Börsen völlig überwertet – Die Crash-Gefahr steigt immer weiter an

Ob in den USA oder bei uns: Die Gefahr für einen Crash steigt immer weiter an, denn die Bewertung ist völlig überzogen. Lesen Sie hier mehr: (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

In den vergangenen Wochen trat der Aktienmarkt in Deutschland mehr oder weniger auf der Stelle.

Auch an der Wall Street ist die Zeit der starken Zuwächse vorbei.

Einige Experten interpretieren das als Art Sommer-Ruhe an der Börse, für viele andere Experten ist es aber ein Warnsignal.

Phasen stagnierender Kurse sind oft ein Kennzeichen dafür, dass es schon bald deutlich nach unten gehen könnte.

Regelmäßig schaue ich dabei auf die Bewertungen der Aktienmärkte.

Schiller-KGV besser als Standard-KGV

Eine gängige Kennziffer zur Bewertung der Aktienmärkte ist sicherlich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).

Doch das spiegelt nur die halbe Wahrheit wider. Es ist eine statische Kennziffer, die nur eine aktuelle Analyse zulässt.

Zur Einschätzung der Entwicklung eignet sich das sogenannte Schiller-KGV viel besser.

Das geht auf den US-Ökonomen Robert Schiller zurück; bringt die Gewinn-Entwicklung und das KGV viel besser zusammen.

Im Einzelnen besagt das Schiller-KGV das hier die Bewertung anhand des Gewinns auf Sicht von 10 Jahren herangezogen wird.

Schiller-KGV ist so hoch wie kurz vor der Weltwirtschaftskrise

Und hier ergeben sich jetzt Warnsignale:

Derzeit notiert das Schiller-KGV den USA auf dem gleichen Niveau was es auch kurz vor dem Mega-Crash der Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929 hatte.

Nur einmal in der gesamten Börsengeschichte notierte das Schiller KGV noch höher als jetzt:

direkt vor dem Platzen der Internet-Blase rund um die Jahrtausendwende.

Ich nehme dieses Warnsignal sehr ernst, denn das passiert nicht auf irgendwelchen persönlichen Einschätzungen.

Dieses Warnsignal basiert auf den aktuell verfügbaren Gewinnzahlen der Unternehmen. Genau hier kommt noch ein weiterer Aspekt zum Tragen:

In den USA wird maßgeblich auf den Gewinn pro Aktie geschaut. Und genau hier kommen jetzt die massiven Aktien Rückkauf-Programme der Firmen ins Spiel.

Wenn der Gewinn eines Konzerns gleich bleibt, die Anzahl der ausstehenden Aktien aber gesunken ist, steigt der ausgewiesene Gewinn pro Aktie.

Und genau darauf setzen extrem viele US-Unternehmen:

Schon bis Mai dieses Jahrs haben diese Aktien-Rückkäufe mit einem Gesamt-Volumen von 390 Mrd. Dollar angekündigt.

Dieser Wert lag rund 16 Mrd. Dollar höher als 1 Jahr zuvor, das haben jetzt Wall Street Analysten festgestellt.

Insofern polieren hier viele Betriebe schlicht und einfach ihre Bilanzen auf.

Das liegt aber auch daran, dass einige davon eben keine sinnvolle Verwendung für die Gewinne haben.

Ändert sich demnächst wieder etwas in der Notenbank-Politik?

In den vergangenen Jahren haben sicherlich die massiven Eingriffe der Notenbanken in den Finanzmarkt die Aktienmärkte angetrieben.

Doch hier kommen immer mehr Signale auf, die andeuten, dass die Zentralbanken sich jetzt weltweit zumindest etwas aus den Akten zurückziehen werden.

Auch das lässt die Gefahr einer Korrektur immer größer werden.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.