Börsengang: Exasol AG neu an der Börse

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An der Frankfurter Börse ist gestern der erste Börsengang des laufenden Jahres verzeichnet worden. (Foto: MaximP / shutterstock.com)

Zu Beginn des Jahres habe ich Ihnen versprochen, dass ich Sie über die deutschen Börsengänge (engl. IPOs – Initial Public Offerings) auf dem Laufenden halten werde. Und heute kann ich meine Ankündigung einhalten, denn trotz Corona-Krise konnte die Frankfurter Börse am gestrigen Montag die erste Neuaufnahme für 2020 verzeichnen:

Der Nürnberger Datenbank-Anbieter Exasol AG hat den Schritt auf das Börsenparkett gewagt. Und das erfolgreich: Der Ausgabepreis der Exasol-Aktie war auf 9,50 Euro festgelegt worden. Die Aktie wurde in das Wachstumssegment Scale, dem Börsensegment der Deutschen Börse für kleine und mittlere Unternehmen, aufgenommen.

In den Handel starteten die Papiere mit einem Kurs von 14 Euro. Ein stolzes Plus von 47,37% im Vergleich zum Ausgabepreis. Im Laufe des gestrigen Tages verlor der Exasol-Kurs aber an Boden und lag beim Erklingen der Schlussglocke bei 12,74 Euro. Mit dem heutigen Börsenstart konnten die Exasol-Papiere, in einem insgesamt positiven Umfeld, wieder die 14-Euro-Grenze überschreiten.

Emissionsvolumen bei 87,5 Mio. Euro

Unter dem Strich hatte der Exasol-Börsengang ein Ausgabevolumen von 87,5 Mio. Euro. Davon erhält Exasol selbst 48,45 Mio. Euro. Mit dieser Summe will das Nürnberger Unternehmen seine europäischen und US-amerikanischen Vertriebsaktivitäten stärken.

Darüber hinaus will der Börsenneuling das frische Kapital in seine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten stecken. Die restlichen Einnahmen aus dem Börsengang teilen sich die Alteigentümer, wozu z. B. die deutsche Förderbank KfW gehört.

Das Unternehmen im Kurzporträt

Die in Nürnberg ansässige Exasol AG wurde 2000 gegründet. Das Unternehmen hat eine softwarebasierte Datenbank-Engine entwickelt, mit der Geschäftskunden ihre Unternehmensdaten in kürzester Zeit analysieren können. So können z. B. Kundenwünsche ausgewertet und Trends frühzeitig erkannt werden.

Zu den Kunden von Exasol zählen namhafte Unternehmen wie z. B. Adidas, Dell, Vodafone und Zalando. Insgesamt hat das Nürnberger Unternehmen mehr als 175 Kunden in mehr als 30 Ländern.

Exasol beschäftigt rund 150 Mitarbeiter und hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 21,6 Mio. Euro erwirtschaftet. 2019 erzielte das Unternehmen allerdings einen Verlust in Höhe von 13,98 Mio. Euro.

Ich bin bei Börsengängen grundsätzlich vorsichtig

Grundsätzlich bin ich vorsichtig, was Börsengänge angeht. Ich verfolge die Entwicklung der neu platzierten Aktien zunächst und schaue mir dabei die ersten veröffentlichten Quartalszahlen der Börsenneulinge an, bevor ich in die Unternehmen investiere.

Ein Investment in Exasol ist aus meiner Sicht daher zum aktuellen Zeitpunkt noch zu voreilig. Dies gilt insbesondere, da Exasol im vergangenen Jahr hohe Verluste erwirtschaftet hat. Falls es dem Unternehmen in den kommenden Monaten gelingen sollte, Gewinne einzufahren oder zumindest näher an die Gewinnschwelle heranzukommen, könnte ein Investment interessant werden.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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