Börse 2011: Eine gefährliche Mischung braut sich zusammen

Börse 2011: Ein gelungener Auftakt für Börsianer. Der DAX kletterte über 7.000 Punkte und notiert weiter im Bereich um 7.000 Punkte. Der Dow Jones hat den Ausbruch nach oben geschafft und notiert auf dem höchsten Stand seit mehr als 2 Jahren. Der japanische Nikkei startete mit einem kräftigen Kurssprung ins neue Jahr.

Die Volatilitäts-Indizes notieren auf einem Niveau, das weitere Kursgewinne verspricht. Einige Charttechniker sehen den DAX bei knapp 9.000 Punkten – und das noch im laufenden Jahr 2011. Das wären etwa weitere 30% Kursgewinne nach dem guten Jahr 2010. Und es wären glatte +150% seit dem Tief im Jahr 2009.

Die Stimmung der Börse 2011: Eine Erinnerung ans Jahr 2000

Viele Kommentare erinnern mich das an die Stimmung der Jahre 1999 und 2000. Ich bin seinerzeit Ende 1999 ausgestiegen und habe nicht mehr groß auf steigende Kurse gesetzt.

Da hat mich mancher verlacht, denn Anfang 2000 ging es rasant weiter nach oben. Mir gefiel aber die überschäumende Stimmung nicht. Wie die Geschichte zeigte, habe ich Recht behalten. Ich war etwas zu früh draußen. Viele andere viel zu spät oder nie.

Damals war es vor allem die Internetblase, die die Kurse förmlich nach oben katapultierte. Was die Unternehmen wert waren, spielte keine Rolle, Hauptsache der Name des Unternehmens enthielt das „Zauberwort“ Internet.

Facebook ist 50 Milliarden USD wert

Jetzt ist ein neuer Star entstanden. Es ist das US-Internetnetzwerk Facebook. Die „New York Times“ schreibt, diese Online-Plattform sei 50 Milliarden USD wert. (Zum Vergleich: mit einem Börsenwert von rund 350 Milliarden USD ist der US-Ölriese Exxon das am höchsten bewertete Unternehmen der Welt.)

Es macht sich erneut Goldgräberstimmung breit: So investiert die US-Großbank Goldman Sachs selbst 450 Millionen USD in Facebook und legt einen Fonds auf, der es Investoren ermöglichen soll, sich an Facebook zu beteiligen.

Auf diese Weise will die Bank weitere 1,5 Milliarden USD einsammeln. Goldman Sachs kassiert dabei die Provisionen. Für die eigenen Investitionen hat Goldman Sachs eine Ausstiegsklausel vereinbart.

Ich kann mir schon vorstellen, wie dieser Fonds in den Markt gedrückt wird: „Absolut sichere Anlage, da machen Sie schnell +100%. Wir sind selbst investiert.“ Der Unterschied: Goldman Sachs hat die absichernde Ausstiegsklausel, die Anteilskäufer des Fonds haben diese nicht.

Facebook eines der wertvollsten Unternehmen weltweit

In nur 6 Jahren ist Facebook damit (angeblich) soviel wert wie z.B. Honda oder Walt Disney. Handelsblatt Online schreibt: „Die Bewertung von 50 Milliarden ist wohl erst der Anfang.“

Dabei ist das Unternehmen jetzt schon etwa mit dem 30- bis 50-fachen seines geschätzten Umsatzes (nicht des Gewinns!) bewertet. Und das, obwohl es bis heute seitens des Unternehmens keine belastbaren Zahlen über Umsatz, Gewinn oder Cash-Flow gibt.

Ein Vergleich: Facebook ist rund 2,5-mal so hoch bewertet wie Thyssen-Krupp. Thyssen-Krupp machte aber im vergangenen Jahr rund 60-mal so viel Umsatz wie Facebook.

Andere Internet-Unternehmen, wie z.B. Twitter, steigern ihren „Wert“ innerhalb eines Jahres um mehr als das Vierfache.

Obama-Berater warnt vor Pleite der USA

Während die Börsen den gelungenen Jahresauftakt feiern, Facebook scheinbar eines der wertvollsten Unternehmen der Welt ist, Internet-Unternehmen im „Wert“ explodieren, schafft es eine Meldung wie diese nicht auf die Titelseiten:

Austan Goolsbee, Obamas oberster Wirtschaftsberater, sagte im Fernsehen, dass die Gefahr bestehe, dass die USA seine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr bedienen könne. Er ergänzte: „Das hat es in der Geschichte der USA noch nie gegeben. Die Folgen für unsere Wirtschaft wären katastrophal. Es wäre eine schlimmere Wirtschaftskrise als jene, die wir 2008 gesehen haben.“ Das heißt auf „gut deutsch“: Es besteht die reale Gefahr, dass die USA insolvent wird! Das passt aber derzeit wohl nicht ins Heile-Welt-Bild und ist in den Medien kaum zu finden.

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Es ist die brisante Mischung, die mich warnt

Auf der einen Seite überschäumende Euphorie, auf der anderen Seite die kaum beachtete und ausgeblendete dramatische Gefahr der Insolvenz der USA und der Schuldenkrisen in Europa. Es ist eine Stimmung wie im Jahr 2000. Es wollte keiner wahr haben, dass sich „was zusammenbraute“.

150% in 2,5 Jahren gibt es nicht

Wie oben geschrieben: Stiege der DAX auf annähernd 9.000 Punkten, wäre das ein Plus von rund 150% seit Anfang 2009. +150% Gewinn lassen sich dank der Hebelkraft mit Optionen schnell erzielen. Aber in einem großen Aktienindex, wie z.B. dem DAX, gibt es solche einfachen Gewinne nicht. Und werden sie kurzzeitig doch erzielt, ist die Quittung ein katastrophaler Absturz, so wie in den Jahren 2000 bis 2003.

Je weiter die Blase aufgeblasen wird, desto mehr Sicherheit tut Not

Noch empfehle ich mehr Call-Optionen als Put-Optionen. Denn die Stimmung gilt es zu nutzen. Aber Put-Optionen sind in den Depots des Optionen-Profi. Und käme es zum Crash und verlieren die Call-Optionen 50%, 70% oder auch 100% ihres Wertes, so gewinnen gleichzeitig die Put-Optionen +100%, +200% oder auch +1.000% und weit mehr.

Das Gesamt-Depot läuft in den Gewinn. Ich meine: Nur so lässt sich die aktuell (zu) gute Stimmung der Märkte gewinnbringend nutzen.

Zum guten Schluss: Heute vor 368 Jahren, also am 04.01.1643, kam der englische Naturforscher und Philosoph Sir Isaac Newton zur Welt. Er schrieb: „Ich kann zwar die Bahn der Gestirne auf Zentimeter und Sekunden berechnen, aber nicht, wohin eine verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann.“

Und das wiederum erklärt den oben beschriebenen „Wert“ von Facebook. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag- behalten sie die Börse 2011 im Blick!

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

4. Januar 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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