Blackberry vor Comeback?

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Die Blackberry-Aktie ist tief gefallen. Gibt es jetzt eine Chance auf Erholung? (Foto: Denis Linine / shutterstock.com)

Kennen Sie noch die Blackberry-Smartphones? Einst waren die Geräte des kanadischen Unternehmens vor allem bei Geschäftsleuten sehr beliebt. Doch mit der Markteinführung von Apples iPhone versank Blackberry in die Bedeutungslosigkeit.

Immerhin gibt es einige Anzeichen dafür, dass es Blackberry gelingen könnte, wieder vermehrt in die Jackentaschen so mancher Handynutzer zurückzukommen. Der Grund: Es werden neue Wege beschritten.

Der Absturz der Blackberry-Aktie

Lange, ja sehr lange ist es her, dass die Geschäftswelt überwiegend auf die Produkte von Blackberry zurückgegriffen hat. So ein Blackberry war ein kleiner mobiler Computer, mit dem man samt einer kleiner Tastatur recht gut arbeiten konnte.

Die Firma war in diesem Bereich Vorreiter – hat sich dann aber auf dieser Vormachtstellung ausgeruht und dann den Anschluss an die neuen Entwicklungen verloren. Dies spiegelt sich am Aktienkurs – 2007 wurden noch Kurse jenseits der 170 Euro erreicht – jetzt dümpeln die Kurse irgendwo zwischen 5 und 7 Euro.

Neues Produkt in der Pipeline

Doch jetzt gibt es eine Nachricht, die aufhorchen lässt: Der Smartphone-Pionier wird erstmals auf ein Android-Telefon setzen, um den schwächelnden Absatz seiner Geräte anzukurbeln. Konzernchef John Chen bestätigte dies zum Wochenschluss und gab an, dass dieses Telefon über eine ausziehbare Tastatur verfügen wird.

Es soll “Priv” heißen, abgeleitet von unserer Mission, die Privatsphäre zu schützen”, so Chen weiter. Das Telefon mit vorinstalliertem Zugang zu Google-Diensten soll bis Jahresende auf den Markt kommen, Preise wurden noch nicht bekannt gegeben.

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Einbruch bei Absatzzahlen

Im vergangenen Quartal gab es gerade einen Absatz von 800 000 Smartphones – vor einem Jahr waren es noch 2,1 Mio. Geräte gewesen. Bleibt aus Sicht von Blackberry zu hoffen, dass diese Maßnahme noch zum richtigen Zeitpunkt geschehen ist.

Schwarze Quartalszahlen

Dennoch ist ohnehin nicht alles so düster, wie es den Anschein hat: So konnte im vergangenen Quartal ein Gewinn von 51 Mio. US-$ erzielt werden. Zum Vergleich: Vor einem Jahr gab es unterm Strich noch ein Minus von 207 Mio. US-$, im Vorquartal war das Ergebnis allerdings mit 68 Mio. US-$ bereits positiv.

Firmenchef John Chen arbeitet daran, Blackberry eine Zukunft mit einem Fokus auf Software und Dienste für Unternehmen sowie die Vernetzung des Alltags zu geben.

Riskante Turnaround-Spekulation

Mit anderen Worten: Endlich wird bei Blackberry mal wieder agiert und nicht – wie in der Vergangenheit so häufig – nur auf die neuesten Entwicklungen reagiert.

Dies könnte sich bald in steigenden Aktienkursen niederschlagen, wenn nicht nur die Konsumenten sondern auch die Analysten das Unternehmen wieder entdecken. Da es sich um eine riskante Turnaround-Spekulation handelt, sollten hier jedoch nur spekulativ orientierte Anleger zugreifen.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.