Boeing-Aktie: Flugzeugbauer setzt mit Übernahme auf fliegende Taxis

Der Drohnen- und Roboterbauer Aurora wechselt den Besitzer; der traditionsreiche US-Flugzeug-Hersteller übernimmt das Unternehmen. (Foto: Maxene Huyiu / shutterstock.com)

Das historisch niedrige Zins-Umfeld lässt den Markt für Fusion und Übernahmen weiter auf Hochtouren laufen. Dabei sind die Gründe für Firmenkäufe ausgesprochen vielschichtig:

Die einen setzen auf Wachstum durch Übernahmen.

Die anderen versuchen die anderen sich potenzieller Konkurrenten zu entledigen oder sich mit Zukäufen einen schnelleren Markteintritt in neue Geschäftsbereiche zu verschaffen.

So macht es auch das Luftfahrt-Unternehmen Boeing, der gerade die Übernahme des Drohnen- und Roboterbauers Aurora bekanntgegeben hat.

Roboter-Taxis sorgen für Phantasie

Mit dem Kauf von Aurora will sich der traditionelle Luftfahrt-Konzern für die Zukunft positionieren und vom möglichen Wachstums-Potenzial der Roboter-Taxis profitieren.

Mit Aurora setzt Boeing auf einen alt eingesessenen Drohnen- und Roboter-Flugzeugbauer.

Seit 1989 hat die Firma mehr als 30 unbemannte Fluggeräte entwickelt. Die Drohnen wurden hauptsächlich mit Geldern des Pentagon entwickelt.

Ein aktuelles Programm für die DARPA ist z. B. der Senkrechtstarter XV-24A Lightning Strike.

Dazu kommen Projekte mit Elektro-Antrieb für zivile Anwendungen. Testflüge wurden bereits in diesem Jahr durchgeführt.

Kooperation mit Uber

Für Aufsehen sorgte Aurora zudem im vergangenen April. Der Betrieb präsentierte seinen Prototypen für ein Lufttaxi, das vertikal wie auf Hausdächern starten und landen kann.

Bis 2020 will es 50 dieser Fluggeräte an Uber liefern, das mit Uber Elevate einen Fahrdienst für fliegende Autos gegründet hat.

Nicht der 1. Boeing-Deal

Aurora beschäftigt aktuell 550 Mitarbeiter und ist in 6 US-Bundesstaaten tätig. Im Bereich autonomer Systeme ist markiert die Firma bereits Boeings 2. Zukauf in weniger als 1 Jahr.

Im Dezember übernahm der US-Konzern Liquid Robotics, das sich auf Schiffe und Untersee-Boote konzentriert. Auch besitzt Boeing den Drohnen-Hersteller Insitu.

Laut Boeing-Technikchef Greg Hyslop will der Konzern die neuen Technologien sowohl in der zivilen Luftfahrt als auch für militärische Zwecke einsetzen und sich komplett neue Märkte erschließen.

Wettlauf mit Airbus hat begonnen

Ein ähnliches Projekt verfolgt auch Boeings Konkurrent Airbus aus Europa:

Unter dem Namen Vahana arbeitet die Innovations-Abteilung des Konzerns daran, Airbus in den Stadtverkehr zu bringen.

Ein Flugzeug mit 8 Rotoren und Landekufen im Stil eines Hubschraubers soll eine Person befördern.

Boeing meldet starke Quartals-Zahlen

Ungeachtet der zukünftigen Positionierung konnte der Luftfahrt-Riese zuletzt auch operativ eine starke Entwicklung aufzeigen.

Trotz eines mit 38,65 Mrd. Dollar rückläufigen Umsatzes (Vorjahr: 41,42 Mrd. Dollar) verbesserte Boing den Gewinn in der 1. Jahreshälfte auf 3,21 Mrd. Dollar.

Für Sie zum Vergleich: Im vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum lag der Profit nur bei 985 Mio. Dollar.

Der Flugzeug-Hersteller profitierte von Geschäften mit dem Dreamliner und seinem Sparkurs.

Entsprechend positiv zeigte sich die Konzernführung und erhöhte bereits 2x in diesem Jahr die Prognose.

Für das Gesamtjahr erwartet Boeing nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 11,10 – 11,30 Dollar.

Nach der rasanten Kursrally von über 90% in den vergangenen 12 Monaten handelt die Aktie momentan mit dem knapp 23-Fachen der erwarteten Gewinne.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.