Börsengänge im 2. Quartal 2019: Der Überblick

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Der weltweite IPO-Markt kam nach einem schwachen Start im 2. Quartal 2019 besser in Schwung. Das 2. Halbjahr könnte sogar noch besser werden. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Ihre Aktien-Auswahl wird größer! Nach einem sehr schwachen Jahresauftakt hat sich der weltweite Markt für Börsengänge (IPOs) im 2. Quartal des laufenden Jahres deutlich erholt. Das stellten die Berater von Ernst & Young (EY) in einer kürzlich veröffentlichten Studie fest.

In den ersten 3 Monaten dieses Jahres gab es weltweit gerade einmal 205 Börsengänge mit einem Emissionsvolumen von 15 Mrd. US-Dollar. Im zweiten Jahresviertel waren es dagegen 302 IPOs mit einem deutlich gesteigerten Emissionsvolumen von 57 Mrd. US-Dollar. Dass das Volumen so deutlich zulegte, lag an den Börsengängen einiger Großkonzerne.

Auch im Vergleich zum Vorjahresquartal legte das Emissionsvolumen mit +14% spürbar zu. Die Zahl der IPOs lag jedoch im 2. Quartal 2019 um 17% unter der des Vorjahreszeitraums. Auf der Einnahmenseite verbuchten besonders die USA und Europa Zuwächse. In den USA legten die Erlöse um 79% zu, in Europa um 27%. In China gingen sie leicht um 4% zurück.

Börsengänge in Deutschland

In Deutschland gab es im 1. Quartal dieses Jahres keinen einzigen Börsengang. In den Monaten April bis Juni änderte sich das. Mit der Volkswagen-Tochter Traton gab es sogar einen milliardenschweren Börsengang in Deutschland.

Beim Börsengang des LKW- und Nutzfahrzeug-Spezialisten Traton und des kleinen österreichischen IT-Unternehmens Frequentius (das in Deutschland an die Börse ging) wurden insgesamt 1,8 Mrd. US-Dollar bzw. 1,6 Mrd. Euro erlöst.

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Im vergangenen Jahr hatte es hierzulande im 1. Halbjahr noch 13 Börsengänge gegeben, bei denen insgesamt 8,6 Mrd. US-Dollar bzw. 7,3 Mrd. Euro eingesammelt wurden. Die konjunkturell trübere Lage bzw. die trüberen Aussichten wirken sich auch auf den IPO-Markt negativ aus.

USA: Motor des weltweiten IPO-Marktes

Als Motor des weltweiten IPO-Marktes erwiesen sich zuletzt die USA. Dort fanden im 2. Quartal 66 IPOs statt, mit denen ein Emissionsvolumen von satten 27 Mrd. US-Dollar eingefahren wurde. In China gab es mit 72 Börsengängen zwar einige mehr als in den USA, dafür war das Volumen mit 11,3 Mrd. US-Dollar deutlich kleiner.

In Europa waren es 48 Börsengänge, die insgesamt 12,5 Mrd. US-Dollar eingespielt haben. Unter der Voraussetzung, dass sich die weltweiten Handelskonflikte nicht weiter zuspitzen und geopolitische Schocks (möglicher Krieg im Iran) ausbleiben, erwarten die Experten von EY, dass sich die Lage auf dem weltweiten IPO-Markt im 2. Halbjahr weiter verbessert.

In den USA, so die Experten, sorgen vor allem Technologie-Startups und Unternehmen aus der Gesundheitsbranche für eine starke Dynamik am IPO-Markt. Hinzu kommt: In den USA haben sich die Aktien der Börsenneulinge zuletzt überwiegend gut bis sehr gut entwickelt, was die Stimmungslage deutlich verbessert. Anleger konnten sich in diesem Jahr im Durchschnitt am Tag der Erstnotiz über Kursgewinne von knapp 16% freuen.

Dennoch rate ich weiterhin in den meisten Fällen davon ab, sich an Börsengängen zu beteiligen und empfehle stattdessen zunächst einmal zu beobachten, wie sich die Aktie nach dem IPO entwickelt und wie die ersten Quartalsberichte der jungen Börsenkandidaten nach dem IPO ausfallen. So verpassen Sie ab und zu Gewinne, minimieren jedoch auch die Risiken bei Ihrer Geldanlage. Denken Sie immer daran: Bei einem Börsengang verkaufen in vielen Fällen die Altbesitzer, die Insiderwissen besitzen, ihre Anteile. Zu billig werden diese Anteile selten abgegeben.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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