrie keine Sorgen machen: Mehr als ein Drittel der Befragten gab in einer aktuellen Studie der GfK an, auch in diesem Jahr bei Mode und Schuhen zugreifen zu wollen. Gut jeder fünfte Verbraucher sehnt sich außerdem nach Entertainmentprodukten.

Ein Profiteur steht schon fest

Konsumforscher und Einzelhandel rechnen trotz Lockdown und Kurzarbeit mit starker Nachfrage bei den Kunden – vielleicht sogar gerade wegen Corona: Bei den einen ist die Haushaltskasse leerer als sonst, dort wartet man mit größeren Anschaffungen womöglich bewusst auf die Rabattaktionen.

Andere wiederum waren von Kurzarbeit nicht betroffen und haben dank gesunkener Freizeitausgaben mehr Geld zur Verfügung, das sie nun in eine paar extra Weihnachtsgeschenke für sich und ihre Liebsten stecken können. Nicht zuletzt spielt auch der psychologische Faktor eine Rolle: Nach einem Jahr der Entbehrungen und des Verzichts will man sich nun erst recht etwas gönnen.

Ein Profiteur des wohl vor allem online stattfindenden Black Friday Booms steht schon jetzt fest: Die Deutsche Post beziehungsweise deren Logistiktochter DHL und ihre Wettbewerber. Das Paketaufkommen ist in der Vorweihnachtszeit ohnehin am höchsten und in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Der Trend dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen.

gfk

Die Konjunktur prognostizieren – mit KonjunkturindikatorenWelche Konjunkturindikatoren gibt es und was sagen sie aus? Hier finden Sie eine kurze und praktische Übersicht. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von David Gerginov. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz