Blitz-Crash: Wir haben den Boden schon erreicht!

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Ab Montagabend können Sie kaufen. Denn dann ist der Crash vorbei. Nein, so einfach ist das nicht, aber die Chancen stehen dennoch ganz gut für eine kurze Erholung. (Foto: Deutsche Börse AG)

Der DAX hat 15 Prozent von seinem Allzeithoch innerhalb von zwei Wochen verloren. Ab 16 Prozent haben wir offiziell einen Crash. Machen wir uns nichts vor: Bei dem Tempo ist das ein Crash. So schnell fallen die Kurse nicht einmal bei einem Crash. So viel Punkte, wie der Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 oder DAX innerhalb kurzer abgegeben haben – das gab es noch nie! Schuld daran waren natürlich die Notenbanken, die das Konstrukt Börse künstlich aufgebläht haben.

Oft genug haben wir hier darauf hingewiesen, wie irreal die Börse sich zur tatsächlichen Weltwirtschaft verhält. Jetzt durfte der Coronavirus offiziell die Kurse in den Schwitzkasten nehmen – aber auch nur, weil die Notenbanken ihre Geldmenge verringert haben.

Letzte Woche noch Allzeithoch, heute schon Panik

Der beliebte Fear and Greed Index wird immer gerne aus der Schublade geholt, wenn der Markt in einem Extrem ist. Heute haben wir bereits extreme Angst erreicht. 9 Punkte sind schon erschreckend wenig. Ab 18 Punkten kaufen die Buy & Hold Aktionäre meist nach. Die Kurse haben also heute noch einmal Rabatt bekommen.

(Quelle: CNN)

Das ist genau der Bereich, in dem die Masse furchtsam verkauft. Wer jetzt noch seine Aktien loswerden will, hat Börse nicht verstanden. Denn man hätte Stops einstellen müssen, die schon viel früher automatisch die Gewinne gesichert hätten. Doch eigentlich sollte uns so ein Crash freuen. Wer hat geglaubt, dass die Kurse so schnell wieder auf ein realistisches Niveau herunter krachen?

Dass wir schon bei Extreme Fear angekommen sind, ist also ein erstes gutes Anzeichen dafür, dass wir das Schlimmste vermutlich schon überstanden haben. Klar, 15 Prozent Verlust beim DAX sind schon gewaltig – aber wiederum auch nur innerhalb so kurzer Zeit. Der Markt wird jetzt einmal durcheinandergewirbelt, vielleicht darf im Anschluss Börse wieder Börse sein. Keine Manipulation der Notenbanken, die jetzt massiv Gelder zurückholen. Das wäre durchaus erstrebenswert.

Haben wir einen möglichen Boden im DAX erreicht?

Einige Argumente sprechen dafür, dass Montag oder eher Dienstag nächste Woche wieder rosiger sein können. Sehen Sie selbst: Im Wochenchart ist der Bereich von 11.850 Punkte eine enorm wichtige Unterstützung: die Nackenlinie aus der SKS-Formation von 2018/2019. Und auch in der Vergangenheit haben die Kurse in diesem Bereich oft gedreht. Wenn wir also heute den Tag, die Woche und auch den Monat über 11.850 Punkte im DAX abschließen, wäre das ein starkes positives Zeichen.

Bei 11.855 Punkten verläuft die 200-Wochenlinie. Diese stellt ebenfalls eine solide Unterstützung dar. Und dazu kommt noch der Pivotpunkt S3 auf Monatssicht bei 11.916 Punkten. Das sind drei beeindruckende Gründe, warum der DAX über diesen Werten heute schließen sollte.

Er muss es nicht tun, doch es gibt bereits reichlich Gegenwehr der Bullen, die Kurse hier oben zu halten. Zwischen 11.850 und 11.760 Punkten feuert der DAX seit 16 Uhr hin und her. Für kurzfristige Trades ein Paradies, hier immer wieder ein paar Punkte aus dem Markt mitzunehmen.

Sollte der DAX allerdings unter der 11.850 Punktemarke schließen, könnten wir auch nächste Woche schon bald Ziele um 11.250 erreichen. 600 Punkte Verlust, das schafft der DAX an einem guten Tag, vielleicht eineinhalb. Wir sind also nicht unendlich weit weg.

VDAX New sagt: Wir haben den Boden erreicht!

Die Volatilität sagt uns immer, wenn wir das gröbste Übel hinter uns haben. Spitzen in der Schwankungsbreite sind ein sicherer Indikator, wann die Kurse wieder nach oben drehen. Heute haben das Hoch von August 2015 erreicht.

Hier sehen Sie die Volatilität im Chart. Je höher, desto größer ist die Schwankungsbreite im DAX. In ruhigen Phasen mit niedriger Volatilität, steigt der DAX. Steigt die Volatilität, geht es meist mit dem DAX abwärts. Jetzt liegen wir auf dem Hoch von 2015 – es sieht also gut aus, dass die nächste Zeit wieder schwankungsärmer wird. Achten Sie darauf: Das ist ein Monatschart. Und heute ist der letzte Tag des Monats. Dennoch, die nächste Woche kann auf jeden Fall deutlich ruhiger werden. Was aber bei dem aktuellen extremen Abverkauf auch kein Wunder ist.

Was ist der Zeitpunkt für den Einstieg?

Der Montag kommender Woche wird sicherlich noch turbulent sein. Ab Dienstag könnten dann aber schon wieder die starken Hände zugreifen und sich Aktien zum Schnäppchenpreis sichern. Insofern ist es durchaus eine Überlegung wert, ob Sie am Montag nachbörslich, also nach 17 Uhr 45 erste Positionen kaufen.

Das hängt natürlich auch vom Montag ab. Wenn der DAX da noch einmal 600 Punkte verliert, ist die Frage, warum es am Dienstag wieder nach oben gehen soll. Wobei, dann wären wir ja bei der Unterstützung von 11.250 Punkten. Sie sehen, Gründe für einen Kauf lassen sich immer finden.

Geben wir dem Markt jetzt ein Wochenende und noch einen Montag für Panikverkäufe. Der Fear and Greed Index wird kaum zum Montag steigen. Dennoch, wer Montagabend seine Positionen aufstockt, macht vermutlich weniger falsch, als diejenigen, die bereits in den letzten Tagen schon eingestiegen sind.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.