Blackberry-Aktie: Smartphone-Pionier kommt mit Sanierung voran

Können Sie sich noch daran erinnern, als die Telefone von Blackberry trendy waren und zur Standardausrüstung jedes Managers zählten? Heutzutage streicheln die Entscheidungsträger lieber ihr Iphone oder eines der neuen Samsung-Modelle.

Neue Smartphones mit High-Tech-Touch-Screens und hochauflösenden Kameras haben die Blackberrys designmäßig schon lange abgehängt. Die kantigen Geräte der Kanadier wirken geradezu altbacken und wenig sexy. Auch den boomenden Markt mit erfolgreichen Apps hat der Konzern total verschlafen.

Die nachlassende Beliebtheit spiegelt sich auch im Aktienkurs wieder. Vom Höchstkurs bei 150 US-Dollar kollabierte der Wert der Anteilsscheine auf unter 6 US-Dollar in 2013, bevor eine Stabilisierung einsetzte. Mittlerweile hat sich der Kurs wieder erholt und bei knapp 10 US-Dollar eingependelt.

Ist die gestiegene Zuversicht der Anleger gerechtfertigt? Hat Blackberry die Trendwende bereits geschafft?

Quartalsgewinn lässt Anleger aufatmen

Der einstige Börsenliebling (Kursgewinn von 2002 bis Juni 2008: 3.500%) ist auf seinem Sanierungskurs in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Die kanadische Firma verbuchte im vierten Quartal einen Gewinn von 28 Mio. US-Dollar.

Im Vorquartal hatte der Handy-Pionier noch 148 Mio. US-Dollar verbrannt. Im Vorjahresquartal summierten sich die Verluste sogar auf 423 Mio. US-Dollar.

Der Konzern hat seine Kosten dramatisch reduziert und sich stärker auf umsatzträchtige Bereiche wie Software und Services für Unternehmen konzentriert. Mit dieser Strategie versucht Blackberry dem harten Kampf im Smartphone-Massenmarkt zu entkommen.

Umsatzschwund noch nicht gestoppt

Die Nachfrageprobleme bekommen die Kanadier aber nach wie vor nicht in den Griff. Im Jahresvergleich sanken die Quartalsumsätze um ein Drittel auf 660 Mio. US-Dollar. Damit wurden die Schätzungen der Analysten deutlich verfehlt. Im Vorfeld der Zahlen lagen die Erwartungen bei 794 Mio. US-Dollar.

Insgesamt verkaufte Blackberry 1,6 Mio. Telefone. Auch hier ein deutlicher Rückgang zum vorherigen Quartal. Hier wurden noch 1,9 Mio. Smartphones abgesetzt. Einen kleinen Lichtblick gab es aber doch. Der durchschnittliche Gerätepreise konnte von 180 US-Dollar auf immerhin 211 US-Dollar verbessert werden.

Restrukturierung noch lange nicht beendet

Auch wenn die Zahlen einen ersten Hoffnungsschimmer geben. Der Konzern ist noch meilenweit vom Optimalzustand entfernt. Sie müssen sich die Entwicklung mal vor Augen führen. Im ersten Quartal 2009 hatte Blackberry einen weltweiten Marktanteil von 20%.

Im vergangenen Quartal lag dieser nur noch bei marginalen 0,40%. Blackberry war einst ein führender Player im Smartphone Markt, hat aber den Anschluss an Apple & Co. vollkommen verloren.

Konzernchef Chen bezeichnet selbst die Sanierung erst als zur Hälfte abgeschlossen. Neben einem strammen Kostenmanagement, neuen Produkten und Partnerschaften sieht der Konzernlenker die Zukunft vor allem im Softwaregeschäft.

Er setzt dabei auf das Geschäft mit Unternehmen und Sicherheitsangebote. Die Übernahme des deutschen Verschlüsselungsspezialisten Secusmart geht auf das Konto der neuen Strategie.

Mittlerweile liegt der Börsenwert der Kanadier wieder bei fast 5 Mrd. US-Dollar. Jetzt muss der Konzern zeigen, ob der Turnaround wirklich gelingt. Mit knapp 2,7 Mrd. US-Dollar Cash ist die Produktentwicklung vorerst gesichert. Viel Zeit dürfte Blackberry im schnelllebigen Smartphone-Geschäft allerdings nicht bleiben.

30. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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