BlackBerry Aktie: Comeback des Smartphone-Pioniers?

Welche Anbieter kommen Ihnen in den Sinn, wenn Sie den Begriff „Smartphone“ hören?

Ich denke zuerst an Apple, vielleicht noch Samsung.

Erst wenn ich einen Moment länger darüber nachdenke, fällt mir BlackBerry ein. Noch vor Jahren galt das Unternehmen aus Kanada als der Star am Smartphone-Himmel.

Das Unternehmen, dass bis vor kurzem noch Research in Motion hieß, war der Pionier und der erste relevante Spieler in diesem Markt. Doch nicht immer führt dieser First-Mover-Advantage auch zu dauerhaften Wettbewerbsvorteilen.

Die Umsätze sind in den vergangenen Jahren eingebrochen. Das Unternehmen schrieb zuletzt rote Zahlen. Der Aktienkurs spiegelt die schlechte fundamentale Entwicklung wieder: Von den Hochs im Jahr 2008 bei rund 140 $ ging es steil bergab. Inzwischen notiert die Aktie nur noch bei 8 $ – ein Einbruch um mehr als 90%!

Das Unternehmen hat seinen Namen an den Namen des Kernprodukts (also BlackBerry) angepasst. Doch das ist nicht das einzige was neu ist: Vor kurzem hat John Chen das Ruder als Firmen-Chef übernommen.

John Chen: Neuer Chef mit beeindruckender Vergangenheit

Nachdem John Chen mit 16 Jahren aus Hong Kong in die USA eingewandert ist, schloss er zunächst ein Studium als Elektro-Ingenieur ab. Anschließend arbeitete er ab 1979 als Ingenieur zunächst für das Technologie-Unternehmen Burroughs (heute Unisys).

Ab 1991 verhalf er Pyramid Technology Corporation in leitender Funktion wieder in die Spur. Nach einem Abstecher zu Siemens Nixdorf übernahm er 1997 den Chef-Posten bei Sybase. Das Unternehmen ist zuvor in Schieflage und wurde von den Analysten als Pleite-Kandidat gehandelt. Die Aktie notierte damals bei 5 $.

Chen hat Sybase erfolgreich saniert und wieder profitabel gemacht. 2010 wurde Sybase von SAP aufgekauft – zu einem Preis von 65 $ pro Aktie.

Vom Smartphone- zum Software-Anbieter

John Chen will BlackBerry bis Ende 2015 wieder in die Gewinnzone führen. Dazu wird das Unternehmen kräftig umgekrempelt. Das Kerngeschäft mit Smartphones soll beibehalten werden.

Bei Firmenkunden und staatlichen Einrichtungen sind die BlackBerry-Geräte weiterhin beliebt – nicht zuletzt wegen der hohen Sicherheitsstandards. Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums beispielsweise dürfen aus Gründen der Datensicherheit ausschließlich BlackBerry-Smartphones nutzen.

Neben Smartphones will BlackBerry in Zukunft verstärkt auf Anwendungs-Software setzen. QNX ist ein wichtiger Baustein hierbei. Die Software wird für Infotainment-Systeme in Autos verwendet.

BlackBerry ist hier mit 65% bereits klarer Marktführer und zählt BMW, Audi, Chrysler und General Motors zu seinen Kunden. Eine weitere Anwendung ist der Kurznachrichtendienst BBM. Wie wertvoll ein solcher Dienst sein kann, hat vor kurzem die Übernahme von WhatsApp durch Facebook gezeigt.

Durch die Neu-Ausrichtung unter John Chen erhält die BlackBerry-Aktie langfristig neue Kurs-Phantasie. Wenn Sie nach Trendwende-Kandidaten mit hohem Aufholpotenzial suchen, ist der Titel einen Blick wert.

10. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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