Börsencrash auf Raten: So gehen Sie am besten damit um

Seit gestern ist die Griechenland-Rettung unter Dach und Fach. Neben einigen anderen Parlamenten hat auch der Bundestag zugestimmt.

Das ist ohne Frage ein positives Signal für die Finanzmärkte. Aber die Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung in China drücken auf die Stimmung an den internationalen Börsen.

Heute ist der DAX am Vormittag auf den niedrigsten Stand seit Januar abgesackt mit einem Stand von unter 10.600 Punkten.

Jetzt zeigt sich eben ganz klar: Die Konjunktur-Schwäche in China hat auch bei uns klare Auswirkungen. Deutschland als Exportnation ist auf den wichtigen Absatzmarkt in Asien angewiesen.

Im Endeffekt war China in den vergangenen Jahren so etwas wie die Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft. Diese Rolle ist nun in Gefahr – und das belastet die Finanzmärkte.

Zuletzt tauchten Schätzungen auf, wonach die chinesische Wirtschaft im laufenden Jahr noch um 7% wachsen werde.

Das waren offizielle Angaben von Seiten der chinesischen Regierung. Schon das ist das niedrigste Wirtschafts-Wachstum seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2009.

Die Prognosen für China werden immer schwächer

Doch diese Marke wird in weiteren Prognosen jetzt schon deutlich unterschritten. Ganz aktuell hat die Citigroup eine neue Prognose veröffentlich. Dabei liegt die Schätzung für 2015 nach einem Plus von 6,7% nun nur noch bei 6,3%.

Für das kommende Jahr haben die Citigroup-Experten ihre Prognosen von 7,1% auf nur noch 6,5% auch deutlich nach unten korrigiert.

Zudem erwartet die Citigroup eine Fortsetzung der Renmimbi-Schwäche. Sollte das tatsächlich so kommen, ist auch mit weiteren Stützungs-Maßnahmen durch die chinesische Zentralbank zu rechnen.

Bei diesen Voraussetzungen ist es gut möglich, dass die aktuelle Korrektur an den Börsen noch weitergeht. Immerhin steht der DAX auf Jahressicht trotz des aktuellen deutlichen Rückgangs noch immer 2-stellig im Plus.

Wenn sich die Stimmung nun eintrübt, stellen etliche Anleger ihre Positionen glatt und nehmen die aktuell noch vorhandenen Gewinne mit. Das Motto der Stunde lautet: „Sicher ist sicher“.

Jetzt wird es wieder Zeit, über den wirklich schwierigen Teil des Aktienhandels nachzudenken: Den Verkauf. Viele Anleger halten Aktien zu lange. Andere Anleger verkaufen zu früh und so entgehen ihnen Gewinne.

Das richtige Timing und eine realistische Gewinn-Einschätzung gehören auf jeden Fall zum Börsenerfolg mit dazu.

Wenn Sie also aktuell Positionen mit einem ordentlichen Plus im Depot haben, kann sich ein Teilverkauf auf jeden Fall anbieten.

20. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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