BMW, Daimler, VW – das große Zittern vor Trump

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Trump macht ernst und sucht die Konfrontation mit China. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Strafzölle auch die Autobauer treffen. (Foto: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com)

Die Eskalation kam mit Ansage: Zwar hatten etliche politische Akteure bis zuletzt gehofft, Donald Trump möge in letzter Minute doch noch einlenken in Sachen Handelsstreit. Doch die bisherige Amtsführung des US-Präsidenten ließ eigentlich kaum einen Zweifel daran, dass die Strafzölle kommen würden.

Betroffen sind mittlerweile nicht mehr nur Importprodukte aus Europa wie beispielsweise Stahl, sondern nun auch der Warenverkehr zwischen den USA und China. Das Reich der Mitte reagierte prompt mit Vergeltungszöllen, auch damit war vorab gerechnet worden.

Zahlreiche Ökonomen warnen bereits vor einer deutlich spürbaren Abkühlung der globalen Konjunkturentwicklung durch die handelspolitischen Maßnahmen der Trump-Administration. Ein Ende der Eskalationsspirale ist nicht in Sicht. Stattdessen zittern nach der Stahlindustrie nach wie vor auch die Autobauer vor entsprechenden Einfuhraufschlägen.

Autobauer würden besonders hart getroffen

Die Branche steht vor einem Dilemma: Denn das Produktionsnetzwerk ist längst globalisiert, Bauteile für bestimmte Modellreihen werden über Länder- und Kontinentalgrenzen verschifft. Davon betroffen sind zudem nicht nur deutsche oder europäische Hersteller. Auch die US-Autobauer General Motors (GM) und Ford fürchten die berüchtigten Strafzölle, kaufen sie doch etwa ein Drittel der benötigten Komponenten im Ausland ein.

Durch entsprechende Zölle würden sich die Produktionskosten für Fahrzeuge erhöhen – unabhängig davon, ob sie innerhalb oder außerhalb der USA vom Band laufen. Die zusätzlichen Kosten dürften auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden. Der Autokauf würde sich somit für die Kunden schnell um ein paar tausend Dollar verteuern.

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Ob eine solche Entwicklung aus Sicht von Trump in Wahlkampfzeiten tatsächlich förderlich wäre, sei dahingestellt. Dass eine entsprechende Prognose, wie sie etliche Experten in den vergangenen Tagen und Wochen formuliert haben, den Präsidenten von seinen Plänen abbringen könnte, gilt als reichlich unwahrscheinlich.

Aktien der Autobauer unter Verkaufsdruck

Für die drei im Dax notierten deutschen Autobauer kommt der Handelsstreit zur Unzeit. Nach wie vor müssen sich BMW, Daimler und Volkswagen mit den Folgen der Dieselaffäre herumschlagen. Laufende Untersuchungen, die Anordnung von Bußgeldern oder Verhaftung von Managern, Durchsuchungen von Büroräumen oder die anhaltende politische Diskussion um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Innenstädten: Negativschlagzeilen gab es in den vergangenen Wochen und Monaten für die Branche mehr als genug.

Auf Monatssicht notieren die Anteilsscheine der drei Autobauer denn auch deutlich im Minus. Daimler Aktien kommen mit einem Verlust von rund 6 Prozent noch vergleichsweise glimpflich davon, sie kosteten zum Wochenauftakt gut 58 Euro.

Die BMW Aktie notierte parallel mit gut 80 Euro rund 7 Prozent tiefer als noch vor einem Monat. Die Vorzugsaktie von Volkswagen rutschte im gleichen Zeitraum um fast 10 Prozentpunkte ab und kostete am Montag knapp 148 Euro.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.