Börse 2015: Das sind die Chancen und Risiken

Nach einem Hin und Her scheint das Börsenjahr 2014 nun doch ein gutes Ende zu nehmen. Zwar fallen die Gewinne deutlich geringer als in den beiden Vorjahren aus, aber in Anbetracht der zahlreichen Krisen sollten wir uns auch über ein kleines Plus zum Jahresende freuen.

Und wie wird das Börsenjahr 2015 werden? Werfen Sie mit mir im Folgenden einen Blick auf die wichtigsten Chancen und Risiken:

Es fehlen Anlage-Alternativen

Einer der Gründe für die Hausse der vergangenen Jahre: Durch das historisch niedrige Zinsniveau ist die Aktie als Renditebringer unangefochten. Zins-Anlagen werden auch 2015 nur Mini-Renditen abwerfen.

Auch die Edelmetalle haben an Glanz verloren und eignen sich ohnehin nur als Depotbeimischung. Dieser Anlagenotstand spricht ganz klar weiterhin für Aktien.

Bewertungsniveau hat Spielraum nach oben, aber die ist Unterbewertung abgebaut

Trotz neuer Höchststände bei DAX & Co sind Aktien aktuell immer noch nicht teuer. Denn die Entwicklung der Unternehmensgewinne hat mit den Kursgewinnen Schritt gehalten.

So liegt beispielsweise das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der 30 DAX-Werte aktuell bei 14 und damit sogar noch minimal unter dem historischen Schnitt von 15. Luft nach oben ist also genügend vorhanden, zumindest in Deutschland. Aber von einer Unterbewertung kann keine Rede mehr sein.

Ein etwas anderes Bild ergibt sich im zuletzt besser gelaufenen US-Markt. Hier liegt die Bewertung mittlerweile schon leicht über dem historischen Mittel. Auch noch kein Grund zur Besorgnis, doch die Spielräume für weitere Kursgewinne werden kleiner.

Konjunktur: Wohin geht die Reise?

Einen Grund für die unterschiedliche Börsenentwicklung liefert ein Blick auf die Konjunktur: Die USA haben ihre Krise längst hinter sich gelassen und weisen ein robustes Wirtschaftswachstum auf.

In Europa sieht es diesbezüglich schlechter aus. Die Konjunktur in den drei wichtigsten Euroländern (Deutschland, Frankreich und Italien) schwächelt. Italien befindet sich gar in einer (leichten) Rezession.

Noch haben sich die Anleger wenig daran gestört und sich an den guten Vorgaben von den US-Aktienmärkten orientiert, doch dies kann sich auch ändern.

Eurokrise: Bleibt alles ruhig?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat es mit ihrer Politik des „billigen Geldes“ zwar geschafft, das Thema Eurokrise aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit zu nehmen, doch gelöst ist es damit noch lange nicht und könnte jederzeit wieder aufflammen.

Beispielsweise dann, wenn es in Griechenland 2015 die von Ministerpräsident Antonis Samaras angebotenen vorgezogenen Neuwahlen gibt und die Regierungskoalition eine Niederlage hinnehmen muss. Schließlich gewinnen europafeindliche Parteien in Krisenländern wie Griechenland Zulauf.

Erschüttert eine neue Russlandkrise die Weltbörsen?

Ein weiterer Risikofaktor ist eine mögliche Ausweitung der Russlandkrise. Die Kombination aus billigen Energiepreisen, Sanktionen gegen Russland und der Skepsis der Märkte entfaltet langsam aber sicher ihre Wirkung auf Russlands Wirtschaft und Währung.

1998 hat die Russlandkrise zu erheblichen Verwerfungen an den weltweiten Börsen gesorgt. Diese sind bislang ausgeblieben. Sollte die aktuelle Krise allerdings auf andere Schwellenländer übergreifen, könnten wir auch 2015 Kursverluste im zweistelligen Prozentbereich sehen. Die Entwicklung in Russland ist daher ein Faktor, den Sie im Auge behalten sollten.

Fazit

Wie immer gilt – alles ist möglich.Wenn die Börsianer den Belastungsfaktoren weiter die kalte Schulte zeigen, spricht die Liquidität für weiter steigende Kurse. Aber wehe, wenn die Stimmung kippt …

23. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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