Börse: Nachhaltigkeitskriterien gewinnen an Bedeutung

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Immer mehr Großinvestoren achten bei ihren Investments auf Nachhaltigkeitskriterien. Auch Kleinanleger sollten auf Nachhaltigkeitsaspekte achten. (Foto: V. Franz Metelec – Fotolia.com)

Investoren werden immer wieder magisch von Zukunftstrends angelockt. Folglich ist es auch keine Überraschung, dass in der Wirtschaftspresse häufig von neuen Trends in Branche X oder Y die Rede ist.

Wer aber in Zukunftsbranchen investieren möchte, hat ein Problem. Denn sobald eine Branche als Zukunftsbranche gehypt wird, versuchen sehr viele Unternehmen von diesen Trends zu profitieren. In einer Zukunftsbranche tummeln sich also sehr schnell viele vermeintlich lukrative Investmentmöglichkeiten.

Wenn Sie in diesem Heuhaufen die richtige Nadel finden, können Sie Ihr Investment schnell vervielfachen. Wenn nicht, können Sie Ihre Investments aber auch ganz schnell abschreiben. Viele berühmte Investoren haben daher grundsätzlich nicht in Zukunftstrends bzw. -märkte investiert. Nachhaltigkeit ist für mich jedoch kein vorübergehender Zukunftstrend!

Nachhaltigkeit als Entscheidungskriterium

Vielmehr ist Nachhaltigkeit ein Entscheidungskriterium, das bei (Groß-)Investoren immer mehr an Bedeutung gewinnt. Investoren achten in den vergangenen Jahren verstärkt darauf, wie ökologisch ein Unternehmen ausgerichtet ist, wie stark das soziale Engagement ausgelegt wird, wie die Unternehmenswerte definiert sind und wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeit dokumentieren.

So hat eine aktuelle Studie des Deutschen Investor Relations Verband ergeben, dass immerhin 54,2% der befragten Unternehmen der DAX-Familie einen separaten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. Weitere 15,3% integrieren Informationen über Nachhaltigkeit in ihren Standard-Berichten.

Die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten bei Investitionsentscheidungen belegt auch eine von Union Investment durchgeführten Nachhaltigkeitsstudie, deren Ergebnisse gestern veröffentlicht wurden: Untersucht wurde, inwiefern Großanleger bzw. institutionelle Investoren Nachhaltigkeitskriterien (sog. ESG-Kriterien) bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen.

Die Bedeutung von ESG

Die Abkürzung ESG steht dabei für E wie Environment oder zu Deutsch Umweltaspekte, S wie Social, was für die Berücksichtigung sozialer Kriterien steht. G ist die Abkürzung für Governance, worunter eine nachhaltige Unternehmensführung verstanden wird.

Die Ergebnisse der Union Investment-Studie fallen eindeutig aus: In Deutschland nutzen 80% der institutionellen Investoren nachhaltige Strategien für ihre Kapitalanlage. Und die Tendenz ist steigend: Im vergangenen Jahr waren nur 72% der Großinvestoren und noch vor 5 Jahren waren lediglich 60% nachhaltig investiert.

Nach ökologischen, sozialen, ethischen oder Governance-Kriterien sind mehr als die Hälfte (56%) aller Assets der Nachhaltigkeitsanwender angelegt. Besonders hoch ist der Anteil mit 75% erwartungsgemäß bei Investoren aus den Bereichen Kirchen und Stiftungen. Aber auch Versicherungen weisen mit 66% einen hohen Wert auf.

Fazit: Auch für Kleinanleger interessant

Eine Strategie für Kleinanleger, die sich aus diesen Studienergebnissen ableiten lässt, ist der Fakt, dass Investments in Unternehmen, die einen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen, zukunftsweisend und erfolgreich sein können.

Achten Sie daher bei Ihren Investitionsentscheidungen neben den Finanzkennzahlen verstärkt darauf, wie Unternehmen sich im Hinblick auf die ESG-Kriterien aufstellen. Lesen Sie auch in der Tagespresse nach, inwiefern Unternehmen nachhaltig agieren. Ich werde Sie zu diesem Thema zukünftig an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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