Blitzcrash: Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand

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Schwankungen gehören zum Leben eines Börsianers dazu. Haben Sie keine Angst vor Schwankungen und nutzen Sie diese stattdessen für Ihren Anlageerfolg! (Foto: William Potter / shutterstock.com)

An Tagen wie heute ist es nicht leicht, Aktionär zu sein! Heute lag der DAX kurzzeitig 10% im Minus. Derartige Kursrückgänge sind zum Glück sehr selten! Im aktuellen Fall war ein Crash beim Ölpreis (zwischenzeitlich -30%) dafür verantwortlich.

An sich ist ein niedriger Ölpreis sogar gut für die Konjunktur (Öl ist für viele Unternehmen und Verbraucher ein großer Kostenfaktor), aber das Tempo des Ölpreisabsturzes hat in den automatischen Handelsprogrammen viele Verkaufs-Order ausgelöst. Daher auch der Blitzcrash am Aktienmarkt.

Aufgrund der heftigen Kursrückgänge am heutigen Tag habe ich mich dazu entschieden, Ihnen einen ursprünglich angedachten und bereits vorbereiteten Artikel zum 30-jährigen Jubiläum der Indexfonds (ETFs) erst morgen zukommen zu lassen.

Heute möchte ich Ihnen anstelle dessen Teile eines Kommentars senden, den ich am vergangenen Freitag in ähnlicher Form bereits den Lesern meines Börsendienstes Morriens Depot-Brief zugesendet habe und der heute beinahe noch aktueller ist als am zurückliegenden Freitag.

Folgen Sie Ihrem Verstand, nicht der Herde!

Fast zwei Jahrzehnte ist es jetzt schon her, als die Anleger in der Crash-Phase 2000 bis 2003 viel Geld verloren haben: Die Internet-Blase war gerade geplatzt und viele vermeintlich schöne Geschäftsideen rund um das World Wide Web (www) hatten sich als nicht überlebensfähig erwiesen. Zudem war die Konjunktur schwach und die Aktienkurse notierten nahe ihres Tiefststandes.

Die Anleger haben damals vor allem deshalb Geld verloren, weil sie nicht ihrem Verstand oder einer festen Anlage-Strategie, sondern anderen Personen gefolgt waren (sogenannter Herdentrieb). Denn viele Anleger orientierten sich zu dieser Zeit an ihren Freunden, Verwandten und Nachbarn, nicht jedoch an den Kennzahlen oder Geschäftsberichten der entsprechenden Unternehmen. Machen Sie diesen Fehler nicht. Folgen Sie nicht der Herde.

Sie sollten die Börsenzyklen für Ihren Anlageerfolg nutzen

Nutzen Sie stattdessen die Börsenzyklen für Ihren Erfolg! Dabei hilft Ihnen der sogenannte Cost-Average-Effekt (zu Deutsch Durchschnittskosten-Effekt). Dank dieses Effekts sind Sie als Anleger nicht abhängig von den Launen des Marktes.

Dem liegt eine einfache Logik zugrunde: Wenn Sie Monat für Monat (oder Quartal für Quartal) den gleichen Betrag in Aktien oder Fonds investieren, agieren Sie automatisch antizyklisch. Fallen die Kurse, erhalten Sie mehr Aktien oder Fondsanteile für Ihre Sparrate. Bei steigenden Preisen ist es umgekehrt.

Auf diese Weise bezahlen Sie einen geringeren Kaufpreis. Mit dieser einfachen Strategie umgehen Sie die psychologischen Fallen Angst und Gier an der Börse und bauen langsam und planmäßig ein größeres Vermögen auf.

Eine einfache Rechnung verdeutlicht Ihnen den Cost-Average-Effekt: Wenn Sie beispielsweise 1x pro Quartal 1.000 Euro in einen ETF investieren, der heute 100 Euro kostet, erhalten Sie exakt 10 Anteile für Ihre Sparrate.

Halbiert sich der Kurs, erhalten Sie stattdessen automatisch 20 Anteile für Ihre Sparrate und profitieren somit doppelt, wenn sich der Kurs erholt.

Kurzfristig ist an den Börsen alles möglich, auf längere Sicht werden die Kurse immer weiter steigen. So war es in den vergangenen 100 Jahren (trotz Weltkriegen und Weltwirtschaftskrisen) und so wird es auch in den kommenden 100 Jahren sein!

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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