Börse aktuell: DAX vor Entscheidung

Dax: Aktuell hat er eine beeindruckende Rally hinter sich. Nun ist das Allzeithoch bei etwas über 8.000 Punkten in Sichtweite. Da droht ein Megacrash.

Der DAX will 8.000 Punkte sehen

Zuerst einmal hat diese 8.000-Punkte-Marke eine nahezu magnetische Anziehungskraft. „Der DAX will die 8.000 Punkte sehen“, heißt es in der Börsensprache.

Es ist nahezu ausgemachte Sache, dass dieser Bereich getestet wird. Zumal es bislang keine negative Nachricht (und die gab es sattsam genug) schaffte, den DAX von seinem Weg nach oben abzubringen.

DAX aktuell: Anleger haben den Finger am Abzug

Jeder Investor kennt die Entwicklung des DAX, nachdem er in den Jahren 2000 und 2007 die magische Punktezahl vom 8.000 erreicht und übertroffen hatte?

Er stürzte gnadenlos ab. Das sehen Sie im folgenden Chart des DAX (auf Basis seiner Wochenschlusskurse):

DAX steuert Crashbereich an

Beim Stand des DAX, aktuell 7.500 Punkte, ist es nicht mehr weit zum Allzeithoch. Wenn er „nur“ so viel zulegt, wie von Mitte März bis Anfang Mai 2011, also in rund 6 Wochen, wäre es geschafft.

In der Zeit hat der DAX in der Spitze mehr als 1.000 Punkte zugelegt. Nochmals dasselbe Plus und er steht Ende Juni 20111 bei 8.500 Punkten – um Längen ein neues Allzeithoch.

Börsen aktuell: Die Psychologie entscheidet

Für jede große Kursbewegung eines Indexes liefern Ihnen „kluge“ Kommentare hinterher die passende Begründung. Bei der Flut von Fakten und Zahlen ist es ja auch nicht schwer, die jeweils passenden zu präsentieren. 2 Beispiele:

  1. Steigende Kurse im DAX: Klar, die Unternehmen liefern ja auch gute Zahlen ab.
  2. Fallende Kurse im DAX: Musste ja so kommen, die Schuldenproblematik (Eskalation in Griechenland) und die nach wie vor nicht ausgestandene Bankenkrise (die US-Hypothekenbank Fannie Mae benötigt weitere Milliarden Steuergelder) musste früher oder später zu einer Verkaufswelle führen.

Letztlich entscheidet die Psychologie und die Kurserwartung der Anleger: Gibt es mehr Kaufnachfrage als Verkaufsangebot, steigen die Kurse und umgekehrt. Und genau das macht eine Prognose so schwierig.

Noch liegen die größeren Chancen bei Calls

Derzeit sehe ich bei Call-Optionen (auf steigende Märkte setzen) noch höhere Gewinn-Chancen als bei Put-Optionen (auf fallende Märkte setzen).

Deshalb empfehle ich immer noch die 3:1-Strategie: Für je 3.000 Euro, die Sie in Calls investieren, sollten Sie für 1.000 Euro Puts kaufen.

Je mehr sich der DAX den 8.000 Punkten nähert, desto aufmerksamer gilt es, die Marktstimmung (weniger die unzähligen täglichen Daten und Fakten) zu beachten.

Die Psychologie der Anleger wird entscheiden, ob es der DAX dieses Mal (gegebenenfalls) schafft, die 8.000 Punkte weit zu übertreffen, um dann sogar die 10.000 Punkte anzusteuern.

Zum guten Schluss: Heute vor 128 Jahren, also am 09.05.1883, kam der spanische Philosoph, Soziologe und Essayist José Ortega y Gasset zur Welt. Er schrieb:

Die Vergangenheit kann uns nicht sagen, was wir tun, wohl aber, was wir lassen müssen.

Eine kleine Weisheit, wie gemacht für uns Börsianer. Ich wünsche Ihnen, dass Sie lassen, von dem Sie wissen, dass Sie es lassen müssen und hoffe, ich kann Ihnen hier manchmal sagen, was Sie bei Ihren Börsengeschäften tun könnten.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

9. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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