Börsengerücht: Deutsche Bank und Commerzbank vor Zusammenschluss

Neue Zinsängste aus den USA haben heute den deutschen Leitindex DAX nach unten gedrückt. Der DAX verlor gut 0,6% und sackte auf 10.592 Punkte ab.

Auf der DAX-Gewinner-Seite standen 2 Werte ganz oben, die dort in den vergangenen Jahren selten zu sehen waren.

Planen Deutsche Bank und Commerzbank Zusammenschluss?

Dieses Gerücht war heute die Börsennachricht des Tages: Die beiden kriselnden deutschen Großbanken Deutsche Bank und Commerzbank sollen über einen Zusammenschluss nachdenken.

Dies meldete u. a. das Magazin „Bilanz“. Bislang handelt es sich dabei zwar nur um ein vages Gerücht, doch diese Fusion würde rein kaufmännisch durchaus Sinn machen.

Denn sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank leiden derzeit unter einigen größeren Problemen. 2 dieser Probleme sind dabei ganz wesentlich.

Dabei handelt es sich zum einen um die sich aus dem Niedrig-Zins-Umfeld ergebenden negativen Konsequenzen und zum anderen um das Problem der Überkapazitäten in der Banken-Branche.

Konkret: In dem aktuellen Zins-Umfeld fällt es den Banken sehr schwer, mit ihrem eigentlichen Kerngeschäft – nämlich der Vergabe von Krediten – überhaupt noch Geld zu verdienen.

Zusätzlich belasten hohe Kosten aufgrund der Digitalisierung (IT-Kosten), großer Filialnetze und großer Personalstärke die Commerzbank und die Deutsche Bank (das gilt aber auch für andere Banken).

Ein weiteres Problem sind die großen Altlasten, die die Bilanzen der Deutschen Bank und der Commerzbank erheblich belasten. Daher warne ich hier im „Schlussgong“ und in meinen Börsendiensten schon seit Jahren vor Bank-Aktien.

Allein die Tatsache, dass die Deutsche Bank und die Commerzbank auch nur über ein vor Jahren noch undenkbares Fusions-Szenario nachdenken, untermauert, wie groß die Probleme der beiden Geldhäuser sind.

Weitere Details zu einer möglichen Fusion

Eine Fusion der Commerzbank und der Deutschen Bank würde einige Probleme lösen: So könnte beispielsweise das Filialnetz ausgedünnt und damit die Kosten-Struktur verbessert werden.

Daneben könnte Personal beispielsweise im Vertrieb und in der Verwaltung abgebaut werden, was ebenfalls die Kosten reduzieren würde.

Die Eigenkapital-Probleme beider Großbanken würden dagegen nicht durch eine Fusion gelöst werden. Beide Häuser sind mit Kapital nicht gerade gesegnet. In beiden Fällen wird immer wieder über weitere Kapital-Erhöhungen spekuliert.

Sogar die Frage, ob die Deutsche Bank im Krisenfall Staatshilfe benötigt, wurde in Berlin schon diskutiert. An dieser Situation würde ein Zusammenschluss nichts ändern.

Zudem wäre die Fusion möglichweise auch politisch ein Problem. Denn der Bund ist an der Commerzbank beteiligt.

Wenn ausgerechnet eine zum Teil in Staatsbesitz befindliche Bank ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl mit dem Segen einer schwarz-roten Koalition einen großen Stellen-Abbau ankündigen würde, dürfte das den Wählern kaum gefallen.

Fazit: Keine „Traumhochzeit“ – aber kaufmännisch sinnvoll

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank sicher nicht das wäre, was man eine „Traumhochzeit“ nennt.

Kaufmännisch würde dieser Zusammenschluss aber sehr wohl Sinn ergeben. Das zeigt sich auch darin, dass die Aktien beider Geldhäuser heute gegen den negativen Trend die größten DAX-Gewinner waren.

31. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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