BlackRock und der Klimawandel. Eine Chance für Aktionäre!

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Wenn der größte Vermögensverwalter der Welt über die Bekämpfung des Klimawandels nachdenkt. (Foto: Vintage Tone/Shutterstock)

Derzeit haben sich bekanntlich die Reichen und Mächtigen der Welt im Schweizer Skiort Davos versammelt. Unzählige Wirtschaftsführer, mehr als 50 Staatsoberhäupter und zahllose Prominente sind zur Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums, einer gemeinnützigen Organisation, gefahren, um sich über die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen der Gegenwart auszutauschen. Doch die wirklich wichtigen Entscheidungen werden wohl hinter verschlossenen Türen gefällt: Wenn die Teilnehmer die Veranstaltung dazu nutzen, sich zu vernetzen.

Die Ankündigungen von BlackRock

Auch der Klimaschutz spielt in Davos eine immer bedeutendere Rolle. Diskutiert werden dürften dort deshalb auch die jüngsten Meldungen des größten unabhängigen Vermögensverwalters der Welt: BlackRock. Dieser hatte durch seinen Vorstandsvorsitzenden Larry Fink Anfang der Woche bekannt gegeben, zukünftig die Klimarisikoanalyse in den Mittelpunkt seines Investitionsprozesses zu stellen und nachhaltige Investitionen gezielt zu fördern.

Auslöser für das Umdenken war der Brief eines Kunden an Fink, der ihm von seinem zehn- bis 20-jährigen Anlagehorizont berichtete und ihn darauf hinwies, dass langfristiges Denken auch im Anlageprozess berücksichtigt werden müsse.

Massiver Ausbau nachhaltiger Fonds

Was Fink nach eigenen Worten zum Umdenken veranlasste. Nun strebt der weltgrößte Vermögensverwalter eine Verdoppelung der Anzahl an börsengehandelten ESG-Fonds an. Unter dem Oberbegriff „ESG“ werden Aspekte aus den Bereichen Environmental, Social and Governmental zusammengefasst, also Umwelt- und Soziale Themen sowie Fragen der guten Unternehmensführung. ESG-Fonds sind Fonds, die bewusst in Unternehmen investieren, die sich die Einhaltung strikter ESG-Standards auf die Fahne geschrieben haben.

In seinem jüngsten Investorenschreiben weist Larry Fink darauf hin, dass ESG für BlackRock in den nächsten fünf Jahren zu einem der wichtigsten Anlagekriterien werden wird. Darüber hinaus hat BlackRock angekündigt, zukünftig auch Unternehmen dazu zu drängen, Nachhaltigkeitskennziffern in die Berichterstattung aufzunehmen und auf Hauptversammlungen gegen Vorstände zu stimmen, die keine Nachhaltigkeitsangaben machen wollen. Außerdem wolle sich BlackRock in seinen aktiv gemanagten Fonds sukzessive aus Engagements in Kohle produzierenden Unternehmen zurückziehen.

Nachhaltige Fonds entwickeln sich besser als der Markt

Dabei muss man sich bewusst sein, dass BlackRock, derzeit einer der größten Investoren in fossile Brennstoffen, diesen Schwenk nicht ohne Grund vollzieht. Schon seit längerem zeigen Statistiken, dass es sich für Unternehmen lohnt, bei ESG eine Vorreiterrolle einzunehmen. Und damit auch für Investoren. Die Aktien zahlreicher Kohleförderer sind bereits eingebrochen und auch die Aktien von Ölfördernden Unternehmen haben in den letzten zehn Jahren die Benchmarks meist unterschritten.

Darüber hinaus wird die Entscheidung von BlackRock auch Auswirkungen auf andere große Vermögensverwalter haben. Noch wehren sich passive Fondsmanager wie Vanguard zwar dagegen, bestimmte Investitionsbeschränkungen auf Unternehmens- oder Sektor-Ebene vorzuschreiben. Noch, denn auch Anleger pflegen mit den Füßen abzustimmen, sich also aus Fonds zurückzuziehen, deren Performance nicht länger als zufriedenstellend eingestuft wird. Für die erfolgsverwöhnten ETF-Anbieter könnten die Zeiten damit schwerer werden.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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