Blutrote Woche! Die wichtigsten Charts im Überblick

Der DAX hat 600 Punkte verloren. Auch die Kryptowährungen müssen richtig viel Federn lassen. Zum Schluss werfen wir einen Blick auf Silber. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Starten wir nach dieser negativen Woche gleich mit dem DAX. Nach dem Allzeithoch kam der Abverkauf. Von 13.600 Punkten ging es herunter auf etwa 12.800 Punkte. Danach gab es heute bereits ein wenig Gegenwehr der Bullen.

DAX und die 200-Tagelinie

Wir haben das Anfang der Woche skizzierte Beispiel bereits vor der Tür. So schnell hatte ich nicht damit gerechnet, aber vielleicht ist es auch gut, wenn wir diesen Punkt im Chart schnell abhaken können. Der DAX steht kurz davor die 200-Tagelinie zu berühren! Außerdem sind wir etwa an dem Punkt, der das Tief am ersten Handelstags des Jahres darstellt: 12.745.

Die blaue 50-Tagelinie wurde gestern eindrucksvoll durchbrochen. Fast logisch, dass es heute noch einmal weiter bergab geht. Doch wann ist Schluss? Die SMA-200 nähert sich mit großen Schritten und die schwarze horizontale Linie zeigt das bisherige Jahrestief vom 2. Januar. Es kann gut sein, dass wir an diesem Punkt jetzt wieder nach oben abprallen.

Der Slow Stochastic Oszillator hat noch keinen Wendepunkt signalisiert, ist aber bereits im roten Bereich und die Linien könnten sich bald schon wieder kreuzen. Das ist noch kein Kaufsignal! Auch wenn die Anzeichen gut stehen, dass wir nächste Woche wieder steigende Kurse sehen. Aber soweit ist es noch nicht. Jetzt bloß nicht in das fallende Messer greifen!

Noch ist alles im Lot im DAX. Der deutliche Rücksetzer hat zwar seine Spuren im Chart hinterlassen. Solange wir aber kein tieferes Tief bilden, also Kurse unter der Marke vom 2. Januar sehen, können die Bullen das Ruder noch herumreißen.

Bitcoin & Co sind im freien Fall

Dagegen steht der DAX fast still: Die Kryptowährungen sorgen wieder einmal für Tumulte an den jeweiligen Coin-Börsen. Doch auch hier wird die Panik übertrieben. Ja, die Kurse verlieren derzeit durch die Bank am Tag 15 bis 30 Prozent an Wert. Doch beachten Sie auch, von wo diese Preise jetzt fallen. Der Anstieg dafür war teilweise noch extremer! Aber dann ist es anscheinend ganz normal solch eine Bewegung zu sehen. Wenn jetzt jedoch ein Minuszeichen davorsteht, ist das Geschrei wieder groß.

Im folgenden Chart sehen die wichtigsten Coins auf Sicht der letzten drei Monate. Sogar Bitcoin ist noch 22 Prozent im Plus, obwohl es sich seit Mitte Dezember etwa halbiert hat! Wer in diesem Markt mitspielen will braucht Nerven.

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Die US-Indizes sind übrigens auch etwas gefallen im Laufe der Woche, aber nicht so stark wie der DAX. Deshalb lassen wir deren Chart heute weg, weil sie schlichtweg wenig aussagekräftig sind.

Silber mit fast 3 Prozent Verlust

Besonders betroffen war unter den Rohstoffen heute Silber. Grund genug hier einmal den Chart unter die Lupe zu nehmen. Eingezeichnet finden Sie auch zwei Durchschnittslinien: die SMA-50 und SMA-200. Heute haben wir einen starken Verlust zu verzeichnen, der genau auf der 50-Tagelinie beendet wurde.

Im Chart erkennen Sie recht schnell, dass die grüne 200-Tagelinie relativ wenig Aussagekraft hat. Die Kurse wurschteln sich seit Monaten drumherum und die Linie zeigt keinerlei Bedeutung für den Silberpreis. Auch die SMA-50 ist nicht viel besser. Dass wir heute genau darauf liegen, mag Zufall sein. Denken Sie also auf keinen Fall, dass jede Durchschnittslinie besonders wichtig sein muss. Das sind sie nicht. Gerade bei so einem Markt wie Silber schon gar nicht.

Hier kann mit verhältnismäßig wenig Geld viel bewegt werden. Das geht bei einem S&P 500 oder DAX nicht so einfach. Je behäbiger die Indizes sind, desto mehr Bedeutung haben die SMA. Silber springt unschlüssig hin und her – da nützt uns auch ein Durchschnitt nichts. Sie sehen selbst, wie beinahe waagrecht die grüne Linie verläuft und doch schwanken die Kurse extrem um sie herum.

Silber steckt seit Monaten in einer breiten Seitwärtsphase gefangen. Diese verläuft grob zwischen 15,50 US-Dollar auf der Unterseite und 18,50 US-Dollar auf der Oberseite. Wenn wir diesen Bereich verlassen, wird Silber wieder spannend. Bis dato müssen die kurzfristigen Trader in der genannten Preisspanne spielen.

 


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.