Börse beruhigt sich weiter, konservative Prognosen gefallen den Anlegern

Die Börsen erholen sich weiter: Allein der deutsche Leitindex DAX stieg heute erstmals seit rund einem Monat über die Marke von 9.600 Punkten. Auch der MDAX für die Aktien mittelgroßer Unternehmen präsentierte sich stärker und notierte mit über 19.600 Punkten so hoch wie seit Anfang Januar nicht mehr.

Die Aufwärtsbewegung machte auch die Zalando-Aktie mit, die sich im oberen Mittelfeld des Börsenbarometers halten konnte. Der Online-Modehändler verkündete heute früh seine Geschäftszahlen und gab eine eher konservative Prognose ab, die aber bei den Anlegern gut ankam.

Für 2016 peilt Zalando ein Umsatzwachstum am oberen Ende der mittelfristigen Wachstumsspanne von 20 bis 25 Prozent an. Um dies zu erreichen, will das Berliner Unternehmen 200 Mio. Euro investieren – rund dreimal so viel wie noch im vergangenen Jahr. Das Geld soll vor allem in den Bau neuer Logistikzentren und die Weiterentwicklung der Online-Plattform fließen.

Umsatzwachstum im Fokus

Die hohen Investitionen kommen überraschend, Analysten hatten bislang mit niedrigeren Ausgaben gerechnet. Aus meiner Sicht ist es aber genau richtig, dass Zalando derzeit stärker auf das Umsatzwachstum fokussiert als auf eine höhere Gewinnmarge. Die um Sondereffekte bereinigte operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) soll im laufenden Geschäftsjahr zwischen 3 und 4,5 Prozent liegen.

Im vergangenen Jahr lag die Marge bei 3,6 Prozent – leicht niedriger als 2014. Hingegen konnte Zalando seinen Umsatz um ein Drittel auf rund 3 Mrd. Euro steigern. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg um 31 Prozent auf 107,5 Mio. Euro. Unter dem Strich verdiente der Modehändler mit 121,5 Mio. Euro mehr als zweieinhalbmal soviel wie 2014.

Marktanteil soll auf 5 Prozent steigen

„2015 war ein extrem erfolgreiches Jahr und wir haben noch große Chancen vor uns“, erklärte Zalando-Vorstand Rubin Ritter. Sein Unternehmen habe derzeit einen Marktanteil von einem Prozent am europäischen Modemarkt – hier sei noch deutlich Luft nach oben. Einen Marktanteil von mindestens fünf Prozent hält Ritter für möglich.

Dass Internet-Schwergewicht Amazon bereits an eigenen Modemarken arbeite, stört Ritter nicht – der Markt sei groß genug. Tatsächlich gefallen mir bei Zalando derzeit drei Punkte, die die Anleger optimistisch in die Zukunft blicken lassen können. Zum einen ist da die gesunde Balance zwischen zielgerichteten Investitionen und Gewinnmaximierung. Zum zweiten schafft es das Unternehmen, mit hoher Mode-Expertise und modernster Technologie seine Kunden immer stärker an sich zu binden.

Und schließlich arbeitet Zalando äußerst diszipliniert – die Kennzahlen deuten auf eine hohe operative Effizienz hin. Und angesichts dieser Stärken hat es das Unternehmen auch nicht mehr nötig, zu große Erwartungen bei seinen Anlegern zu schüren. Diese waren jedenfalls mit dem eher konservativen Ausblick heute zufrieden.

1. März 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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