Börsengang von Knaus Tabbert

Knaus Tabbert RED – Björn Wylezich

Der Reisemobil-Hersteller Knaus Tabbert ist heute an die Börse gegangen. Erfahren Sie jetzt die Details und Hintergründe. (Foto: Björn Wylezich / Adobe Stock)

Erst kürzlich fand in den USA der viel umjubelte Börsengang des Cloud-Spezialisten Snowflake statt. Dieser Börsengang war nicht nur deshalb ein großes Thema der Börsenberichterstatter, weil die Aktie am Tag des IPOs so fulminant zugelegt hatte, sondern auch, weil sich Börsen-Altmeister Warren Buffett vorab daran beteiligt hatte.

Weil sich die Aktie am Tag des Börsengangs so extrem positiv entwickelt hat und Buffett im Vorfeld eingestiegen war, hatte er bereits am Tag des IPOs mehrere Hundert Millionen US-Dollar verdient.

Heute fand auch in Deutschland ein Börsengang statt, der allerdings nicht einmal ansatzweise die Strahlkraft des Snowflake-IPOs hatte. Die Rede ist vom Börsengang des Wohnmobil- und Wohnwagenproduzenten Knaus Tabbert.

Da die Nachfrage nach den Aktien des Corona-Profiteurs Knaus Tabbert im Vorfeld eher überschaubar war, wurde die Anzahl der Aktien, die im Zuge des Börsengangs rausgegeben werden sollten, reduziert. Weitere Details zum Börsengang von Knaus Tabbert erfahren Sie gleich, nachdem ich Ihnen das Unternehmen kurz vorgestellt habe.

Knaus Tabbert im Überblick

Knaus Tabbert zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Herstellern von Reisemobilen, Caravans und Kastenwagen (CUV) in Europa. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im niederbayerischen Jandelsbrunn unweit der tschechischen Grenze.

Das heutige Unternehmen entstand 2001 durch die Fusion wesentlicher Unternehmensteile der Tiag Tabbert-Industrie AG mit der Knaus AG. Ende 2008 ging das Unternehmen in die Insolvenz und wurde am 1. Januar 2009 von der niederländischen Investmentgesellschaft HTP Investments BV übernommen.

An den vier Produktionsstandorten Jandelsbrunn (Bayern), Mottgers (Hessen), Schlüsselfeld (Bayern) und Nagyoroszi in Ungarn arbeiten rund 3.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2019 einen Umsatz von über 780 Mio. Euro und produzierte 25.729 Caravans und Reisemobile.

Im 1. Halbjahr 2020 konnte das Unternehmen trotz kurzzeitiger Werksschließungen erneut die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigte EBITDA-Marge) des Vorjahres von 9,4% erreichen.

Weitere Details zum Börsengang

Der finale Ausgabepreis je Aktie von Knaus Tabbert lag bei 58 Euro. Unter der Annahme, dass alle Aktien an den Mann bzw. die Frau gebracht werden, beträgt das gesamte Angebotsvolumen ungefähr 232 Mio. Euro, was bezogen auf den Emissionspreis einer Marktkapitalisierung von Knaus Tabbert von insgesamt 602 Mio. Euro entspricht.

Der erste Börsentag von Knaus Tabbert war schwach: Das Papier ging heute mit einem Minus von mehr als 5% aus dem Handel.

Abschließend noch meine Empfehlung im Zusammenhang mit Börsengängen: Ich rate in den meisten Fällen davon ab, sich an Börsengängen zu beteiligen und empfehle stattdessen zunächst einmal zu beobachten, wie sich die Aktie nach dem IPO entwickelt und wie die ersten Quartalsberichte der jungen Börsenkandidaten nach dem IPO ausfallen.

So verpassen Sie ab und zu Gewinne, minimieren jedoch auch die Risiken bei Ihrer Geldanlage. Sie sollten sich immer eines vor Augen halten: Bei einem Börsengang verkaufen in vielen Fällen die Altbesitzer, die Insiderwissen besitzen, ihre Anteile. Zu billig werden diese Anteile selten abgegeben.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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