Börsencrash: 1929 als Schicksalsjahr für Deutschland

1929 erlebte die Wall Street den spektakulärsten Börsencrash des 20. Jahrhunderts. Milliardenvermögen wurden vernichtet und die gesamte Welt versank in einer tiefen Wirtschaftskrise, an die man sich auch heute noch erinnert.

Rückblickend geht es heute um die Auswirkungen des Börsencrash 1929 auf Deutschland. Für das Deutsche Reich waren vor allem zwei Faktoren für die Ausweitung des Zusammenbruchs verantwortlich: Der Goldstandard und die Verschuldung des Landes, weiß Günter Hannich zu berichten.

Börsencrash 1929: Sowohl die USA als auch Deutschland sind stark getroffen

Nach den USA war dann auch das Deutsche Reich am stärksten von der Krise betroffen. Der Grund dafür lag darin, dass etwa drei Viertel der kurz- bis mittelfristigen Auslandskredite für langfristige Investitionen eingesetzt worden waren.

Durch den deflationären Prozess sank das Bruttoinlandsprodukt in der Weltwirtschaftskrise 1929 um fünf Prozent, 1930 um 4,2 Prozent, 1931 um 12 Prozent und 1932 nochmals um fünf Prozent.

Börsencrash 1929 treibt deutsche Betriebe in den Bankrott

Aus diesem Grund mussten immer mehr Betriebe den Bankrott melden, die Zahl der jährlichen Konkurse verdoppelte sich zwischen 1928 und 1931. Daraus entstand ein Teufelskreislauf aus sich verringernder Kaufkraft, zurückgehender Nachfrage, sinkender Produktion und weiteren Entlassungen, der auch die Dauerkrise in der Landwirtschaft verstärkte.

Viele kleine und mittlere Bauern konnten ihre Schulden nicht mehr abbezahlen und gingen finanziell zugrunde. Besonders die Maßnahmen der damaligen Regierung Brüning waren fatal, da sie, um einen ausgeglichenen Haushalt vorzuweisen, die direkten Steuern und indirekten Abgaben erhöhte.

Die Massenarbeitslosigkeit überstieg bei weitem die Möglichkeiten der Arbeitslosenversicherung. Deshalb wurden die staatlichen Sozialzuwendungen zurückgefahren und die Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst gesenkt.

Regierungsmaßnahmen verschärfen den Börsencrash 1929 noch

Es zeigte sich schnell, dass die Maßnahmen der Regierung die Krise weiter verschärften. Es kam zu einer deflationären Abwärtsspirale, weil sich durch die Absenkung der Einkommen die Kaufkraft verringerte. Dadurch ging die Produktion weiter zurück, während die Arbeitslosigkeit weiter rapide anstieg.

Von den 4,7 Mio. Arbeitslosen im Frühjahr 1931 bezogen 43 Prozent Arbeitslosengeld, 21 Prozent Leistungen der Krisenfürsorge und 23 Prozent Zuwendungen der Wohlfahrtsunterstützung. Der Rest erhielt überhaupt keine Unterstützung.

Im Herbst 1931 verschärfte sich die Lage weiter zunehmend: Dann erhielten Arbeitslose nur noch 20 anstatt 26 Wochen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. In der Folge kletterte die Zahl der Arbeitslosen weiter kräftig an und im Februar 1932 gab es 6,1 Mio. registrierte Arbeitslose.

Zusammen mit den nicht gemeldeten Arbeitslosen waren zu diesem Zeitpunkt mehr als 7,6 Mio. Menschen in Deutschland ohne Beschäftigung. Diese massive Arbeitslosigkeit bescherte den radikalen Parteien in Deutschland starken Zuspruch – sowohl den Kommunisten als auch der NSDAP.

Insofern hatte die Weltwirtschaftskrise weit reichende politische Folge in Deutschland, unter Anderem mit der Machtergreifung Hitlers.

1. April 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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