BNP Paribas: Lufthansa-Aktie nach 30% Anstieg weiter ein Kauf

Am vergangenen Donnerstag endete der Übernahme-Poker zwischen Luftfahrt-Primus Lufthansa und der insolventen Air Berlin.

Das Ergebnis war dabei keine große Überraschung mehr: Die Air-Berlin-Tochter Niki und die Regional-Tochter LG Walter sowie 20 weitere Maschinen gehen an die Lufthansa.

Der Kaufpreis soll sich auf etwa 210 Mio. € belaufen – vermutlich genug, um zumindest die Bundesbürgschaft in Höhe von 150 Mio. € zu berappen.

Das heißt, falls die Übernahme dann auch wie geplant über die Bühne gehen kann…

Gespräche über Air Berlin Unternehmens-Teile gehen diese Woche weiter

Die Einigung mit der Lufthansa ist nur ein Teil der Air-Berlin-Übernahme, wenngleich sich letztendlich dieser Teil des Deals aufgrund verschiedener Hindernisse am längsten hinziehen dürfte.

Air Berlin verhandelt zurzeit auch noch mit Interessenten für die Technik- und Luftfracht-Sparte. Die Gespräche darüber sollen in dieser Woche abgeschlossen werden.

Gleiches gilt für Gespräche mit dem Interessenten Easyjet, der schwerpunktmäßig für  Maschinen mit Standort Berlin geboten hatte.

Parallel dazu wird noch mit dem Ferienflieger Condor über Firmenteile verhandelt, und auch diese Gespräche sollen in dieser Woche abgeschlossen werden.

Air-Berlin-Übernahme dürfte unter Auflagen freigegeben werden

In den kommenden Tagen stehen also viele Entscheidungen an.

Am spannendsten dürfte für viele Beobachter und Beteiligte sein, ob die Übernahme durch die Lufthansa wie ausgehandelt zustande kommt.

Während in der Zustimmung der Air-Berlin-Gläubiger nicht das große Problem gesehen wird, dürfte das OK der Wettbewerbs-Behörden weitaus schwieriger einzuholen sein.

Der Deal stößt auf große Kritik, da der Wettbewerb auf verschiedenen Strecken geringer wird.

Besonders große Bedenken werden bei innerdeutschen Flugstrecken angemeldet. Dort wird mittelfristig ein Anstieg der Ticketpreise befürchtet.

Dementsprechend wird auch mehrheitlich damit gerechnet, dass die Übernahme nur unter Auflagen freigegeben wird.

Dass die Übernahme aufgrund einer beherrschenden Lufthansa-Stellung untersagt wird, ist indes unwahrscheinlich.

Der Deal ist schließlich politisch gewollt, und die Lufthansa wird sich vorher gründlich beraten lassen haben.

Lufthansa wird Einkaufstour vermutlich fortsetzen

Für die Lufthansa heißt es offenbar: Nach dem Deal ist vor dem Deal.

Die Übernahme wesentlicher Air-Berlin-Teile ist noch nicht einmal in trockenen Tüchern, da hat die Airline auch schon wieder das nächste Ziel ausgemacht.

Für Teile der insolventen italienischen Fluglinie Alitalia will die Lufthansa offenbar 500 Mio. € auf den Tisch legen.

Das Rennen um die Alitalia wird sich zwar noch bis in das Frühjahr 2018 hinziehen, doch die Bieterfrist geht heute zu Ende.

Lufthansa-Aktie nach 30%-Rally laut BNP Paribas immer noch attraktiv

Lufthansa-Investoren attestieren der Führungsspitze eine gute Arbeit und bewerten die jüngsten Entwicklungen äußerst positiv.

Aufgrund der dann deutlich besseren Marktposition ist die Zuversicht groß, dass die Geschäfte beflügelt werden.

In der Vorwoche markierte die Aktie mit 25,54 € den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt.

Und geht es nach den Analysten der Bank BNP Paribas hat die Aktie auch nach der starken Rally noch ausreichend Luft.

Das 3. Quartal dürfte laut BNP die Konsens-Schätzungen der Analysten sehr konservativ erscheinen lassen, befinden die Analysten und rufen ein Kursziel von 31 € aus (Gewinn-Potenzial rund 20%).


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16. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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