Börsenstrategie: Familienunternehmen entwickeln sich besser

Eine aktuelle Studie bestätigt einmal mehr: Familienunternehmen entwickeln sich besser als der Markt und bieten Ihnen als Anleger gute Gewinnchancen. (Foto: Ekaterina Lin / Shutterstock.com)

Wenn Sie den Schlussgong regelmäßig lesen, wissen Sie, dass ich an der Börse eine Vorliebe für eigentümergeführte Unternehmen habe. Daher ist es auch kein Zufall, dass ausgerechnet der Maschinenbauer Hermle und der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub zu meinen Top-Empfehlungen zählen.

Leser meines Börsendienstes Depot-Optimierer, die meiner Erstempfehlung im Jahr 2003 gefolgt sind, können sich bei beiden Werten über Gewinne von mehr als 2.000% (Kursgewinne und Dividenden) freuen. Wenn ein Unternehmen sehr gut geführt wird, kann man die Gewinne auch über einen langen Zeitraum von 15 Jahren einfach laufen lassen.

Eine aktuelle Studie der Schweizer Bank Credit Suisse bestätigt nun: Im Schnitt entwickeln sich die Aktien familiengeführter Unternehmen tatsächlich besser als der Gesamtmarkt.

Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft

Es ist nicht neu, dass der Mittelstand das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist. Nirgendwo sonst finden sich so viele Unternehmen, die in ihrem Markt eine weltweit führende Stellung einnehmen. Unglaublich, aber wahr: Fast jeder zweite Weltmarktführer stammt aus Deutschland.

Das Institut für Mittelstandsforschung hat errechnet: Obwohl die rund 4.700 größten Familienunternehmen in Deutschland weniger als 1% aller Firmen ausmachen, sind sie für fast ein Viertel aller Umsätze verantwortlich.

Aktien von Familienunternehmen entwickeln sich besser

Die Stärke eigentümergeführter Unternehmen spiegelt sich auch auf dem Börsenparkett wider. Dies belegt die aktuelle Studie CS Familiy 1000 von Credit Suisse. Die Schweizer Großbank hat die Kursentwicklung über 3, 5 und 10 Jahre untersucht und dabei herausgefunden, dass sich die Aktien von Familienunternehmen besser entwickeln als der breite Markt.

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Die Ergebnisse der Studie: In Europa erzielten börsennotierte Unternehmen im Familienbesitz im Schnitt eine um fast 5% höhere Jahresperformance als nicht familiengeführte Firmen. Noch deutlicher ist die Outperformance übrigens in Japan mit rund 7,5%. Dagegen schnitten Familienunternehmen in den USA nur um 3% besser ab.

Familiengeführte Unternehmen sind langfristiger orientiert

Was ist der Grund für die überdurchschnittliche Entwicklung? Michael O’Sullivan, Chief Investment Officer für das Wealth Management bei Credit Suisse, hält familiengeführte Unternehmen für krisenresistenter. Außerdem überzeugen sie mit einer stärkeren Bilanz und einem höheren Rückfluss von Barmitteln, dem Cashflow.

Der aus meiner Sicht wichtigste Punkt ist jedoch: Firmenchefs, die ihr eigenes Unternehmen führen und dort meist einen Großteil ihres Vermögens investiert haben, denken und handeln sehr viel langfristiger als eingekaufte Manager, die vor allem die nächsten Quartalszahlen im Blick haben.

Paradebeispiel Sixt

Die vier Unternehmen, die laut der Studie die größte Outperformance gegenüber ihrer jeweiligen Branche erzielt haben, kommen alle aus Deutschland. Dazu zählt auch Sixt, ein Paradebeispiel für ein eigentümergeführtes Top-Unternehmen. Firmengründer Erich Sixt, der nach wie vor an der Spitze des Unternehmens steht, machte aus dem kleinen Autovermieter in den vergangenen Jahrzehnten einen international agierenden Mobilitätsdienstleister.

Das Unternehmen ist weiter auf Wachstumskurs. Vorstandschef Erich Sixt peilt für dieses und das kommende Jahr weitere Umsatz- und Gewinnrekorde an. Dazu beitragen soll auch eine neue Smartphone-App, die Carsharing, Autovermietung und Chauffeurdienste für die Kunden bündelt.

Ich sehe gute Chancen für eine Fortsetzung der überdurchschnittlichen Kursentwicklung. Interessant ist aus meiner Sicht insbesondere die Vorzugsaktie, die gegenüber der im SDax gelisteten Stammaktie mit einem deutlichen Abschlag gehandelt wird.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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