Boeing vs. Airbus Group, der ewige Konkurrenzkampf

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Im Konkurrenzkampf mit der Airbus Group hat Boeing noch klar die Nase vorn, doch Airbus holt deutlich auf und treibt seine Konzernumstrukturierung voran. (Foto: vaalaa / Shutterstock.com)

Boeing überzeugte in den ersten 9 Monaten mit einer starken Geschäftsentwicklung.

Bei den strategischen Zielen wurden entscheidende Fortschritte gemacht. Der Umsatz legte um 5,8% zu. Durch weniger Sonderbelastungen und eine deutliche Produktivitätssteigerung stieg der Gewinn überproportional um 13,5%. Die Auftragslage befindet sich auf einem neuen Rekordniveau.

Allein für den Pannenflieger Dreamliner B787 liegen mehr als 1.000 Aufträge von über 60 Großkunden vor. Um die hohe Nachfrage bedienen zu können, wurden die Produktionsstätten verbessert und die Outputrate beträchtlich erhöht. Bis 2016 sollen monatlich bis zu 12 Flugzeuge produziert werden. Ab 2020 soll der Output auf rund 170 Flugzeuge pro Jahr gesteigert werden.

Die Pannenmeldungen reißen nicht ob

Trotz Marktreife gehen dauernd Fehlermeldungen ein. Zuletzt musste Boeing sämtliche Fluggesellschaften vor dem eigenen Produkt warnen. Der Dreamliner sei teils nicht den erheblichen Unwettern in der Asien-Pazifik-Region gewachsen. Zudem drohe eine Vereisung der Triebwerke. Namhafte Fluggesellschaften reagierten und setzen den Dreamliner nur noch auf Alternativrouten mit geringerer Unwetterwahrscheinlichkeit ein.

Doch der Imageschaden bleibt. Der Vorzeigeflieger steht erneut unter Beschuss. Dennoch gehen stetig neue Bestellungen ein. Im Konkurrenzkampf mit der Airbus Group hat Boeing klar die Nase vorn. In Sachen Modernität und Kraftstoffverbrauch ist der Dreamliner derzeit unschlagbar. Analyse:

Unternehmenporträt

Boeing ist neben Airbus der weltweit größte Hersteller kommerzieller Flugzeuge. Daneben ist das Unternehmen in den Bereichen Raumfahrt und Verteidigung (Herstellung von Raketen- und Satellitensystemen, Militärflugzeugen und helikoptern) tätig. Serviceleistungen für die zivile Luftfahrt runden das Angebot ab. Hauptabsatzmärkte sind die USA, Asien und Europa.

Die Airbus Group hat sich in den ersten 9 Monaten äußerst stark entwickelt

Der Konzernumbau zeigt Wirkung. Der Umsatz stieg um 7,3%. Durch die radikalen Sparmaßnahmen legte der Gewinn um 40,2% zu. Dabei hat der Konzern vor allem vom starken Airbus-Geschäft profitiert. Fast zwei Drittel des Gewinnzuwachses resultiert aus dem zivilen Flugzeugbau. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Derzeit liegen über 1.200 Flugzeugbestellungen vor. Bislang wurden schon 620 Flieger ausgeliefert.

Konzernumstrukturierung geht voran

Um das profitable Wachstum weiter voranzutreiben sollen sich die Konzernstrukturen grundlegend ändern. Der Fokus liegt klar auf dem zivilen Flugzeuggeschäft. Zur Verdeutlichung wurde der Konzern in die gleichnamige Flugzeug-Marke „Airbus“ umbenannt. Dagegen soll die schwächelnde Rüstungssparte Cassidan und die Weltraumtochter Astrium mit der Militärsparte Airbus Military zur neuen Sparte „Airbus Defence & Space“ zusammengelegt werden.

Zudem ist eine Fusion mit dem britischen Rüstungsproduzenten BAE System geplant. In der Politik stößt der angestrebte Zusammenschluss jedoch auf Widerstand. Sowohl die deutsche als auch die französische Regierung ist an Airbus beteiligt. Außerdem unterliegt die Fusion dem Vorbehalt der zuständigen Wettbewerbsbehörde.

Im Konkurrenzkampf mit Boeing holt Airbus deutlich auf

Allerdings ist ungewiss, inwieweit sich der Konzernumbau auch langfristig auf das operative Geschäft auswirken wird. Wir begrüßen die konsequente Neuausrichtung. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine durchschnittliche Kursentwicklung und behalten die Timing-Einstufung von 3 Sternen bei.

Unternehmenporträt

Airbus Group (ehemals EADS) ist neben Boeing der weltweit bedeutendste Hersteller von Zivilflugzeugen und gehört zu den führenden Raumfahrt- und Rüstungskonzernen. Die Airbus Group entwickelt und produziert Airbus-Flugzeuge, Ariane-Raketen und Satelliten, Eurofighter-Kampfflugzeuge, Eurocopter-Hubschrauber und Euromissile-Lenkwaffen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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